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Gold, Silber, Bronze: Elenor Servatius macht ihr Meisterstück

Leichtathletik : Gold, Silber, Bronze und Beinahe-Rekorde: Elenor Servatius macht ihr Meisterstück

Acht Medaillen gewannen die Leichtathleten aus der Region Trier bei den Süddeutschen Meisterschaften der U-23- und U-16-Junioren in Frankfurt.

Elenor Servatius war nicht nur die erfolgreichste Teilnehmerin der Region Trier an den Süddeutschen Meisterschaften der U-16- und U-23-Junioren, mit je einmal Gold, Silber und Bronze räumte die 15-Jährige am vergangenen Wochenende so viele Medaillen ab, wie sonst kaum ein Teilnehmer der zweithöchsten Titelkämpfe auf nationaler Ebene. Nur der Deidesheimer Linus Valnion (M-14-Sieger 100 Meter, 80 Meter Hürden, Vizemeister Weitsprung) oder Dreifach-Siegerin Antonia Heberle aus Baden-Württemberg (Siegerin W 14 im Kugelstoßen, Diskus- und Speerwurf) waren noch ein wenig erfolgreicher als die Nachwuchsleichtathletin vom Athletic-Team Wittlich.

Servatius' Meisterstück: der Titel über 300 Meter. Auf 40,64 Sekunden steigerte sie sich am Sonntagnachmittag und ließ die zweitplatzierte Lokalmatadorin Finja Ponndorf (Eintracht Frankfurt/41,61) fast eine Sekunde hinter sich. Lediglich 27 Hundertstelsekunden blieb Servatius über den seit 34 Jahre bestehenden Rheinlandrekord von Hilke Bakker (LG Engers-Niederbieber/40,37). „Bleib ruhig! Du musste einfach laufen“, habe er seinem Schützling vor dem Start gesagt, erzählt Jörg Klein. Auch wenn Servatius an erster Stelle der Meldeliste stand, „in dieser Altersklasse kann man nichts erwarten“, sagt der Trainer. Gerade auf den selten gelaufenen 300 Metern könne es immer wieder zu einer Überraschung kommen.

Die gab es über 80 Meter Hürden. Schon im Vorlauf blieb Servatius mit 11,90 Sekunden als erste Läuferin des Leichtathletikbezirks Trier überhaupt elektronisch gestoppt unter zwölf Sekunden. Das hatte sich Klein erhofft. Das Finale war quasi nur noch Zugabe. Und was für eine! Nach 11,66 Sekunden musste sich Servatius nur Louisa Grauel (TV Gelnhausen/11,45) geschlagen geben. Das ist natürlich Bezirksrekord in der einst olympischen Disziplin (1932-68) und nur 0,03 Sekunden über dem W-15-Rheinlandrekord von Rebecca Schneider (TuS Kirn/11,63).

Klein ist begeistert: „Elenor hat mittlerweile sehr viel Gefühl für den Hürdenlauf entwickelt. Das zeichnet sie aus. Sie macht es mir einfach, weil sie Sachen annimmt und gut umsetze kann.“ Vielleicht ein psychologischer Vorteil: Die alten, schweren Hürden beim Training im Wittlicher Sportzentrum. Er habe schon öfters gehört, dass dann die Hürden bei Meisterschaften niedriger erscheinen (obwohl sie es natürlich nicht sind).

Fast schon nebenbei sicherte sich Servatius über 100 Meter mit persönlicher Bestzeit von 12,51 Sekunden süddeutsches W-15-Bronze. Mit der gleichen Medaillenfarbe kam auch Hannah Schwind nach Hause. Die Hochspringerin vom Post-Sportverein Trier (PST) hatte einen schwierigen Wettkampf mit insgesamt sechs Fehlversuchen bei den letzten drei Höhen. Am Ende blieb sie mit 1,62 Metern aber nur drei Zentimeter unter ihrer persönlichen Bestleistung und musste sich nur Daria Dunke (Winnenden) und Florentine Toppe (Wilfratshausen), die beide 1,65 Meter übersprangen, den Vortritt auf die höheren Podeststufen lassen. Über den süddeutschen Meistertitel durfte sich dagegen die für die LG Idar-Oberstein startende Wittlicherin Mara Sophie Schmitz freuen. Die Gymnasiastin steigerte sich auf 46,04 Sekunden und steht damit auch deutschlandweit zurzeit an vierter Stelle des Jahrgangs 2007.

Pech hatte über 5000 Meter der U-23-Juniorinnen Anne Meier. Zwar durfte sich die PST-Läuferin über die Vizemeisterschaft freuen, aber die Zeitmessung war ausgefallen, so dass ihre Zeit von etwa 18:56 Minuten nur für sie selbst ein Maßstab sind. Elektronisch gestoppt dürfte sich die für den 1. FC Kaiserslautern startende Konzerin Anna Meyer über 2:17,48 Minuten und 800-Meter-Bronze freuen. Mehr Freude über ihre erste Zeit unter 2:20 Minuten über zwei Stadionrunden als über die lediglich um 0,18 Sekunden verpasste W-15-Medaille gab es bei Anna Michels (LG Vulkaneifel/2:19,77). Die achte Medaille einer Leichtathletin aus der Region gewann mit U-23-Bronze die bis vergangenes Jahr für die LG Bernkastel-Wittlich startende Hanna Kaiser (jetzt TuS Kirn) mit 47,50 Metern im Diskuswurf.

Ergebnisse:

Juniorinnen U 23, 800 m: 3. Anna Meyer (Konz/1. FC Kaiserslautern) 2:17,48 Minuten. 5000 m: 2. Anne Meier (PST) Zeitmessung ausgefallen, inoffiziell 18:56 Minuten. Drei: 10. Jule Schulten (PST) 10,89 m. Diskus (1 kg): 3. Hanna Kaiser (Bullay/TuS Kirn) 47,50 m.

W 15, 100 m: 3. Elenor Servatius (Athletic-Team Wittlich) 12,51 Sekunden. Nach Vorlauf verzichtet: Hannah Schwind (PST) 13,03. 300 m: 1. Servatius 40,64 Sekunden. 800 m: 4. Anna Michels (LG Vulkaneifel) 2:19,77 Minuten. 2000 m: 15. Klara Merrem (Athletic-Team Wittlich) 8:16,44 Minuten. 80 m Hürden: 2. Servatius 11,66 Sekunden. 300 m Hürden: 1. Mara Sophie Schmitz (Wittlich/LG Idar-Oberstein) 46,04 Sekunden. Hoch: 3. Hannah Schwind (PST) 1,62 m.

W 14, 100 m: 8. Lotta Götz (Prüm/LG Rhein-Wied) 13,24 Sekunden. Vorlauf: Götz 13,14, Sophie Grundhöfer (TG Konz) 13,38 Sekunden. 800 m: 17. Marlene Moll (PST) 2:31,81 Minuten. 80 m Hürden B-Finale: 4. Götz 12,73 Sekunden.

U 16, 4 x 100 m: 5. LG Rhein-Wied mit Götz 51,46 Sekunden.

Junioren U 23, 100 m: 6. Florian Raadts (Wittlich/LG Rhein-Wied) 11,04 Sekunden. 800 m: 7. Jan Rinnenburger (PST) 2:08,05 Minuten. Diskus (2 kg): 4. Sven Anton (LG Bernkastel-Wittlich) 39,33 m.

M 14, 800 m: 9. Theo Knopp (PST) 2:16,38 Minuten.

Abkürzung: PST = Post-Sportverein Trier

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