Heiße Rennen rund um den Fährturm

Zufriedene, aber auch angestrengte Gesichter nach einem langen Laufnachmittag in Schweich: Als siebte Laufveranstaltung der Region überhaupt hat der vom Trierischen Volksfreund präsentierte Fährturmlauf die 1000-Teilnehmer-Schallmauer durchbrochen. Linda Betzler aus Igel und Marc Kowalinski vom Post-SV Trier (PST) siegten über zehn Kilometer.

Wiederholte seinen Fährturmlauf-Premieren-Sieg: Marc Kowalinski vom Post-SV Trier setzte sich mit zwei Sekunden Vorsprung gegen den Belgier Christoph Gallo durch. Foto: Holger Teusch
Nach zweimal Platz zwei freute sich Linda Betzler aus Igel über ihren ersten Sieg beim Schweicher Fährturmlauf. Foto: Holger Teusch
1078 Läufer kamen bei der dritten Auflage des Schweicher Fährturmlaufs in Ziel. Damit ist das die sechste Laufveranstaltung im ehemaligen Regierungsbezirk Trier, die eine vierstellige Teilnehmerzahl erreicht. Foto: Holger Teusch

Sonne, gute Stimmung, Teilnehmerrekord, besser als bei der diesjährigen Auftaktveranstaltung zum Bitburger-Läufercup geht es kaum. 1078 Teilnehmer registrierte der Lauftreff Schweich am Samstagnachmittag im Ziel, noch einmal 266 mehr, als vor einem Jahr. Nach Trierer Stadt -, Silvester - und Schullauf , Langsurer Deulux -, Kröver Mitternachts - und Maare-Mosel-Lauf ist die siebte Laufveranstaltung in der Region, die in den vierstelligen Teilnehmerbereich vorgedrungen ist.

Allein 569 Einträge hat die Ergebnisliste über zehn Kilometer. Und trotz des Andrangs und dem Nadelöhr Bundesstraßenunterführung schon nach wenigen Hundert Metern, lief alles in allem rund. "Wir haben keine Beschwerden gehört, dass es zu Behinderungen kam", sagte der Schweicher Lauftreff-Vorsitzende Dirk Engel. Das lag wohl auch an den meist disziplinierten Läufern. Nichtsdestotrotz: Bereits als die Meldezahlen drei Tage vor den Rennen den vierstelligen Bereich erreichten, kündigte Engel an, dass man nach Möglichkeiten suchen werde, wie man dem Läuferfeld mehr Platz bieten könne.

Es war wohl auch das traumhafte Wetter, das mit zur Rekordbeteiligung beitrug. Doch die Sonne, die den letzten Märzsamstag zum bisher schönsten Tag des Jahres gemacht hatte, hätte mancher Läufer zumindest kurzzeitig gerne ausgeknipst. Temperaturen von mehr als 20 Grad machten Vielen zu schaffen.

Marc Kowalinski hatte zudem mit Christoph Gallo einen hartnäckigen Gegner. "Was man ja von Stadion nicht gesehen hat, an der Mosel ging es hin und her", erzählte der 35-Jährige. Aber auch wenn der Belgier bis zum letzten Meter kämpfte, am Ende konnte Kowalinski auf der Zielgeraden seinen Sieg, den zweiten nach dem bei der Fährturmlauf-Premiere 2012, feiern. 32:32 Minuten benötigte der PST-Läufer. Gallo folgte zwei Sekunden dahinter. Als Drittplatzierter blieb auch Alexander Bock in 32:56 Minuten unter 33 Minuten, bevor mit Gallos Vereinskamerad beim AC Eifel, Stephan Schwann, ein weiterer Belgier in 33:29 Minuten folgte. Hinter dem Trierer X-Duathlon-Gewinner Andreas Theobald (PST/33:58) sicherte sich Dietmar Bier (Trierer Stadtlauf e.V.) in 34:36 Minuten den inoffiziellen Titel des besten Mastersläufers (ab 40 Jahre).

Vier Frauen und damit genauso viele, wie bei der Premiere schafften es trotz der viel höheren Temperaturen unter die 40-Minuten-Schallmauer. "Nach dem ersten Wendepunkt hat Linda das Tempo erhöht, obwohl es gegen den Wind ging. Sie hat verdient gewonnen", zollte Christina Walloch vom TV Waldstraße Wiesbaden der siegreichen Linda Betzler Respekt. In 37:27 Minuten distanzierte die 21-Jährige aus Igel die zwölfbeste deutsche 10 000-Meter-Läuferin des vergangenen Jahres um 24 Sekunden. "Das war genau mein Wetter", erklärte Betzler, dass sie mit Wärme gut zurechtkommt.

Wallochs Vereinskollegin Vera Martens sicherte sich in 39:09 Minuten den letzten verbleibenden Podestplatz. Die ehemalige deutsche Marathon-Mannschaftsmeisterin, die in diesem Jahr erstmals in der Altersklasse W45 (45 bis 49 Jahre) startberechtigt national vorne mitmischen will, distanzierte damit klar Dorothee Teusch von der TG Konz, die als vierte Läuferin in 39:49 Minuten unter 40 Minuten blieb.

Riesig war der Andrang in den Volksfreund Lucky Kinderläufen. 364 Kinder bis zwölf Jahre wollten über 400 Meter, 800 Meter und zwei Kilometer dabei sein. Der Nachwuchs lief unter dem Motto "Jeder ist ein Sieger". Deshalb gab es weder eine Zeitmessung, noch eine Rangliste. Jeder bekam im Ziel eine Medaille und das Startgeld von einem Euro kommt als Spende dem St. Martin Kindergarten Schweich zugute.

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