1. Sport
  2. Laufen

Gesa Krause: Mit kühlem Kopf ins WM-Finale

Gesa Krause: Mit kühlem Kopf ins WM-Finale

Als Vorlaufsiegerin tritt Gesa Krause am Freitagabend (9. August, 22.25 Uhr) im Finale der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London über 3000 Meter Hindernis an. Die 25-Jährige vom Silvesterlauf Trier e.V. ist die größte deutsche Laufhoffnung, nachdem sie vor zwei Jahren in Peking WM-Bronze gewonnen hat.

"Ich bin froh, dass alles gut gegangen ist!" Ein bisschen fiel Gesa Krause nach dem WM-Vorlauf über 3000 Meter Hindernis am Mittwochabend ein Stein vom Herzen. Die 25-Jährige vom Verein Silvesterlauf Trier gewann den ersten und mit Abstand langsamsten der drei Qualifikationsrennen. Die Zeit: 9:39,86 Minuten - uninteressant. Was zählte war ein Platz unter den ersten drei und damit der sichere Platz im Finale am Freitag (11. August, 22.25 Uhr).

"Nachdem ich gesehen habe, wie langsam der erste Kilometer war (Anmerkung: 3:18,99 Minuten), wusste ich, dass ich in diesem Rennen unter die Top Drei kommen muss. Sonst kein Finale", erzählt Krause, dass sie früh erkannte, dass es eng werden würde. Aber ihr Selbstbewusstsein, dass mit dem doppelten Titelgewinn bei den deutschen Meisterschaften (außer über die Hindernisse auch über 5000 Meter in einer Spurtentscheidung gegen 1500-Meter-WM-Finalistin Hannah Klein), vor allem aber mit dem Gewinn des Diamond-League-Meetings in Rabat (Marokko) noch weiter gewachsen war, übertraf alle möglichen Zweifel. "Im gleichen Moment habe ich mir gesagt: Gewahre einen kühlen Kopf. Du kannst es am Ende rumreißen", erzählt Krause.

Genauso kam es: Die letzte Wassergrabenüberquerung, rund 150 Meter vor dem Ziel, bewältigte die Europameisterin wieder an der Innenkante der Bahn. Anders als noch eine Runde zuvor kam sie diesmal aber innen an der lange Zeit führenden Marokkanerin Fadwa Sidi Madane (die das Finale um acht Hundertstelsekunden verpasste) vorbei. Millimeterarbeit! Unwiderstehlich zog Krause an die Spitze und konnte auf den letzten 20 Metern kontrolliert mit Blick nach rechts sogar ein wenig ausrollen lassen. Nur die beiden Kenianerinnen, die Olympiazweite Hyvin Kiyeng Jepkemoi und Purity Cherotich Kirui, erreichten aus Krauses Vorlauf ebenfalls einen Finalplatz. Beide lagen weniger als eine Sekunde hinter der Deutschen.

Das mit dem kühlen Kopf bewahren war am Mittwochabend im Londoner Olympiastadion übrigens wortwörtlich zu nehmen. "Es war wirklich kalt. Dementsprechend fehlte das Laufgefühl", berichtet Krause, die es lieber warm mag. Statt dessen gab es kühle 14 Grad und typisch englischen Regen. Beim Finale am Freitag könnte es für Krause besser aussehen. Der Wetterbericht prognostiziert den Hindernisläuferinnen, dass sie nur im Wassergraben nass werden.

Ergebnisse
Video von der Schlussrunde auf Eurosport