1. Sport
  2. Laufen
  3. Läufe der Region

2020 kein Deulux-Lauf in Langsur: Richtungsweisende Lauf-Absage

Absage Deulux-Lauf : Richtungsweisende Lauf-Absage

Mit dem Deulux-Lauf in Langsur ist die erste Herbst-Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Hermann Barten wurde kalt erwischt. Mit der Absage des Deulux-Laufs, zumal mehr als ein halbes Jahr vor der für den 14. November geplanten Veranstaltung, hatte der 63-Jährige aus Breit im Hunsrück, der als einer von fünf Läufern an bisher allen 28. Zehn-Kilometer-Rennen in Langsur teilgenommen hat, nicht gerechnet. „Es wird mir etwas fehlen dieses Jahr am zweiten November-Wochenende“, ist sich Barten sicher, dass es ein etwas wehmütiger 14. November wird. Gleichzeitig blickt er zuversichtlich in die Zukunft: „Dann dauert es halt ein Jahr länger, bis ich meinen 30. Deulux-Lauf mache. Aber ich will auf jeden Fall dabei bleiben.“

Das möchte auch die LG Langsur trotz der für Viele überraschend frühzeitigen Absage des beliebten und als Saisonabschluss symbolträchtigen Laufs. Höchstens eine Miniaturausgabe könne man sich vorstellen. Für den 13. November 2021 habe man sich schon den traditionellen Termin gesichert, erzählt der Vereinsvorsitzende Mika Hurt und ergänzt: „Auch bei den Schirmherren habe ich schon nachgefragt.“ Je einer kommt bei dem grenzüberschreitenden Lauf traditionell aus Deutschland und Luxemburg. Zudem würde man 2021 gerne die nationalen Meister des Großherzogtums küren. „Wir haben uns um die luxemburgischen Meisterschaften beworben. Mal sehen, was passiert“, sagt Hurt. Dieses Jahr könne man sich höchstens eine Miniaturausgabe als Freundschaftslauf ohne Zeitmessung vorstellen.

Hermann Barten (im Fokus) hat alles bisherigen 28. Deulux-Läufe mitmachen und es vermissen, dass das für den 14. November 2020 29. deutsch-luxemburgische Rennen nicht stattfindet. Foto: Holger Teusch

Dass man so früh den diesjährigen Deulux-Lauf (es wäre der 29. in Folge gewesen) abgesagt hat, erklären Hurt und sein Vorstandskollege Peter Schiffels mit der Größe der Veranstaltung (Teilnehmerrekord 2151 Finisher, dazu Zuschauer und Helfer) und dem Anspruch an die Qualität. „Der Deulux-Lauf ist halt kein Dorflauf mit 300 Teilnehmern“, sagt Hurt. Man brauche eine längere Planungsphase. Wenn man erst im September, frühestens Anfang August Planungssicherheit habe, sei das zu kurzfristig. Jetzt Scheuklappen aufziehen und einfach weiter zu planen und dann im Oktober doch noch absagen zu müssen, „das wäre tödlich“, sagt Hurt.

Bisher sei nur ein hoher dreistelliger Betrag in erste Werbemaßnahmen investiert worden. Laut Organisationszeitplan hätte Ende April mit der Erstellung des Programmhefts begonnen werden müssen. Das zuletzt 76-seitige Heft mit seinen Anzeigen ist Teil des Sponsoringkonzepts des Deulux-Laufs. Aber momentan könne man ja angesichts der wirtschaftlicher Lage beispielsweise schlecht auf Gastronomiebetriebe zugehen, gibt Schiffels zu bedenken. Und würde man das Heft drucken, müsste dann aber doch noch absagen, bliebe man auf rund 2500 Euro Kosten sitzen, weil man nicht die vereinbarte Leistung (den Deulux-Lauf) erbringen konnte.

Angesichts des dichtgedrängten Teilnehmerfelds und der Notwendigkeit frühzeitig Planungssicherheit haben zu müssen, hat die LG Langsur den 29. Deulux-Lauf für dieses Jahr abgesagt auf 2021 verschoben. Foto: Holger Teusch

Die Argumente der LG Langsur sind für Wolfram Braun nachvollziehbar. „Der Deulux-Lauf ist einer der kosten-intensiveren Veranstaltungen in unserem Raum“, weiß der Laufwart des Leichtathletik-Verbands Rheinland (LVR). Ohne schwarzmalen zu wollen, fürchte er, dass die Absage des bekanntesten Herbstlaufs Signalwirkung hat: „Es ist eine Entscheidung, die für andere Veranstalter richtungsweisend ist.“