20. Auflage kommt auch dem Kinderhopiz zugute Der lange Weg zum Hospizlauf-Neustart 2023

Trier/Koblenz · Vom 7. bis 9. Juli wird beim Hospizlauf wieder die Strecke von Koblenz nach Trier bewältigt. Beim Jubiläumslauf kann jeder in einer Distanz nach Wahl teilnehmen. Die Laufshirts können bis zum 28. Mai bestellt werden. Und es gibt weitere Neuerungen.

 Spektakuläre Ankunft nach 200 Kilometern auf der Ostallee in Trier. So soll es auch beim 20. Hospizlauf sein.

Spektakuläre Ankunft nach 200 Kilometern auf der Ostallee in Trier. So soll es auch beim 20. Hospizlauf sein.

Foto: Holger Teusch

Für lange Ausdauerleistungen braucht man gute Verpflegung. Das gilt auch für den Hospizlauf, obwohl sich die Teilnehmer die knapp 200 Kilometer lange Strecke an der Mosel entlang von Koblenz nach Trier beliebig einteilen können. Am 7. und 8. Juli geht es zum 20. Mal auf die Strecke. Ordentlich die Energiereserven aufzufüllen, gehört dabei einfach dazu. „Irgendwann habe ich gesagt, der Hospizlauf ist ja schon fast ein Schlemmerlauf. Es fehle nur noch, dass auch gegrillt wird“, erzählt Ralf Haas vom Organisationsteam von einer mehr zum Spaß gemachten Bemerkung vor einigen Jahren. Die Konsequenz: Seitdem wird am frühen Abend des ersten Lauftages auf einem Parkplatz nahe Ellenz-Poltersdorf gegrillt.

Mittlerweile ist dieses Grillen Kult. Genauso wie der Hospizlauf an sich. Bis zu 1000 Teilnehmer zählten die Organisatoren, die vor allem aus Trier, Konz und dem Hochwald kommen, vor der Corona-Pandemie. Rund 300.000 Euro an Spenden kamen in den vergangenen zehn Jahren zugunsten des Trierer und des Koblenzer Hospizhauses zusammen, erzählt Haas. In diesem Jahr sollen die Spenden außerdem dem Nestwärme-Kinderhospiz zugutekommen. Perspektivisch ist auch eine Unterstützung für das entstehende Hospiz in Wittlich vorgesehen.

Das ist der Antrieb der Macher: Den Hospizgedanken fördern, unterstützen und bekannt machen. Den letzten Lebensweg, den jeder Mensch gehen muss, zu enttabuisieren. Und nun wird auch auf die Notwendigkeit eines Kinderhospizes hingewiesen, dass weniger letzte Lebensstation, sondern mehr Raststätte für lebensverkürzend erkrankte Kinder und deren Familie sein soll.

Die Hospizlauf-Teilnehmer tun aber nicht nur etwas Gutes, wenn sie das Hospizlauf-Shirt, das bis zum 28. Mai bestellt werden kann (www.chiplauf.de) überstreifen. Es mache einfach Spaß, ein Teil der Bewegung zu sein, ob nun für viele Dutzend Kilometer oder nur für ein kurzes Stück.

„Der Hospizlauf ist immer ein tolles Event für die Gruppe“, bestätigt Inge Umbach. Schon mehrfach hat die Lauftrainerin vom Verein Vulkanläufer aus Ellscheid Gruppen zusammengestellt, die 24 Stunden lang die komplette Distanz besetzten. „Wir sind nicht nur gelaufen, auf manchen Etappen auch mal Rad gefahren“, erzählt Umbach. Einen Tag und eine Nacht gemeinsam auf das Ziel hinzuarbeiten, habe die Gruppe zusammengeschweißt.

Deshalb planen die Vulkanläufer auch diesmal wieder eine Teilnahme, werden aber auch das Zusatzangebot annehmen, virtuell den Hospizlauf zu unterstützen. „Sechs Minuten pro Kilometer muss man erst einmal laufen können“, weiß Umbach. Sie betreut auch Läufer, die keine zehn Kilometer in einer Stunde schaffen. Für die war der Takt beim Hospizlauf zu hoch, der eingehalten werden muss, damit der Tross pünktlich um 12 Uhr des zweiten Juli-Samstags am Trierer Hospizlauf ankommt.

Deshalb ist in Anlehnung an die virtuellen Läufe der Corona-Zeit am langen Hospizlauf-Wochenende, das zufällig wie die rheinland-pfälzischen Bewegungstage auf die Zeit vom 7. bis 9. Juli fällt, auch eine Hospizlauf-Aktion in der Eifel geplant. Dass so auch langsamere Jogger und Walker eingebunden werden können, freut Ralf Haas. In der Vergangenheit habe es hierzu immer viele Anfragen gegeben, die man bis 2019 nie zufriedenstellend beantworten konnte.

Der Weg zum ersten Hospizlauf in Präsenz seit 2019 (drei Jahre lang gab es ihn wegen Corona nur als virtuelle Veranstaltung) ist lang – und schreibintensiv. Es gilt, zahlreiche Genehmigungen der Städte Koblenz und Trier und aus vier Landkreisen anzufordern. Ingrid Zender vom Organisationsteam schreibt außerdem Bürgermeister der an der Strecke liegenden Gemeinden an.

Nachdem einige verdiente Mitglieder des Organisationsteams in den vergangenen Jahren ausgeschieden sind, ist Ralf Haas froh, dass die Besetzung aller Posten am zweiten Juli-Wochenende mittlerweile klar ist. „Wir haben ein paar Neue. Die fahren diesmal erst einmal mit und schnuppern rein“, erzählt er und betont, wie wichtig es ist, junge Menschen zu begeistern. Denn viele aus dem Organisationsteam sind bereits seit zwei Jahrzehnten dabei.

Sie können von zahlreichen Erlebnissen berichten: Von Wildschweinen, die man in einem der Anfangsjahre nachts auf dem Radweg gegenüber von Kröv antraf. Dem Lauf in einen lauen Sommerabend. Die Sonnenaufgänge und dem jedes Mal emotionalen Empfang am Trierer Hospizhaus, wenn die Ostallee für wenige Minuten den Benefizläufer gehört.

Es gab schon begeisterte Teilnehmer, die so im Rausch gelaufen sind, dass sie vergessen haben, an den Rückweg zu denken. Ralf Haas betont deshalb, dass der Hospizlauf nur mit der Eigenverantwortlichkeit der Teilnehmer gelingen kann: „Der Hospizlauf ist ein Benefizlauf! Es gibt keine Rundum-Versorgung!“

Ähnliches gilt für die T-Shirts: Bis zum 28. Mai muss bestellen, wer pünktlich zum Hospizlauf eines haben will.

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