Freundschaftsläufe : Eifelläufe trotzen Corona

Zum 28. Mal startet am 10. Oktober die Serie der vereinsübergreifenden Trainingsläufe in der Eifel. Die Motivation New-York-Marathon-Teilnahme braucht es nicht mehr.

Wenn nicht in der Eifel, wo dann? Am 10. Oktober fällt symbolisch der Startschuss zur 28. Saison der Eifelläufe. Etwa im Zwei-Wochen-Rhythmus, an immer wechselnden Orten, bieten unterschiedliche Vereine oder engagierte Läufer die Möglichkeiten zu längeren Ausdauereinheiten. Gelaufen wird in Gruppen mit ortskundigen Führern ohne Wettkampfcharakter. In Corona-Zeiten unter Beachtung der Abstandsregeln. Platz genug bietet die Eifel!

Entstanden sind die Eifelläufe, weil eine Gruppe von Läufern sich auf den New-York-Marathon 1994 vorbereitete. Um sich gegenseitig für die notwendigen längeren Läufe zu motivieren, traf man sich im Winterhalbjahr 1993/94 bei immer anderen Läufern, um zu trainieren. 20 bis 25 Kilometer lang seien die Strecken vor 27 Jahren gewesen, erinnert sich Peter de Winkel. Der in Bitburg beheimatete Niederländer war einer der Gründerväter und koordiniert die Eifellauftermine.

Die Distanz der längsten Strecken ist weitgehend geblieben (nun etwa 20 Kilometer, dazu gibt es aber mittlerweile zwei weitere, kürzere Strecken und eine Wandergruppe). Das Tempo (ursprünglich zwischen 4:30 und 5:00 Minuten pro Kilometer) liegt nun aber breitensporttauglicher zwischen 5:30 Minuten und 7:00 Minuten pro Kilometer. Denn auch die Teilnehmerzahl hat sich von sechs bis acht Läufern pro Trainingseinheit etwa verzehnfacht. „Beim 300. Eifellauf in Schleid gab es im vergangenen Jahr die höchste Teilnahmerzahl mit 87 Teilnehmern“, erzählt de Winkel. Insgesamt zählte der 65-Jährige bisher rund 11 000 Eifellauf-Teilnahmen bei in der Summe 311 Eifelläufen in einem Vierteljahrhundert.

Das Motto „Mit Freu(n)den laufen“ ist seit Anfang an geblieben. Auch ohne einen Start beim New-York-Marathon haben sich die Eifelläufe zum Dauerbrenner entwickelt. Sie bieten die Möglichkeit, die Region unkompliziert und in Gesellschaft laufend kennenzulernen.

Dass seit den ersten Treffen viel Zeit vergangenen ist, merkt de Winkel am Verhalten mancher jüngerer Läufer: „Die fragen: Laufen sie schon länger und siezen mich.“ Das habe es früher nicht gegeben. Dafür aber echte Winterläufe. „Der Schnee war manchmal so hoch, dass wir den Weg nicht mehr gesehen haben oder sogar in unser heimatlichen Laufrevier, dem Bedhard bei Bitburg die Strecke nicht mehr gefunden haben, weil alles ganz anders aussah“, erzählt de Winkel. Das waren Erlebnisse, die man nie vergisst. Schon allein deshalb hofft er in der 28. Eifellaufsaison wieder auf Schneeläufe.

Internet: www.eifellauf.de