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Drei Pläne für den Trierer Stadtlauf in der offenen Schublade

Trierer Stadtlauf : Drei Pläne in der offenen Schublade

Findet der Trierer Stadtlauf am letzten Juni-Sonntag statt? Entscheiden ist noch nichts. Die Organisatoren befassen sich mit drei Szenarien.

„Die Schublade ist offen“, sagt Nicolas Klein. Eine Entscheidung über den 37. Trierer Stadtlauf mit zuletzt rund 3000 Teilnehmern ist noch nicht gefallen, sagt einer der beiden Vorsitzenden des Trierer Stadtlauf-Vereins (zusammen mit Andreas Rippinger). Drei Pläne habe man in der Schublade liegen, sagt Klein. Der eine ist die Ausrichtung am geplanten Termin, dem Altstadtfest-Sonntag 28. Juni. Das wäre den Stadtlauf-Machern natürlich am liebsten. Aber Klein lässt durchblicken, dass er diese Variante mit jedem weiteren Tag in der Corona-Krise für immer unwahrscheinlicher hält.

Plan B wäre eine Verschiebung in den Herbst. Klein hat bereits Kontakt mit dem zuständigen Laufwart des Leichtathletik-Verbands Rheinland, Wolfram Braun (Föhren), aufgenommen. „Der 6. September ist ein Termin in der Region, der noch einigermaßen frei ist“, sagt er. Der 38-Jährige findet aber auch: „Ein neuer Termin ist auch immer etwas Kopfsache.“ Einerseits wäre es beruhigend, wenn man eine Veranstaltung im Jahr ausrichten würde. „Aber kommen dann genau so viele Läufer?“, fragt Klein. Vor allem, bei einer Trennung von Stadtlauf und Altstadtfest? Damit hat man schlechte Erfahrungen. Von 2005 bis 2009 gingen die beiden Veranstaltungen getrennte Wege. In diese Zeit fällt der niedrigste Teilnehmerwert. 2007 liefen nur 1749 Ausdauersportler vor der Porta Nigra ins Ziel. „Beim Stadtlauf ohne Altstadtfest ist wenig Stimmung in der Stadt. Auf das Flair wollen wir nicht verzichten“, sagt Klein deshalb.

Plan C ist, dass die traditionsreichste Laufveranstaltung in Deutschlands ältester Stadt ausfällt. Erstmals seit 1984! Das wäre für den Stadtlauf-Verein auch ein finanzieller Schlag. „Wir haben anders als der Silvesterlauf-Verein nur diese eine Veranstaltung im Jahr“, erklärt Klein. Ohne Trierer Stadtlauf fehlen die Einnahmen. Und für die 37. Auflage seien schon rund 10 000 Euro an Ausgaben aufgelaufen. Beispielsweise für Werbung, für Genehmigungsgebühren und für die Finisher-Medaillen. Gut die Hälfte der Plaketten ist bereits produziert, erzählt Klein. Wenn der Stadtlauf 2020 ausfalle, „kann man die natürlich in die Tonne kloppen.“ Bei der Stornierung von Verträgen mit externen Dienstleistern müsse man mit Stornogebühren von rund 20 Prozent rechnen.

Rund 300 Läufer haben sich bereits für den 28. Juni angemeldet. Mit den vorab überwiesenen Startgebühren der Teilnehmer deckt der Stadtlauf-Verein normalerweise die vor der Veranstaltung anfallenden Kosten. „Wir schreiben Sponsorenrechnungen erst im Nachhinein“, erklärt Klein. Man steckt in einem ähnlichen Dilemma, wie andere Großveranstalter: Bei einer Absage muss man auf die Solidarität der Sportler hoffen, die auf die Rücküberweisung ihres Startgelds verzichten und sich dieses statt dessen gegebenenfalls für 2021 anrechnen lassen.

Welchen Plan man aus der Schublade zieht, muss sich laut Klein spätestens vier Wochen vor dem geplanten Veranstaltungstermin, also Ende Mai, entscheiden. Dann müssen weitere größere Aufträge erteilt werden, die weitere Ausgaben verursachen. Wie es mit dem Stadtlauf 2020 weitergeht, hängt aber weitestgehend von den Entscheidungen in der Politik ab. Die Vereinsvorsitzenden Klein und Rippinger verfolgen deshalb gespannt, was auf Bundes- und Landesebene und letztlich für die Stadt Trier beschlossen wird. „Es ist deprimierend“, lässt Klein durchblicken, dass die Situation auch an der Motivation im Organisationsteam zerrt. „Wir hatten so viele Ideen, die wir umsetzen wollten“, erzählt er. Das sei erst einmal alles auf Eis gelegt.