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Firmenlauf fällt aus: Der größte Lauf der Region macht Corona-Pause

Trierer Firmenlauf fällt aus : Der größte Lauf der Region macht Corona-Pause

In einer Videokonferenz hat der Verein Silvesterlauf Trier am Montagabend beschlossen, den Bitburger 0,0% Firmenlauf in Trier wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht auszutragen. Bei Frauenlauf, Flutlichtmeeting und Silvesterlauf steht die Entscheidung noch aus.

3872 bestens gelaunte Frauen und Männer, so viele, wie noch nie bei einer Laufveranstaltung in der Region, liefen vor knapp einem Jahr beim Bitburger 0,0% Firmenlauf jubelnd ins Ziel in der Arena Trier. Es war ein Läuferfest! Seit Montagabend (6.4.) ist klar: Das größte Ausdauersportevent der Region findet 2020 als Folge der Corona-Krise nicht statt. „Wir haben sehr einheitlich beschlossen, den Firmenlauf dieses Jahr ausfallen zu lassen“, sagt Christian Brand. „Es wird auch keinen Ersatztermin im September oder Oktober geben“, ergänzt der Vorstandssprecher des Ausrichtervereins Silvesterlauf Trier. 2021 gehe es weiter.

Eine Verschiebung in den Herbst wurde im Vereinsvorstand zuletzt zwar diskutiert, aber letztendlich verworfen. Brand nennt mehrere Gründe: Zum einen seien auch in der zweiten Hälfte des Laufjahrs nahezu alle Termine vorab vergeben. Man wolle auch aus einer Notlage heraus nun nicht mit den zu dieser Jahreszeit etablierten Veranstaltern konkurrieren. „Außerdem wissen wir nicht, wie die Situation im Herbst sein wird“, sagt Brand mit Blick auf die Unwägbarkeiten der Covid-19-Pandemie. Der 42-Jährige, der selbst Inhaber eines Speditionsunternehmens, gibt weiter zu bedenken, dass nach der akuten Phase der Krise in Deutschland die Firmen wohl erst einmal andere Sorgen haben dürften, als ihre Mitarbeiter für eine Laufveranstaltung vorzubereiten.

Mit dem Firmenlauf fällt für den Silvesterlauf-Verein die ertragreichste Veranstaltung weg. Bei der Rekordteilnehmerzahl des vergangenen Jahres und einem Startgeld von mindestens 19 Euro käme allein von Teilnehmerbeiträgen ein höherer fünfstelliger Betrag zusammen. Der fällt weg. „Wir haben schon rund 5000 Euro in den Firmenlauf gesteckt“, spricht Brand von getätigten Ausgaben vor allem für Werbematerialien. Dieses Geld dürfte verloren sein und ein Überschuss vom Firmenlauf fehlen. Beispielsweise, um Ausbildungsmaßnahmen zu finanzieren. „Unsere Jugendtrainer sind sehr gut ausgebildet“, erzählt Brand von zahlreichen Lehrgängen der Übungsleiter. „Uns gab der Firmenlauf immer die Sicherheit, dass wir mehr anbieten konnten als üblich.“

Beim Jubiläumslauf, dem 30. Bitburger-0,0%-Silvesterlauf in Trier, konnten Norbert Ruschel, Wolfgang Ries und Christian Brand vom Vorstand des Vereins Silvesterlauf Trier noch unbeschwert im VIP-Spendenlauf mitrennen. Jetzt musste der Firmenlauf des Vereins abgesagt werden. Foto: Holger Teusch

Umgekehrt sind die insgesamt fünf Veranstaltungen des Vereins Silvesterlauf Trier laut Brand vom Budget unabhängig voneinander zu sehen und durch den Ausfall des Firmenlaufs nicht gefährdet. Der Verein organisiert neben dem Firmenlauf den Trierer Silvesterlauf, das SWT-Flutlichtmeeting im September und das S4young-Kinderleichtathletik-Sportfest, das Anfang Februar stattfand.

Über den am 23. August erstmals geplanten Edith-Lücke-Frauenlauf im August ist bei der einstündigen Videokonferenz am Montag noch keine Entscheidung gefallen. „Beim Frauenlauf spielen wir noch auf Zeit. Um Pfingsten werden wir über den noch mal reden“, erklärt Brand. Die Premieren-Veranstaltung stößt bereits auf reges Interesse. Nach der Öffnung der Online-Anmeldung Anfang März gingen innerhalb kürzester Zeit bereits mehr als 200 Meldungen ein. Teilnehmerlimit ist 1000, also ein überschaubareres Feld als bei Firmen- oder auch Silvesterlauf (2019: 2581 Läufer im Ziel). Die extra angebotenen Frauenlauf-Vorbereitungskurse sind ausgebucht, aber deren Auftakt (geplant war Ende März) natürlich verschoben.

Mit 3872 Teilnehmern kamen beim Bitburger-0,0%-Firmenlauf in Trier 2019 so viele Läufer ins Ziel wie bisher noch nie bei einer Laufveranstaltung in der Region Trier. 2020 fällt die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie aus. Foto: Holger Teusch

Am unproblematischsten sieht Brand die Ausrichtung des Flutlichtmeeting am 18. September. Bei dem Stadionsportfest mit etwa 250 Startern könne man die Teilnehmerfelder in den vielen unterschiedlichen Wettbewerben ebenso gut verteilen, wie die Zuschauer im weiten Rund des Moselstadions. „Wenn das nicht stattfinden kann, finden keine Sportveranstaltungen statt“, glaubt Brand. Auch der Hauptveranstaltung des Vereins, dem Bitburger-0,0%-Silvesterlauf sieht er positiv entgegen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Leute dann wieder ganz heiß aufs Laufen sind“, erklärt Brand auf ein Ende der Corona-Krise bis zum Jahresende hoffend.