Gesa positioniert sich im Streckenwirrwarr

Deutsche Hallenmeisterschaften : Gesa positioniert sich im Streckenwirrwarr

Zweimal hintereinander war Gesa Krause deutsche Hallenvizemeisterin über 3000 Meter. Bei den Titelkämpfen am Wochenende in Leipzig stehen die 1500 Meter im Fokus.

Selten zuvor haben die Mittel- und Langstrecken der Frauen bei den deutschen Hallenmeisterschaften so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, wie es am Samstag und Sonntag (16./17. Februar) sein wird. Sowohl über 1500 Meter als auch über 3000 Meter haben DLV-Läuferinnen bereits zweimal die Hallen-EM-Norm (4:12,00 Minuten beziehungsweise 9:03,00 Minuten) erfüllt. Und alle deutschen Topläuferinnen sind für beide Strecken gemeldet. Mittendrin: Die frischgebackene nationale Meilenrekordlerin Konstanze Klosterhalfen (Leverkusen) und Hindernislauf-Europameisterin Gesa Krause vom Verein Silvesterlauf Trier.

Das Kuriose: Die beiden erfolgreichsten Läuferinnen der vergangenen Jahre haben auf den EM-Strecken noch keine Norm vorzuweisen. Allerdings sollte Klosterhalfens Zulassung zur den kontinentalen Titelkämpfen vom 1. bis 3. März im schottischen Glasgow reine Formsache sein. Bei ihrer im Meilenrekordrennen von New York gemessenen 1500-Meter-Durchgangszeit von 4:02,70 Minuten wird noch die Anerkennung als deutscher Rekord (seit 1985 gehalten von der Kölnerin Brigitte Kraus mit 4:03,64 Minuten) geprüft.

Krause hingegen macht keinen Hehl daraus, dass sie diese Hallensaison gerne schon schneller gelaufen wäre als 4:14,60 Minuten und 9:03,19 Minuten: „Ich hatte mir das anders vorgestellt.“ Am vergangenen Wochenende sagte sie ein geplantes Rennen in Madrid ab. Beim (gescheiterten) 1000-Meter-Weltrekordversuch von Olympiasiegerin Genzebe Dibaba aus Äthiopien im französischen Liévin stieg Krause nach 700 Metern aus. Immerhin sei das eine gute Belastung mit Blick auf die Hallen-DM gewesen. „Ich war nicht krank, ich habe gut trainiert“, gibt sich Krause optimistisch.

Zusammen mit der 10 000-Meter-EM-Vierten Alina Reh (Ulm), die über 3000 Meter starten will, gab Krause als einzige der Topläuferinnen ihre Prioritäten für die deutschen Meisterschaften bekannt. „Ich bin auf jeden Fall über 1500 Meter am Start“, sagt die 26-Jährige. Dass sie nach dem Mittelstrecken-Vorlauf am Samstagmittag (13.15 Uhr, Finale Sonntag 15.00 Uhr, Livestream auf www.leichtathletik.de) auch zum Höhepunkt des ersten DM-Tages, dem 3000-Meter-Finale antritt, hält sie für möglich, lässt es aber offen: „Man kann so etwas auf jeden Fall machen. Ich habe es ja auch schon gemacht.“

Dass der Deutsche Leichtathletik-Verband die Langstrecke extra ans Ende des Programms gesetzt hat, deutet darauf hin, dass mit einem Doppelstart von Klosterhalfen gerechnet wird. Die 21-Jährige ist außer über die beiden längsten Strecken auch über 800 Meter gemeldet. In einer komfortablen Position ist Hanna Klein (SG Schorndorf). Die aus Edenkoben in der Pfalz stammende Läuferin hat über 1500 Meter und 3000 Meter die EM-Norm in der Tasche. Zu beachten ist auch die Berlinerin Caterina Granz, die 2018 3000-Meter-Dritte hinter Krause war und sich in dieser Saison über 1500 Meter auf die Hallen-EM-Norm verbessert hat.

„Wer welche Strecke läuft, darum mache ich mir jetzt keine Gedanken“, beteiligt sich Gesa Krause nicht an Spekulationen über die Prioritätensetzung ihrer Konkurrentinnen. „Ich möchte einfach zwei gute Rennen machen.“ Wenn dabei noch die EM-Norm herausspringen würde, wäre ihr das natürlich recht. Nach Glasgow möchte Krause aber nur fahren, wenn sie sich international konkurrenzfähig fühlt. Sie betont: Ihr Hauptaugenmerk liegt auf der Freiluftsaison mit der erst im Herbst angesetzten Weltmeisterschaft in Doha.

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