Kräfte tanken an der Friedhofsmauer

Kräfte tanken an der Friedhofsmauer

Exakt einen Monat nach dem ursprünglich geplanten Termin liefen mehr als 80 Ausdauersportler am Samstag durch den Meulenwald. Freundschaftsläufe ohne Zeitmessung erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

(teu) Nicht nur eine, gleich eine ganze Reihe Uhren tickten beim Bendersbachtallauf in Föhren mit. Läufer wollen in der Regel wissen, wie lange sie trainieren. Doch keine der Zeiten, die am Samstag beim Lauf über mehr als 25 Kilometer gestoppt wurden, geht in eine Statistik ein. Die Laufgemeinschaft (LG) Meulenwald Föhren organisierte zum zweiten Mal eine eigene Laufveranstaltung, aber als Freundschaftslauf ohne offizielle Zeitmessung. Bei Bitburg fand gleichzeitig der letzte sogenannte Eifellauf des Winterhalbjahrs statt. Der Stefan-Andres-Lauf ist der bekannteste Lauf ohne Zeitmessung in der Region. Alljährlich laufen im September mehr als 100 Ausdauersportler von Schweich nach Leiwen.

Sind diese Freundschaftsläufe ein neuer Trend unter Volksläufern? Klar ist: Organisatoren sparen an Ergebnislisten, an der Siegerehrung und dem Aufwand für die EDV-Auswertung. Wird nicht wie bei den Eifelläufen grundsätzlich in Gruppen mit ortskundigen Führern gelaufen, ist wie bei offiziellen Wettkämpfen die Streckenmarkierung einer der wichtigsten Punkte bei der Vorbereitung. Ein nicht zu unterschätzender Aufwand, denn das A und O eines Freundschaftslaufs ist eine landschaftlich schöne Strecke. Runden und Wendepunkte sind tabu! Das bedeutet: Viele Bodenmarkierungen sprühen und Pfeile an Bäumen und Zäunen anbringen.

Wolfram Braun, Cheforganisator in Föhren, meinte es etwas zu gut. Seine ökologisch abbaubare Sprühfarbe überstand den Regen in der Nacht vor dem Bendersbachtallauf zu einem großen Teil nicht. Manch einer irrte deshalb durch den Meulenwald oder lief gleich über Landstraßen zurück zum Ausgangspunkt. Ein Problem, das schon bei anderen Laufveranstaltungen auftrat. Auch die Föhrener werden aus dieser Erfahrung lernen. Spricht man mit den Bendersbachtallauf-Teilnehmern, so liefen viele mit, gerade weil es keine Zeitmessung gab. Alle sind entspannter. Locker ging es auch an der einzigen Verpflegungsstation entlang der 25 Kilometer zu. Bananen, Orangen, Wasser, zuckerfreie Cola und Mineralgetränke waren auf der Friedhofsmauer von Heckenmünster aufgestellt. Jeder genoss für etliche Minuten die Pause - bei offiziellen Rennen unvorstellbar! Im Ziel gab es, ähnlich wie beim Stefan-Andres-Lauf, warme Duschen, Kaffee, Kuchen und sogar Pizza. Bei den Eifelläufen wird sich nach dem Lauf ganz rustikal aus dem Kofferraum heraus verpflegt.

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