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Träge Zeitgenossen schätzen den "Tritt in den Hintern"

Träge Zeitgenossen schätzen den "Tritt in den Hintern"

Ein Privat-Coach stellt sich ganz auf die Bedürfnisse und Voraussetzungen der Kunden ein. Die individuelle Betreuung beschränkt sich nicht auf sportliche Aktivitäten, sondern schließt auch Ernährung und Lebensführung ein.

Saarbrücken. Wer unter Übergewicht leidet, schafft es selten allein, wieder sein Normalgewicht zu erreichen. Diäten bringen keinen dauerhaften Erfolg, und es fehlt die Motivation, sich zu regelmäßiger sportlicher Betätigung aufzuraffen. Daher buchen auch übergewichtige Menschen vermehrt einen Personaltrainer, weil sie professionelle Unterstützung bei der Ernährungsumstellung und beim Anfängersport wünschen. Jens Lück, der als Personaltrainer arbeitet, analysiert mit diesen Kunden ihre Ernährungsgewohnheiten, ermittelt, wie viele Kalorien sie täglich aufnehmen und verbrennen, und misst mit einer Körperfettzange den Fettanteil im Körper. "Um die Pfunde purzeln zu lassen, sind ein Ernährungsplan und ein Sportprogramm unerlässlich", sagt er. "Menschen mit Übergewicht haben oft Jahre lang zu viel und zu ungesund gegessen." Nicht selten sind Mitarbeiter im Außendienst darunter, die nur unregelmäßig kurze Pausen machen können und dann meist Fast Food, Cola und Süßigkeiten verzehren. "Eine Gewichtsreduktion ist meist schon zu erreichen, wenn sich die Betroffenen morgens eine Lunchbox mit Obst und Gemüse vorbereiten und den Durst mit Mineralwasser löschen", sagt der Trainer.Aus Fitnessstudios ist bekannt, dass gut die Hälfte der Anfänger schon nach sechs bis acht Wochen das Handtuch wirft. Diese Sportler können sich nicht mehr selbst zum Weitermachen motivieren. "Erste Erfolge beim Ausdauertraining stellen sich aber erst nach drei Monaten ein", weiß Jens Lück, "und beim Krafttraining dauert es fast genauso lange." So buchen viele Fitnesswillige auch deshalb einen Personaltrainer, weil er ihnen in Momenten der Willensschwäche kräftig in den Hintern tritt - natürlich rein bildlich gesprochen. Stellen sich die ersten sichtbaren Erfolge ein, steigt auch wieder die Motivation. "Es ist wichtig, dass man sich ein genaues Ziel setzt, wenn man mit seinem Sportprogramm anfängt", erklärt Lück. "Beispielsweise kann man sich vornehmen, in drei Monaten beim Joggen eine Stunde ohne Pauser durchzulaufen." Andere haben das Ziel, in den nächsten zwei Monaten sechs Kilo abzunehmen. Wenn ein Personaltrainer die Fortschritte überwacht, fällt das Durchhalten viel leichter. Die Kunden, die Lück bisher trainiert hat - etwa die Hälfte davon Frauen -, waren und sind in der Regel zwischen Ende 20 und Anfang 60. "Mein bislang ältester Gesundheitssportler war 82 Jahre alt. Mit ihm bin ich auch ins Fitnessstudio zum Krafttraining gegangen." Unter den Klienten der Personaltrainer sind viele Selbstständige, Manager und Geschäftsführer, die beim Sport ihren Stress abbauen sowie ihr Wohlbefinden und ihre Leistungsfähigkeit erhöhen wollen und vor allem die zeitliche Flexibilität eines Personaltrainers schätzen. Jens Lück zum Beispiel steht auf Wunsch morgens um sieben Uhr ebenso auf der Matte wie am späten Abend um 22 Uhr. "Am stärksten bin ich montags, mittwochs und freitags beschäftigt", berichtet er, "an Wochenenden besteht weniger Interesse, dann wollen die Leute etwas anderes machen." Meist sind es Einzelpersonen, die einen Personaltrainer engagieren, ab und zu aber auch Paare und kleinere Gruppen und sogar Firmen, die ihren Mitarbeitern Gutes tun und krankheitsbedingte Fehltage verringern wollen. Die meisten Kunden lassen sich etwa ein halbes Jahr lang regelmäßig vom Personaltrainer fit machen. Dann haben sie bereits so gute Fortschritte erreicht, dass sie mit weniger angeleiteten Trainingsstunden zurechtkommen oder alleine weitermachen. Dabei mag es eine Rolle spielen, dass ein Personaltrainer teurer ist als ein Vertrag im Studio. (Weitere Informationen dazu im Text oben im Hintergrund-Text) mlbdpt.org/trainerdatenbank.html