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Gesa Krause wiederholt das DM-Doppel, Sophia Junk läuft 100-m-Bestzeit

Deutsche Meisterschaft : Gesa Krause wiederholt das DM-Doppel

Die Hindernislauf-Europameisterin vom Verein Silvesterlauf Trier kehrt in alter Stärke nach Braunschweig zurück. Chiara Bermes rennt dritte persönliche Bestzeit im dritten Rennen des Jahres. Sophia Junk so schnell wie noch nie über 100 Meter.

(teu) Das Trikot war nagelneu und kam nahezu in letzter Minute per Express-Sendung aus Trier. Aber auch im neuen Vereins-Outfit präsentierte sich Gesa Krause bei der DM in Braunschweig ganz wie die Alte: Souverän gewann die 28-Jährige am Samstagabend mit rund zehn Sekunden Vorsprung vor der fünf Jahre jüngeren Lea Meyer (Löningen/9:41,02 Minuten) das Rennen über 3000 Meter Hindernis. Titel Nummer sechs in dieser Disziplin. In 9:31,13 Minuten lief sie die viertbeste Zeit, die je bei einer Deutschen Meisterschaft erzielt wurde. Schneller als Krause war bisher nur Krause.

„Ich bin eine gute Zeit in einem Meisterschaftsrennen gelaufen und kann deswegen zufrieden sein“, sagte die Läuferin vom Verein Silvesterlauf Trier nach dem Rennen im ZDF-Interview. Das Rennen, bei dem auf der ersten Hälfte Lea Meyer die Führungsarbeit verrichtete, bevor Krause unwiderstehlich vorbei zog, habe ihr sehr viel Spaß gemacht. Besonders, nachdem sie vor zehn Monaten erstmals seit 2015 nicht den Titel gewann, sondern entkräftet und frustriert ausstieg. Die Titelverteidigerin Elena Burkard (LG Nordschwarzwald) hatte kurzfristig wegen Achillessehnenproblemen abgesagt. Das bedauerte Krause.

Zur weiteren Olympia-Vorbereitung geht es für Gesa Krause nach der DM wieder in die Höhe. Diesmal in die Schweiz nach Davos. Vor dem nächsten Trainings- setzte der Schützling von Wolfgang Heinig in Braunschweig aber einen Wettkampfreiz. 2017 gewann Krause als erste Läuferin überhaupt die DM-Titel über die Hindernisse und über 5000 Meter. Und dieses Kunststück wiederholte sie in Braunschweig. In 15:26,80 Minuten ließ die zunächst ums Tempo bemühte 22-jährige Miriam Dattke (Regensburg/15:39,40) klar hinter sich. „Ich musste ein ganzes Stück schneller laufen, als vor vier Jahren“, sagte Krause anschließend im ARD-Interview. Dieser Doppelerfolg sei ihr sehr wichtig auf dem Weg nach Tokio und zur ersehnten Olympia-Medaille. Und sie habe es genossen endlich wieder vor Publikum zu laufen: „Vor deutscher Kulisse und dann gleich zweimal zu laufen, war eine tolle Chance“, so Krause, die auf ihrer Schlussrunde die weit im Stadion verteilten 2000 Zuschauer von ihre Plätze riss.

Der Doppelstart war aber auch ein Härtetest. Die ersten vier Kilometer liefen Dattke und Krause in 12:29,27 Minuten. Das bedeutet: Krause lief die letzten 1000 Meter unter drei Minuten. Die letzte 400-Meter-Runde war in 1:10,28 Minuten die schnellste des gesamten Rennens.

Chiara Bermes war fast eine Minute langsamer als Krause und steht natürlich etwas im Schatten der WM-Dritten. Die 27-Jährige vom Lauftreff Schweich machte bei der DM aber auch als Elftplatzierte ihr Meisterding. Sie steigerte ihre persönliche Bestzeit aus dem Mai noch einmal um mehr als zehn Sekunden auf 16:23,90 Minuten und steht hinter Krause (Bezirksrekord 15:24,53) und Michaela Schedler (PST Trier/16:21,04) an dritter Stelle der ewigen Bezirksbestenliste. Bermes ist damit die schnellste Läuferin, die ihr gesamtes Athletenleben für Vereine der Region Trier gelaufen ist. „Ich habe gesehen, dass Gesa vorne ist, aber keine Zwischenzeiten mehr gehört. Da habe ich mir nur gesagt: Renn, renn!“, erzählt die DM-Debütantin.

Aus der Region, aus Konz, stammt auch Sophia Junk. Die 22-Jährige, die seit 2015 für die LG Rhein-Wied startet (zuvor TG Konz), hatte samstags über 100 Meter den Überraschungseffekt auf ihrer Seite. Erstmals bei der DM belegte sie einen ersten Platz. Allerdings nur im Vorlauf über 100 Meter. Das Strahlen in ihrem Gesicht blieb aber nicht zuletzt dank der neuen Bestzeit von 11,34 Sekunden auch nach dem sechsten Platz im Finale (in 11,36 Sekunden) auf Junks Gesicht.

Nicht mehr so entspannt sah die drittschnellste deutsche 200-Meter-Läuferrin sonntags auf der halben Stadionrunde aus. Wie über die halbe Distanz neben Doppelmeisterin Alexandra Burkhardt (Burghausen/11,14 Sekunden über 100 Meter und 23,15 Sekunden über 200 Meter) laufend, lag Junk ausgangs der Kurve noch in Medaillennähe. Aber dann zogen außer Burkhardt auch Lisa Marie Kwayie (Berlin/23,21) und Rebekka Haase (Wetzlar/23,24) vorbei. Junk (23,47) konnte sich noch knapp vor Talea Prepens (Cloppenburg/23,48) als Vierte ins Ziel werfen.