Früher und etwas teurer: Neue Vorzeichen für den Stadtlauf Trier

Sport : Stadtlauf Trier – Früher und ein bisschen teurer

Der erste Startschuss beim 37. Trierer Stadtlauf am 28. Juni 2020 fällt schon um 8 Uhr. Doch nicht nur die Zeiten für die sechs Läufe ändern sich aus guten Gründen.

Wer an den letzten Stadtlauf in Trier denkt, dem kommt unweigerlich die Hitze ins Gedächtnis. Die hat von den Verantwortlichen viel Organisationsgeschick und Flexibilität gefordert, weil auf Anordnung des Leichtathletikverbandes mit Blick auf die Gesundheit der Teilnehmer aller sechs Läufe vor 10 Uhr auf der Strecke sein mussten, wurden kurzfristig die Startzeiten verlegt. Dass die Veranstaltung dennoch gut über die Bühne gegangen ist, war selbst für den Vorstand des Stadtlaufvereins überraschend.

„Wir haben viele positive, aber auch einige negative Rückmeldungen von den Teilnehmern bekommen“, sagt Nicolas Klein, der gemeinsam mit Andreas Rippinger an der Spitze des Vereins steht. Die Veranstaltung sei für die Organisatoren grenzwertig gewesen, gesteht er ein. „Die Läufer sehen nicht, wie groß der Aufwand ist, um die umfassenden Serviceleistungen anbieten zu können.“ Alleine für die Streckenposten müssten 125 Leute gefunden werden. Weitere 125 seien notwendig, um den Veranstaltungstag reibungslos bewältigen zu können.

„Unsere Helfer für die Organisation kommen zum großen Teil aus unserem Freundeskreis und machen das ehrenamtlich. Aber die Kosten für die notwendigen Firmen, Sanitätsdienst, die Steuern und viele weitere Dinge addieren sich auf etwa 110 000 Euro. Die müssen durch Sponsoren und Startgebühren aufgebracht werden.“

Weil die Sponsorensuche immer schwieriger wird und der finanzielle Druck für den Stadtlauf-Verein wächst, war der Hitzelauf 2019 ein entscheidender Anstoß dafür, einige Dinge neu zu ordnen. „Es fällt uns nicht leicht. Aber wir müssen das Startgeld um zwei Euro erhöhen“, macht Nicolas Klein ein Konsequenz klar. Für den Hauptlauf am 28. Juni 2020 werden 18 statt 16 Euro fällig. Der Start beim Halbmarathon wird 23 Euro kosten. Für den Jugendlauf wird die Anmeldegebühr um 50 Cent auf 8 Euro erhöht. Zudem soll die langfristige Vorverlegung der Startzeiten (siehe Info) kurzfristige Neuplanungen wie in diesem Jahr überflüssig machen. Nach dem hitzebedingten leichten Einbruch bei den Finisherzahlen soll das auch wieder für mehr erfolgreiche Teilnehmer sorgen. „4000 sind unser Ziel“, sagt Klein. „Das hängt aber auch vom Wetter und den Konkurrenzveranstaltungen ab.“

Eine weitere Änderung betrifft die Zeitmessung. „Wir verzichten künftig auf die Messung mit Champion­chip und setzen auf Startnummern mit integriertem Transponder.“ Das erspare viel Aufwand und reduziere auch den Bargeldverkehr deutlich, da es keine Leihchips mehr geben werde. „Für uns und unsere Helfer wird das einfacher, obwohl natürlich an jeder Startnummer der Haftstreifen mit dem Transponder individuell aufgeklebt werden muss.“

Auch der Umweltgedanke spielt bei den Überlegungen für die Zukunft des Trierer Stadtlaufs eine Rolle. So wird diskutiert, auf Plastikbecher zu verzichten. „Es gibt auch die Idee, den Druck von Flyern zu reduzieren und auf einen virtuellen Starterbeutel für die Läufer zu setzen“, verrät Vorsitzender Nicolas Klein. Die gewohnten Serviceleistungen sollen aber in jedem Fall beibehalten werden. Umkleiden, Duschen und Gepäckaufbewahrung gehören ebenso dazu wie die Finisher-Medaille für jeden erfolgreichen Teilnehmer und die kostenlose Massage danach. Für den vierköpfigen Vorstand – neben Nicolas Klein und Andreas Rippinger gehören Thorsten Zänger und Dietmar Bier dazu – und das ebenfalls ehrenamtliche Helferteam bleibt bis zum ersten Startschuss beim 37. Stadtlauf noch jede Menge Arbeit. „Bisher haben wir um 5 Uhr mit dem Aufbau begonnen. Jetzt müssen wir schon um 4 Uhr ran“, blickt Nicolas Klein voraus auf den 28. Juni 2020. Diskussionen um kurzfristig geänderte Startzeiten wird es an diesem Tag nicht geben.