Eifelmarathon-Ultrasiegerin: Erst 78, dann 51 Kilometer rennen

Eifelmarathon : Eifelmarathon-Ultrasiegerin: Erst 78, dann 51 Kilometer rennen (Bilder)

Mit Kerstin Kotz siegte erstmals seit der Einführung der 51,4-Kilometer-Strecke beim Eifelmarathon vor sechs Jahren wieder eine Läuferin aus der Region Trier. Die ebenfalls für den Ausrichterverein startende Evelyn Schmitz verpasste den Marathonsieg nur knapp.

Als 2013 erstmals die Ultradistanz im Rahmen des Eifelmarathons angeboten wurde, gewann Birthe Hilmes von der LG Meulenwald Föhren. Seitdem schaffte es keine Läuferin aus der Region Trier mehr ganz nach oben aufs Siegerpodest auf der 51,4-Kilometer-Distanz. Bis am vergangenen Sonntag Kerstin Kotz kam. „Ich hatte eine Woche zuvor meinen bisher längsten Lauf gemacht“, erzählt die 22-Jährige. Beim Keufelskopf Ultratrail an der rheinland-pfälzisch-saarländischen Grenze belegte Kotz über 78 Kilometer den siebten Platz. „Deshalb hatte ich noch etwas schwere Beine beim Eifelmarathon“, sagt sie lachend.

Das kostete ihr auf den letzten Kilometern den berüchtigten Anstieg der Eifelmarathon-Strecke an Urmauel vorbei fast noch den Sieg. „Am Ende war es knapp. Die Zweitplatzierte war immer nur so 100, 200 Meter hinter mir“, berichtet Kotz. Umso glücklicher war die Studentin der Tiermedizin, dass Sylvia Weber von der LG Pronsfeld-Lünebach vor dem Bürgerhaus von Waxweiler doch noch gut eine Minute hinter ihr lag.

Jetzt heißt es für Kotz erst einmal ausruhen und dann weiter trainieren. Etwa fünfmal wöchentlich schnürt sie die Laufschuhe. Während der Woche für zwölf, vielleicht mal fünfzehn Kilometer. Am Wochenende kommen dann aber schnell Strecken nahe der Marathondistanz (42,195 Kilometer) zusammen. „Mir macht es einfach Spaß, in der Natur zu laufen“, sagt sie.

Landschaftserlebnis und Natur gab für 461 Läufer beim 22. Eifelmarathon reichlich. Und apropos Marathon: In dem seit 1998 durchgeführten Wettbewerb verpasste Evelyn Schmitz, die wie Kotz für „Die Eifelläufer“, die Wettkampfabteilung des Vereins Eifelmarathon, startet, den ersten Sieg einer Lokalmatadorin seit 2014 um gerade einmal 16 Sekunden. Drei Kilometer vor dem Ziel zog die von einigen US-Amerikanern begleitete Niederländerin Benia van Asperen-Meler an ihr vorbei. Doch Schmitz kann auch mit dem zweiten Podestplatz gut leben: „Ich bin glücklich, diese Distanz nach so langer Zeit noch mal geschafft zu haben.“

Bei den Männern verhinderte Vorjahres-Ultragewinner Markus Mey den Hattrick des Saarbrückers Timo Schmidt. Der vielfache deutsche Seniorenmeister aus Schleiden blieb in 2:59:50 Stunden als einziger Läufer unter der Drei-Stunden-Schallmauer. Auf der Ultradistanz Teilten sich der Monschauer Thomas Rubel und der in Biersdorf lebende Belgier Gert Mertens den ersten sowie der Niederländer Sander Schulze und Sven Winkelmann aus Königswinter den folgenden Platz. Über Halbmarathon (21,1 Kilometer) schrammte Kerstin Heinen aus dem belgischen Emmels in 1:37:41 Stunden um 14 Sekunden am Streckenrekord vorbei. Bei den Männern setzte sich der Saarländer Jens Ehrich (1:25:08) gegen Martin Reusch aus Salmtal (1:27:30), Ingo Warken vom TuS Daun (1:30:00) und Vorjahresgewinner Robin Marbut aus Trier (1:31:49) durch.

