Ein kleiner Dorn, unangenehm wie ein Nagel

Ein kleiner Dorn, unangenehm wie ein Nagel

Nicht wenige Sportler kennen das Gefühl: Beim Auftreten mit dem Fuß schmerzt es an der Sohle - als ob ein Steinchen oder ein kleiner Nagel im Schuh steckt. Übeltäter ist aber jemand anderes: der sogenannte Fersensporn.


Ach so!


Was ist das? "Ein Fersensporn stellt einen verknöcherten Sehnenansatz am Fersenbein dar", erläutert Dr. Andreas Meyer, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Chirurgie in Trier. Fersensporne können sich dabei an zwei Stellen bilden. Dr. Meyer: "Der untere entsteht am Ansatz an der Fußsohlen-Sehnenplatte, der hintere am Ansatz der Achillessehne." (siehe Grafik unten).
Warum bilden sich Fersensporne? Wird ein Fuß übermäßig oder einseitig belastet, setzen Umbauprozesse ein, in deren Folge die Spornbildung beginnt. In der Medizin werden mehrere mögliche Gründe angeführt: eine verkürzte Wadenmuskulatur, die eine erhöhte Spannung auf die Fußsohle bewirkt, Fuß-Fehlstellungen, Übergewicht, ungeeignete Schuhe, ständiges Laufen auf hartem Untergrund, eine falsche Lauftechnik.
Beschwerden: "Nicht der Fersensporn selbst verursacht die brennenden oder stechenden Schmerzen, sondern der entzündete beziehungsweise fehlbelastete Sehnenansatz", erklärt Dr. Meyer. Dabei ist der untere Fersensporn, der zudem häufiger vorkommt, erheblich lästiger als der hintere. Ausschlaggebend für das Ausmaß der Beschwerden ist nicht die Größe des knöchernen Fortsatzes, sondern die auf den betroffenen Fuß wirkende Belastung.
Oftmals wird ein sich entwickelnder Fersensporn erst gar nicht wahrgenommen. Anfangs treten Schmerzen nur hin und wieder auf - vor allem morgens nach dem Aufstehen. In einem fortgeschritteneren Stadium können die Beschwerden dauerhaft werden.
Diagnose: Ein Fersensporn ist auf einem Röntgenbild sehr gut zu erkennen. Er ähnelt einem Dorn.
Therapie: Oftmals sorgen spezielle Einlagen mit einem Schaumstoffpolster im Schuh für eine notwendige Druckentlastung. Erfolgversprechend sind auch eine Ultraschallbehandlung, Physiotherapie sowie entzündungshemmende Medikamente und Salben. Mit gutem Erfolg werden Stoßwellenbehandlungen angewandt. Nur in Ausnahmefällen wird operiert. Doch Dr. Meyer weist darauf hin: "Die Behandlungsdauer kann sich zum Teil über mehrere Monate hinziehen." bl
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