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Frank Cremer und Helena Dröschel aus Trier bei DM funktionale Fitness

Crossfit : Zwei Trierer wollen zu Deutschlands universellsten Athleten werden

Helena Dröschel und Frank Cremer starten am Wochenende in Berlin bei den Deutschen Meisterschaften für funktionale Fitness.

(teu) Die Idee erinnert ein bisschen an die Anfänge des Triathlonsports. So wie 1977 auf Hawaii aus der Diskussion darüber, ob Läufer, Schwimmer oder Radfahrer die fittesten Sportler seien, der heute weltberühmte Ironman entstand, trafen sich 30 Jahre später ebenfalls in den USA 70 Athleten, um mit verschiedenen Kraft- und Ausdauerübungen ihren besten Sportlern zu ermitteln. Es war die Geburt von funktionaler Fitness (Functional Fitness oder oft auch als Crossfit bezeichnet) als Wettkampfsport.

„Bei funktionaler Fitness ist es das Ziel einen universalen Sportler zu schaffen“, erklärt Frank Cremer. Der 36-Jährige vertritt zusammen mit der zehn Jahre jüngeren Helena Dröschel Trier am kommenden Wochenende (25./26. September) im Finale der ersten offiziellen Deutschen Meisterschaften in dieser noch jungen Wettkampfsportart. Dröschel und Cremer haben es damit unter die 24 besten Frauen und Männer in Deutschland geschafft. Sie haben sich über virtuelle Landes- und Regionalmeisterschaften für das DM-Finale in Berlin qualifiziert. Bei den Titelkämpfen für Rheinland-Pfalz und das Saarland setzte sich Dröschel gegen die Mainzerin Lina Bach durch. Cremer musste sich nur Christian Weber aus dem Westerwald geschlagen geben. Bei den Regionalmeisterschaften belegte Dröschel den dritten, Cremer nur zwei Punkte hinter Landesmeister Weber den vierten Platz.

In diesen Qualifikationsrunden wurden jeweils vier, aber immer unterschiedliche Tests an den Trainingsstätten der einzelnen Sportler absolviert. Diese mussten nach einem festgelegten Plan gefilmt werden. Beim 2018 gegründeten Deutsche Bundesverband funktionaler Fitness (DBVFF) wurden die Übungen anschließend bewertet. Die vier Regionalmeister (Nord, Süd, West und Ost) und die bundesweit 20 punktbesten Athleten qualifizierten sich für das Finale.

In Berlin müssen die Teilnehmer an zwei Tagen Tests in sechs Kategorien absolvieren, erklärt Cremer. Bei „Strenght“ (beispielsweise olympischen Gewichtheben) kommt es auf das höchste Gewicht an. „Bodyweight“ sind Übungen mit dem eigenen Körpergewicht (zum Beispiel Liegestütz, Burpees, Klimmzüge oder der Handstandlauf). Bei „Endurance“ geht es um die Ausdauer „Hier wird die aerobe Kapazität der Athleten auf die Probe gestellt. Zum Beispiel bei einem Fünf-Kilometer-Lauf oder Radfahren auf dem Ergometer“, erklärt Cremer. Bei „Skill“ geht es um die Geschicklichkeit. „Ich musste einmal Stand-Up-Paddeln“, so der Bundespolizist. „Power“ testet die maximale Schnellkraft, um beispielsweise ein Gewicht zu bewegen. Eine besondere Disziplin ist „Mixed Modal“. Das ist die große Unbekannte“, sagt Cremer. „Der Mixed-Modal-Test ist ein Kombination aus allen Tests zusammen. Hier kann von jedem etwas kommen.“

Bis zu sechsmal pro Woche und jeweils bis zu drei Stunden trainierten die Psychologin Dröschel und Cremer in der Muskelwerkstatt Trier für die nationalen Titelkämpfe. „Es gibt keinen Spezialisten. Ich muss laufen können aber auch Übungen aus dem Kraftdreikampf beherrschen. Gleichzeitig aber auch Turner oder Schwimmer sein. Jede Kombination ist denkbar“, beschreibt Cremer die Schwierigkeit, aber auch den Reiz.