Ergebnisse:

Frauen, 10 km: 1. Annick Beckers (Belgien) 45:37 Minuten.

21,1 km: 1. Kerstin Heinen (Ski-Keller Kaulard & Schroiff/W 20) 1:37:41 Stunden, 2. Luc Hentz (Luxemburg/W 30) 1:41:45, 3. Nina Antony (SV Lambertsberg) 1:46:41, 4. Viola Rech (DEL) 1:48:27, 5. Gerlinde Helten (Maar-Läufer Daun/W 45) 1:50:06. U 20: Maike Eis 1:56:01.W 35: Katharina Thanisch (Team Ginferno) 1:56:03.

42,195 km: 1. Benia van Asperen-Meler (Niederlande/W 40) 3:50:01 Stunden, 2. Evelyn Schmitz (DEL) 3:50:17, 3. Marion Braun (SV Eicherscheid/W 60) 3:59:36, 8. Monika Schmitz (PL) 4:15:04, 9. Dixie Sayyeau (USA/W 20) 4:22:02.

51,4 km: 1. Kerstin Kotz (DEL/W 20) 5:05:43 Stunden, 2. Sylvia Weber (PL/W 45) 5:06:50, 3. Mandy Geske (Oberzwota/W 50) 5:21:51, 4. Anke Keilich (Darmstadt/W 40) 5:36:58, 5. Katharina Bobermann (PL) 5:40:29

Männer, 10 km: 1. Matthias Fußmann (SC Bleialf) 41:03 Minuten.

21,1 km: 1. Jens Ehrich (LSG Schmeltz-Hüttersdorf/M 30) 1:25:08 Stunden, 2. Martin Reusch (Salmtal/M 35) 1:27:30, 3. Ingo Warken (TuS Daun) 1:30:00, 4 Robin Marbut (Trier/M 20) 1:31:49, 5. Tim Reuland 1:34:17, 6. Oliver Högner (SV Neunkirchen-Steinborn/M 45) 1:35:16, 8. Michael Molter (IPConcept/M 40) 1:37:37, 9. Jörg Thelen (PL) 1:41:25. M 50: Martin Weich (SV Hüttingen) 1:50:54. M 55: Peter Nospes (LG Meulenwald Föhren) 1:44:47. M 65: Peter Simon (FZK Dahnen) 2:17:40. M 70: Peter Gaspers (PL) 2:00:41.

42,195 km: 1. Markus Mey (Peters Sportteam/M 45) 2:59:50 Stunden, 2. Timo Schmidt (Saarbrücken) 3:00:06, 3. Patrick Leidinger (LSG Schmelz-Hüttersdorf/M 40) 3:01:11, 7. Frank Lippert (DEL) 3:23:16, 13. Jörg Engel (LT Brüderkrankenhaus Trier) 3:49:39, 19. Matthias Wagner (FSV Ralingen) 3:54:19, 25. Wolfgang Deutsch (LT Schweich/M 55) 3:59:56, 26. Jörg Pauly (SV Monzelfeld) 4:01:46. M 20: Jakob Ferdinand Brassel 4:24:10. M 30: Christopher Heinz (DEL) 4:20:26. M 70: Bernhard Sesterheim (Trier/100 Marathon Club) 7:05:01. M 75: Karl-Heinz Schröder (PL) 6:18:23.

51,4 km: 1. Thomas Rubel (TV Konzen/M 35) und Gert Mertens (Belgien/M 55) beide 3:59:39, 3. Sander Schulze (Niederlande/M 45) und Sven Winkelmann (Königswinter/M 45) 4:14:26, 13. Robert Gotto (Landkern) 4:47:40, 14. Hubert Paas 4:49:29, 15. Gottfried Schmitz (PL) 4:50:30, 21. Bernhard Pawelke (PSV Wengerohr) 5:05:23, 22. Sebastian Malambre (DEL) 5:05:44. U 20: Robin Klein (LT KLR Bollendorf) 5:57:21

Abkürzungen: DEL = Die Eifelläufer, PL = LG Pronsfeld-Lünebach

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