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Kowalinski bereitet Nachwuchs auf 20.000 Zuschauer beim U-20-WM vor

Leichtathletik : Nachwuchs auf 20.000 Zuschauer vorbereiten

Neben Hochspringerin Anna-Sophie Schmitt aus Salmtal ist die Region Trier noch mit einem weiteren Leichtathleten bei der U-20-WM vertreten. Marc Kowalinski vom PST Trier betreut als Nachwuchs-Bundestrainer Langstrecke männlich unter anderem die Hindernisläufer mit.

(teu) Nach einer Woche Akklimatisierung in Florida geht es für den deutschen Leichtathletik-Nachwuchs am Montag (1.8.) bei den U-20-Weltmeisterschaften im kolumbianischen Cali richtig los. Zum 19. Mal werden die weltbesten Unter-20-Jährigen in der olympischen Kernsportart ermittelt. Im Hochsprung ist die 18 Jahre alte Anna-Sophie Schmitt aus Salmtal (startet für Saarbrücken) bei den Wettkämpfen zwischen dem 1. und 6. August dabei (der TV berichtete). Als Trainer kümmert sich Marc Kowalinski zusammen mit Benjamin Stalf aus Frankfurt und dem DLV-Team-Manager Lauf Adi Zaar um die Läufer.

„Die Stimmung ist gut. Disziplin-unabhängig unterstützen sich alle gegenseitig“, meldet Kowalinski sich aus dem Vorbereitungs-Camp in Bradenton. Im US-Bundesstaat Florida sollen sich die Nachwuchssportler an die Zeitverschiebung (zwischen Deutschland und Florida sechs Stunden, Cali eine weitere Stunde) und das Klima gewöhnen. „Es ist superheiß und schwül und man kann die Uhr danach stellen, dass um drei Uhr nachmittags eine Blitzwarnung kommt mit Gewitter und Starkregen“, erzählt Kowalinski, der seit Jahresbeginn den männlichen Langstrecken-Nachwuchs im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) als Bundestrainer betreut.

Geübt wird in diesem Klima beispielsweise der Einsatz von Kühlwesten beim Aufwärmen, um die Kreislaufbelastung vor dem eigentlichen Wettkampf zu minimieren. „Das ist aber kein Trainingslager“, betont Kowalinski. Im Gegenteil: Wichtig sei es in den täglichen, mit den jeweiligen Heimtrainern abgestimmten Trainingseinheiten nicht zu überziehen. Die gemeinsame Woche dient der mentalen Vorbereitung auf die U-20-Weltmeisterschaft, die für viele der jungen Sportler die Premiere im Nationaltrikot ist. „Fokussierung, ohne zu verkrampfen“, sagt Kowalinski dazu.

 Besprechung nach dem Training: U-20-Langstrecken-Bundestrainer Marc Kowalinski aus Trier (rechts) zusammen mit Benjamin Stalf (links, Mittelstrecken-Bundestrainer U 20) und Adi Zaar (Mitte, DLV-Teamleiter Lauf).
Besprechung nach dem Training: U-20-Langstrecken-Bundestrainer Marc Kowalinski aus Trier (rechts) zusammen mit Benjamin Stalf (links, Mittelstrecken-Bundestrainer U 20) und Adi Zaar (Mitte, DLV-Teamleiter Lauf). Foto: privat

Seine Aufgabe: Gespräche führen und Ohren aufhalten. Der Vereinstrainer beim PST Trier kennt die Situation auch aus Athletensicht. 1997 war Kowalinski, damals noch für die LG Vulkaneifel startend, bei den Junioren-Europameisterschaften über 3000 Meter Hindernis dabei. Später wurde er bei den Männern Deutscher 1500-Meter-Vizemeister. „Ich habe so viele Jahren Leistungssport gemach, da weiß man, wie es einem in so einer Situation geht. Man weiß, was auf die Jugendlichen zukommt.“

Wichtig sei es, Druck zu nehmen und eine gewisse Gelassenheit zu vermitteln: „Das ist eine Weltmeisterschaft, da stehen unsere Mittel- und Langstreckler neben Kenianern an der Startlinie. Da muss man cool bleiben und darf sich nicht erschrecken“, erklärt Kowalinski. Die Mittel- und Langstreckler aus Ostafrika bringen oft einen ganz anderen internationalen Erfahrungsschatz zur WM mit. Auch die Publikumskulisse soll dem deutschen Leichtathletik-Nachwuchs keine Angst einflößen. Erwartet werden im Estadio Olímpico Pascual Guerrero rund 20.000 Zuschauer. „Da sollen die Mädels und Jungs einfach positive Energie raus ziehen“, sagt Kowalinski.