Knastmarathon: Trierer auf Platz drei

Knastmarathon: Trierer auf Platz drei

Lauft in ein neues Leben! Unter diesem Leitspruch hat eine Gruppe der Wittlicher Justizvollzugsanstalt (JVA) am fünften Darmstädter Knastmarathon teilgenommen. Alle haben das Ziel erreicht.

Trier/Wittlich/Darmstadt. Viele von ihnen sind Gewalttäter, haben Drogen- und Alkoholexzesse durchlebt. Das Laufen soll ihnen wieder ein Ziel im Leben geben, sie Disziplin, Durchhaltevermögen und Teamgeist lehren. Neun Monate lang haben sich Inhaftierte der JVA Wittlich auf den fünften Knastmarathon der JVA Darmstadt-Eberstadt vorbereitet - und das Training hat sich gelohnt.
Alle zwölf Teilnehmer, neun Gefangene im Alter von 24 bis 42 Jahren und drei Angestellte der Einrichtung, haben das Ziel erreicht. Am besten schnitt der 30-jährige Trierer Liridon B. ab: Er erreichte in drei Stunden und 42 Minuten das Ziel und belegte damit in der Gefangenenwertung den dritten Platz. Für Trainer und Organisator Rainer Schuler, Leiter der Personalabteilung der JVA, ist dieses Behandlungsprojekt ein "Lauf in ein neues Leben". Er erklärt: "Sie sollen sehen, dass sie wieder Erfolg haben können, wenn sie fleißig sind - und auf der anderen Seite lernen, wie sie auch im Privaten mit Niederschlägen umgehen können." Zudem gelte es, nationalitätenübergreifend im Team zu arbeiten und Regeln zu akzeptieren. Der Lauf setze ein Zeichen gegen Gewalt und Drogen.
Justizvollzugsbedienstete haben zusammen mit Anstaltsleiter Robert Haase die Läufer unterstützt, indem sie sie ins Ziel begleitet haben, berichtet Schuler.
"Es war eine ganz tolle Stimmung. Die Inhaftierten geben hier wirklich alles, brechen zum Teil sogar in Tränen aus."
Die JVA Wittlich hat zum dritten Mal am Knastmarathon teilgenommen. Künftig will der 61-jährige Schuler das Projekt nach und nach an Kollegen übergeben. Denn die sportliche wie administrative Arbeit sei alleine nur schwer zu stemmen. "Ich möchte aber, dass das Projekt erhalten bleibt. Ich erreiche schließlich damit Leute, die ich sonst nicht erreichen würde." Interessenten im Kollegenkreis gebe es bereits.
Schulers nächstes, persönliches Ziel ist der Jakobsweg - und sein Traum, diesen irgendwann einmal mit Inhaftierten zu gehen, um ihnen auf dem Weg in ein neues Leben zu helfen. uq