Nicht schnell, sondern nachhaltig

Nicht schnell, sondern nachhaltig

FDH, Weight-Watchers, Atkins, Dukan, Brigitte, Kohlsuppen oder Fasten - wer abnehmen will, hat meist die Qual der Wahl. Allen gemeinsam ist nur eines: Wer Gewicht verlieren möchte muss mehr Kalorien verbrauchen, als er aufnimmt. Der TV hat sich über das Thema Abnehmen mit Ernährungsberaterin Karin Wendenius-Leuthner unterhalten.

"Fünf Kilo weniger in zehn Tagen", solche und ähnliche Versprechen findet man in vielen Zeitschriften oder Büchern, bei denen eine bestimmte Diät angepriesen wird.
Doch davon hält die AOK-Ernährungsberaterin Karin Wendenius-Leuthner wenig. Sie kritisiert, dass solche Diäten Massenware sind und nicht individuell auf den Menschen abgestimmt ist.
"Jede Diät möchte die schnelle Gewichtsabnahme innerhalb der zeit, in der der Motivationsschub da ist", erklärt sie deshalb auch bei Abnehmkursen. Doch die Zeit danach, werde nicht berücksichtigt. Deshalb könne nur der dauerhaft abnehmen, der seine Gewohnheiten umstellt.
Zudem geben es Empfehlungen für eine gesündere und bessere Ernährung, die auf den einzelnen gar nicht passen. So sei es wenig sinnvoll, einem Abnehmwilligen die Süßigkeiten zu verbieten, wenn er eigentlich von zu fettem Essen an Gewicht zugenommen hat.
Die wichtigste Frage beim Abnehmen sollte deshalb nicht lauten: "Wie nehme ich ab?", sondern "Warum habe ich zugenommen". Wendenius-Leuthner rät dazu, zunächst einmal die eigenen Gewohnheiten zu überprüfen. Dabei sei es hilfreich, ein Ernährungstagebuch zu führen. Daran lasse sich schnell erkennen: "Was esse ich, und wie viel esse ich?"
Um das Ernährungsverhalten genau zu analysieren, müsse man die Pyramide beachten. Diese hilft das richtige Verhältnis der Lebensmittel zu einander zu erkennen. (siehe Artikel unten).
Mit dem Ernährungstagebuch lasse sich schnell feststellen, wenn beispielsweise zuviel Süßes zuviel Fleisch gegessen werde.
Zudem rät Wendenius-Leuthner dazu, Gewohnheiten unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls zu ändern. Solche Gewohnheiten können beispielsweise auf Bequemlichkeit beruhen. Statt der Treppe wird der Fahrstuhl genommen. Statt Kartoffeln, die erst einmal geschält werden müssen, würde eine Portion Pommes Frites gegessen.
Auch die innere Einstellung sollte hinterfragt werden. Wer meint, dass erst ein Stück Butter erst den richtigen Geschmack bringt, kann es einmal ohne versuchen und wird vielfach feststellen, dass es auch so gut schmecken kann.
Auch Tradition und Erziehung spielen eine große Rolle im Ernährungsverhalten. Das kann eine Vorliebe für regionale deftige Küche sein oder Schokolade als "Nervennahrung". Des Weiteren können Werbung und Vorbilder das eigene Ernährungsverhalten beeinflussen.