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Gute Karten für Gesa Krauses EM-Wunschstrecke in Torun

Leichtathletik : Gute Karten für EM-Wunschstrecke

Mit dem Hallen-DM-Titel über 1500 Meter steigen Gesa Krauses Chancen Deutschland auch über diese Strecke bei der Hallen-Europameisterschaft zu vertreten, obwohl sie auch über 3000 Meter die Norm verfüllt hat.

(teu) Es wird viele verwundern: Gesa Felicitas Krause, deutsche Rekordlerin über 3000 Meter Hindernis, zweimalige Europameisterin und WM-Dritte in dieser Disziplin, mag die nur halb so langen 1500 Meter in der Halle lieber als ihre Hauptdistanz, die es im Winter nur ohne Hürden gibt. „Auf der 1500-Meter-Distanz fühle ich mich im Moment sehr viel wohler“, sagt die 28-Jährige vom Verein Silvesterlauf Trier. Am Sonntagnachmittag hatte sie als erste Leichtathletin überhaupt für den Bezirk Trier einen Hallen-DM-Titel (in der Aktivenklasse) über eben 1500 Meter gewonnen.

15 Runden zu je 200 Meter unterm Dach gehorchen anderen Gesetzen, als diese Mittelstrecke. Das hat Krause zuletzt am Mittwoch vergangener Woche im polnischen Toruń erlebt, als sie zwar ein zweites Mal in diesem Jahr unter der 3000-Meter-EM-Norm blieb, aber eine halbe Minute hinter Siegerin Lemlem Hailu aus Äthiopien ins Ziel kam. Auf der längsten Hallendistanz gibt es eher die reine Tempohatz, als auf der 1500-Meter-Mittelstrecke. Über siebeneinhalb Hallenrunden ist die Chance größer, dass Krause ihre Stärken ausspielen kann.

Welche das sind, dass hat sie beim Gewinn des Hallen-DM-Titels wieder eindrucksvoll bewiesen. „Ich habe ein gutes Renngefühl“, sagt Krause über Krause. Und sie ist eine Meisterschaftsläuferin. Man muss natürlich schnell laufen können, um zu gewinnen, aber Zeiten allein machen nicht den Reiz für sie aus. „Es geht um Titel.“ Der über 1500 Meter war ihr zweiter in der Halle, aber ihr erster auf dieser Strecke. 2015 wurde sie Deutsche Meisterin über 3000 Meter und zeigte anschließend als 1500-Meter-Fünfte der Hallen-Europameisterschaften in Prag, dass sie auch international mit den Mittelstrecken-Spezialistinnen mithalten kann.

„Ich komme ja eigentlich von den 800 Metern und mochte die 1500 Meter schon immer sehr gerne“, gibt Krause einen Einblick in ihre Entwicklung. „Vor der Hallensaison habe ich zu Wolfgang (Anmerkung: Trainer Wolfgang Heinig) gesagt: Ich will zur Hallen-EM über 1500 Meter“, erzählt die Hindernislauf-Europameisterin. Die 3000 Meter wären die Notlösung, die zweite Wahl.

Am Donnerstag (25.2.) soll das deutsche Europameisterschaftsaufgebot bekannt gegeben werden. Sowohl über 1500 Meter als auch über 3000 Meter haben fünf Läuferinnen die Norm erfüllt. Die aus Edenkoben in der Pfalz stammende Hanna Klein (Tübingen) schnappte bei der Hallen-DM als 3000-Meter-Titelträgerin in 8:54,37 Minuten Krause knapp die deutsche Jahresbestzeit (bisher 8:55,25) weg. Vier weitere Läuferinnen blieben unter der Hallen-EM-Norm (9:03,00). Darunter Triathletin Laura Lindemann (Potsdam) als Vizemeisterin in 8:57,82 Minuten. Außer Krause und der 1500-Meter-Jahresbesten Klein (4:06,86) hat die ehemaligen Trierer Silvesterlaufsiegerin Elena Burkard (LG Nordschwarzwald/Dritte 3000 Meter in 8:59,02) auf beiden Distanzen die Qualifikationsanforderungen erfüllt. Die Verantwortlichen des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) haben die Qual der Wahl. In den Nominierungsrichtlinien steht, dass die Deutsche Hallenmeisterin „vorrangig“ nominiert wird. Krauses Chancen für ihre Wunschstrecke stehen also gut.

Zuvor steht für sie aber ein weiterer Start im Rahmen der World Athletics Indoor Tour auf dem Programm. Am Mittwoch (24.2.) will Krause in Madrid wieder 1500 Meter laufen. „Ich hoffe, dass ich da ein schnelles Rennen erwische und mitschwimmen kann“, erklärt sie, dass es ihr dann auch primär um die Zeit gehen wird.