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Beim Hospizlauf wieder getrennt laufen für das gemeinsame Ziel

Hospizlauf : Getrennt laufen für das gemeinsame Ziel

Obwohl wieder nur virtuell möglich verspricht der Hospizlauf wieder ein Erfolg zu werden. Viele Laufvereine sammeln Spenden für die Hospize in Trier und Koblenz.

Möglichst positiv denken will Ralf Haas. Deshalb erzählt der Mitorganisator des Hospizlaufs erst einmal nicht, wie traurig er uns seine Mitstreiter sind, dass der Hospizlauf im zweiten Jahr in Folge nicht als große Gemeinschaftsaktion entlang der Mosel von Koblenz nach Trier stattfindet. „Unser Wunsch wäre es natürlich gewesen, den Lauf richtig durchzuführen“, sagt Haas später. Aber den lockeren, zwanglosen Quassellauf coronakonform zu organisieren, auf 200 Kilometer Wegstrecke - selbst bei den derzeitigen Lockerungen der Corona-Beschränkungen nicht vorstellbar.

Haas' konzentriert sich auf die positiven Erfahrungen des virtuellen Hospizlaufs (Motto: Getrennt, aber gemeinsam) 2020, die sich auch für das kommende Wochenende wieder andeuten. „Was super ist: Walker und Wanderer haben jetzt die Möglichkeit mitzumachen. Das war bisher selbst auf den letzten Kilometern durch Trier nicht möglich“, erklärt Haas. Die Zielgruppe wird also über Läufer, Radfahrer und Inline-Skater hinaus erweitert.

Aus diesen positiven Rückmeldungen auf den virtuellen Hospizlauf entwickele sich langsam eine Idee, wie man diese Vorzüge behält, auch wenn wieder ähnlich wie zwischen 2004 und 2019 gemeinsam entlang der Mosel gelaufen werden kann, glaubt Haas: Man könne das in Zukunft verbinden und parallel durchführen, um auch Walkern und Wanderern die Möglichkeit zu geben, den Hospizgedanken aktiv zu unterstützen.

Denn ob virtuell oder real, seit 17 Jahren geht es darum, die Arbeit des Trierer und seit einiger Zeit auch des Hospizhauses in Koblenz zu unterstützen. Die Resonanz auf die virtuelle 2020er Auflage war überwältigend. Insgesamt 45 000 Euro kamen durch die von den Hospizlauf-Initiatoren gesammelten Spenden und sowie bei den verschiedenen Aktionen von Vereinen, Laufgruppen oder einzelnen Läufern zusammen. Rund 1000 Sportler beteiligten sich.

Auch diesmal ist der virtuelle Hospizlauf gut angelaufen. „Wir haben schon Shirts nachbestellt“, erzählt Haas, wie begehrt die Hospizlauf-Andenken sind. „Allein Inge Umbach von den Vulkanläufern hat 105 Shirts bestellt“, so Haas.

Ähnlich wie beim realen Hospizlauf werden die Organisatoren am Samstag (10.7.) an der Moselstrecke von Koblenz nach Trier Station machen, um die vorbestellten T-Shirts zu verteilen und mit der Spendendose zu klappern. Nicht die üblichen 24 Stunden lang, aber trotzdem an elf Standorten am Deutschen Eck in Koblenz (10 Uhr) und unter anderem in Traben-Trarbach (14.10 Uhr), Bernkastel-Kues (15 Uhr), Piesport (15.45 Uhr), Leiwen (16.20 Uhr), Schweich (17.20 Uhr) sowie natürlich am Hospizhaus in der Trierer Ostallee (18 Uhr).

Etliche Aktionen in Kleingruppen haben für Freitag (9.7.) bis Sonntag (11.7.) sowie am darauffolgenden Wochenende bereits jede Menge Vereine und Laufclubs angekündigt. Natürlich die ganz eng mit dem Hospizlauf verbundenen Ausdauersportler von Spiridon Hochwald. Der TuS Bengel motiviert mit dem Hospizlauf die Laufjugend und -anfänger zu einem ersten langen Lauf von Reil nach Traben-Trarbach. Die LG Meulenwald Föhren plant wieder eine Staffel von Koblenz nach Trier und eine kleine Gruppe Radfahrer will die Distanz in zwei Tagesetappen genießen. Die Trierer Feuerwehr bleibt in der Moselmetropole, um hier für das Hospiz zu sammeln.

Das Ziel bleibe das Gleiche, schreibt die diesjährige Schirmherrin, die Kanzlerin der Universität Trier Ulrike Graßnick: Für die gute Sache getrennt, aber eben gemeinsam laufen, radeln, skaten oder walken.

Internet: www.hospizlauf.de