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Gute (Lauf-)Tat vor Ferienbeginn

Gute (Lauf-)Tat vor Ferienbeginn

So groß, wie noch nie war der Lauf für Ruanda über 60 Kilometer von Trier nach Bernkastel-Kues am Tag vor dem Beginn der Osterferien. Mehr als 100 Kinder, dazu Eltern und Freizeitläufer unterstützten die Spendensammlung zugunsten des Ruanda-Komitees Trier.

Als die Polizei die Hauptstraße in Kues sperrt, gibt es kein Halten mehr. Die Kinder und Jugendlichen sprinten, als ginge es um den Olympiasieg. Die letzten Meter der rund 60 Kilometer des Ruandalaufs vergehen so quasi wie im Flug. Die Euphorie ist groß, als Eltern und Lehrer die Schüler vor der Sparkassen empfangen. Zur Belohnung gibt es Kuchen und kühle Getränke.

Kühl war es auch am Mittwochmorgen, als ADD-Präsidentin Dagmar Barzen das Staffelholz an eine Schülerin übergibt. Diese Geste diente symbolisch als Startschuss für den sechsten Moseletappenlauf für Ruanda. In den folgenden sechs Stunden liefen Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern, Lehrer und Freizeitläufer abwechselnd für ihre Altersgenossen im rheinland-pfälzischen Partnerland. Im Vorfeld haben sie sich Sponsoren gesucht, die pro Kilometer oder pauschal einen bestimmten Betrag spenden. Knapp 20 000 Euro seien so seit 2009 zusammen gekommen, rechnet Initiator Andreas Huhn vor. Die diesjährige Spendensumme wird erst nach Ostern feststehen, denn die Auswertung ist zeitwendig.

Eins verspricht Helmut Scherf vom Ruanda-Komitee Trier, als Birgit Loosen von der Sparkasse Mittelmosel einen Scheck über 1000 Euro sozusagen als Sahnehäubchen übergibt: dass die Spenden zu hundert Prozent, ohne irgendwelche Abzüge, nach Afrika fließen. Unterstützt wird in diesem Jahr der Bau einer Berufsschule in Ruanda.

Als drei Bernkastel-Kueser Schulen vor fünf Jahren mit dem Lauf begannen, nahmen nur gut zwei Dutzend Kinder und Jugendliche teil. Bei der sechsten Auflage lag die Zahl mehr als fünfmal so hoch. Schüler der Realschulen plus aus Bernkastel-Kues und Neumagen-Drohn, der BBS EHS Trier, der Grundschulen Longuich, Leiwen, Mülheim, Kröv und Zeltingen-Rachtig, der Wittlicher Liesertal- sowie die Bernkastel-Kueser Burg-Landshut- und Rosenberg-Schule sind dabei. "Es war sehr harmonisch", sagt Andreas Huhn zufrieden. Auf den letzten beiden der insgesamt 15 Etappen sei es eng geworden. Aber die Disziplin der Kinder und Jugendlichen war vorbildlich, lobt der in Gusterath wohnende und in Bernkastel-Kues unterrichtende Lehrer. Der nächste Ruandalauf sei schon in Planung. "Die 7500 Kilometer, die Ruanda von Rheinland-Pfalz entfernt ist, haben wir noch nicht ganz geschafft", erklärt Andreas Huhn. Aber 2015 falle diese Marke garantiert.