Himmel und Matsch ganz nah

Himmel und Matsch ganz nah

Eine weitere Großveranstaltung kommt an den Nürburgring. Rund 10 000 Läufer werden am 17. April 2011 beim sogenannten "Fisherman's Friend Strongman-Run" erwartet. Schon jetzt haben sich zahlreiche Teilnehmer für das Hindernisrennen angemeldet.

Marcus Karl ist gespannt. Immer wieder schaut er ins Internet, doch er wird noch nicht fündig. Zu seinem Leidwesen. Zu gerne würde der 41-Jährige wissen, was ihn im April 2011 erwartet. Am Nürburgring. Beim fünften sogenannten "Fisherman's Friend Strongman-Run" (siehe Extra).Wie ist der Streckenverlauf? Welche Hindernisse gibt es? Zwei Fragen, die darüber entscheiden, wie anspruchsvoll der Wettkampf werden wird.

Ein Wettkampf, der Jahr für Jahr mehr Abenteuerlustige anzieht. Ehrgeizige Läufer, aber auch Spaßvögel, die zum Beispiel eine Wette verloren haben und verkleidet an den Start gehen. Bei der Premiere der Veranstaltung 2007 in Münster machten 1599 Teilnehmer mit. Im vergangenen Jahr auf dem Flughafengelände im nordrhein-westfälischen Weeze waren es schon 6955.

Die Popularität hat ihren Preis: "Beim Rennen 2010 waren so viele Läufer auf der Strecke, dass man teilweise in einem Pulk aufgehalten wurde", erinnert sich Karl, der in den vergangenen drei Jahren immer am Start war. Staus als Spaßbremse — dieses Problem soll verringert werden. Nach drei Jahren auf dem letztlich zu klein gewordenen Areal des ehemaligen Militärflughafens Weeze zieht der Strongman-Run um — erstmals auf den Nürburgring. "Dort haben wir größere Kapazitäten. Maximal 12 000 Läufer können jetzt mitmachen", erläutert Karla Stanek von der PR-Agentur "megacult".

Karl denkt, dass die Bedingungen besser werden. Auch deshalb steigt seine Vorfreude. "Diese Veranstaltung ist etwas ganz Besonderes. Crossläufe gibt es ja viele, dieser Lauf aber setzt neue Akzente. Er erinnert so ein bisschen an das Tough Guy Race." Dieses jährlich in der Nähe der englischen Stadt Wolverhampton ausgetragene Rennen ist berühmt-berüchtigt für seine 21 Hindernisse. Dort müssen die Teilnehmer zum Beispiel unter 50 Zentimeter tief befestigtem Stacheldraht durch den Matsch robben, in eiskalten Tümpeln tauchen oder sich aus drei Metern Höhe abseilen.

Schwimmen durch sieben Grad kaltes Wasser



So extrem sind die Hindernisse in Deutschland nicht, kraftraubend geht es dennoch zu. Eine insgesamt 18 Kilometer lange Strecke, kopiertes Gelände und 14 Hindernisse pro Neun-Kilometer-Runde — das wartet voraussichtlich auf die Starter am Nürburgring.

In Weeze bildeten zu bezwingende Bunker-Dächer die Haupthindernisse. Daneben musste unter anderem ein Reifen-Feld durchquert und ein "Spinnennetz" erklommen werden. Eine andere Herausforderung: Wasser, kaltes Wasser. Karl: "In Weeze gab es eine aufgefüllte Kiesgrube, die auf einer Länge von 30 bis 40 Metern durchschwommen werden musste. Das Wasser hatte vielleicht sechs oder sieben Grad."

Ein gesondertes Trainingsprogramm legt der Athlet aus Igel (Kreis Trier-Saarburg) aber nicht ein: Ich absolviere im Vorfeld vielleicht den ein oder anderen längeren Lauf mehr. Aber das war's. Spezielles Krafttraining mache ich nicht."

Pro Jahr bestreitet der für die LG Langsur startende Straßenläufer 15 bis 20 Wettkämpfe. Die Distanzen: zehn Kilometer bis Marathon. Seine Einschätzung: Mit einer guten Ausdauer habe man keine Schwierigkeiten, den Strongman-Parcours zu bewältigen. Zu gemütlich darf man es aber auch nicht angehen lassen. Es gibt ein Zeitlimit von 3:30 Stunden. Wer länger braucht, rutscht aus der Ergebnisliste.

Im vergangenen Jahr benötigte der Sieger bei den Männern 1:42,26 Stunden bis ins Ziel. "Daneben gab es viele, die sich richtig gequält und bis zu fünfeinhalb Stunden gebraucht haben", sagt Karl, bei dem die Uhr nach 2:12,46 Stunden stoppte (Platz 180). Sein Ziel für 2011: Gut durchkommen — ohne Verletzung auf dem teilweise sehr rutschigen Geläuf: "Ich kann nicht sagen, dass ich meine Zeit aus dem 2010er-Rennen unterbieten will. Denn die Strecke ist immer anders." Wie genau, zeigt sich bald. Sehr bald, hofft Karl.

Extra

Anmeldung: Über die Internetseite www.fishermansfriend.de/strongmanrun können sich Interessierte für das Hindernisrennen am Sonntag, 17. April (Start: 12 Uhr) anmelden. Mitmachen können Frauen und Männer ab 18 Jahren. Einen Anmeldeschluss gibt es nicht, es gilt das Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Die Mitgliedschaft in einem Leichtathletikverein ist nicht erforderlich. Es dürfen keine ärztlichen Bedenken gegen die Teilnahme vorliegen. Das Startgeld beträgt 75 Euro. (bl)