Keine Geschenke bei Weltmeisterschaft im Südsee-Paradies

Keine Geschenke bei Weltmeisterschaft im Südsee-Paradies

Bei Schlamm und Matsch denken Ausdauersportler hierzulande wohl eher an im europäischen Herbst startende Cross-Saison, die in der Regon Trier am Samstag (29. Oktober) mit dem Rennen in Gladbach (Kreis Bernkastel-Wittlich) beginnt. Tim Dülfer von Tri Post Trier hat die Erfahrung gemacht, dass man sich auch im Südsee-Paradies der Hawaii-Inseln ordentlich dreckig machen und quälen kann. Der 22-Jährige belegte bei der Xterra-Weltmeisterschaft auf Maui den zehnten Platz bei den 20- bis 24-Jährigen.

Der Schlamm klebte überall! An Beinen und Armen, im Gesicht und an Tim Dülfers Triathlon-Einteiler. Der Matsch hing zwischen den Zahnrädern der Kettenschaltung seines Mountainbikes und fraß sich ins Profil der Stollenreifen. "Der ging auch nicht mehr raus. Das bedeutete, dass man eigentlich ohne Profil fuhr", erzählt Tim Dülfer. "Der Schlamm war meist spiegelglatt, aber nicht tief. Aber stellenweise hätte es auch zum Versinken gereicht."

Die Xterra-Weltmeisterschaft auf Maui, der zweitgrößten Insel des Hawaii-Archipels, war für den Trierer Studenten am vergangenen Wochenende das bisher größte Erlebnis in seiner Ausdauersportkarriere - sowohl was die extremen Bedingungen, als auch was die Konkurrenz betraf. Am Start stand er unter anderem zusammen mit Ironman-Vizeweltmeister Sebastian Kienle (Mühlacker). Der 32-Jährige, der vor zwei Jahren den großen Bruder der Xterra-WM auf der Nachbarinsel Big Island gewonnen hatte, musste sich bei der Triathlon-Geländevariante diesmal 18 Minuten hinter Weltmeister Mauricio Mendez aus Mexiko (2:49:38 Stunden) mit dem 16. Platz zufriedengeben.

Tim Dülfer (3:44:23 Stunden) belegte unter mehr als 700 Startern aus aller Welt den 91. Platz im Gesamtklassement und wurde Zehnter in der Altersklasse der 20- bis 24-Jährigen. "Bei diesem Wettkampf bekommt man vom ersten bis zum letzten Kilometer nichts geschenkt. Das Quälen und Beißen hat noch einmal eine ganz andere Größenordnung", erzählt der 22-Jährige.

Schon in der ersten Disziplin, 1500 Meter Schwimmen im Pazifik, habe ihm eine Welle herumgewirbelt. Nach tagelangem Regen ließ sich die 30 Kilometer lange Mountainbikestrecke kaum fahren. Mehrmals musste er glitschigen Anstiegen sein Fahrrad schultern und scheuerte sich seine Füße in den Radschuhen wund. Doch als seine Freundin ihm nach dem Wechsel auf die zehn Kilometer lange Crosslaufstrecke zurief, dass er in seiner Altersklasse gut liege, habe er noch einmal Kräfte mobilisieren können. Dass Dülfer nach mehr als 40 extremen Kilometern noch mit einem Kanadier sprinten konnte, zeigt: Für den jungen Triathleten von Tri Post Trier ist im Crosstriathlon das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.

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