| 11:21 Uhr

Nürnberg
Gesationell!

Daumen hoch: Gesa Krause nach ihrem Sieg in Nürnberg.
Daumen hoch: Gesa Krause nach ihrem Sieg in Nürnberg. FOTO: Holger Teusch
Nürnberg. Leichtathletik-DM: Gesa Krause mit Start-Ziel-Sieg, andere Athletin aus Region gibt erschöpft auf.

(teu) Wäre es stiller gewesen im Nürnberger Max-Morlock-Stadion, vielleicht hätte man den Stein plumpsen hören können, der Gesa Felicitas Krause im Ziel vom Herzen fiel. Wie 2017 feierte die 25-Jährige vom Verein Silvesterlauf Trier bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in 9:34,58 Minuten einen Start-Ziel-Sieg über 3000-Meter-Hindernis.

Diesmal aber unter ganz anderen Voraussetzungen. Nach ihrem ersten zu Ende gelaufenen Halbmarathon (21,0975 Kilometer) mit immer noch gültiger deutscher Jahresbestzeit von 1:12:16 Stunden, brach Krause die Stadion-Saison nach unbefriedigenden Resultaten Mitte Juni ab.

Nach dem Rennen in Nürnberg betonte sie nun: „Gerade weil der erste Teil der Saison bei mir so holprig verlaufen ist, bin ich besonders froh über diesen Titel“, sagte sie, stellte aber auch ihre Ansprüche klar: „Die Zeit ist für mich nicht zufriedenstellend.“

Direkt nach dem Start zog Krause das Feld der 21 Starterinnen auseinander. In 3:07,67 Minuten absolvierte sie den ersten Kilometer. Da war ihre einzige Verfolgerin, Antje Mölder-Schmidt (LC Cottbus), schon abgeschlagen. Die Vize-Europameisterin und Krauses Vorgängerin als deutsche Rekordlerin wurde am Ende in 9:45,82 Minuten Vizemeisterin. Krause lief den zweiten Kilometer in 3:11,71 Minuten.

Direkt nach der DM in Nürnberg fuhr Krause wieder ins Trainingslager im schweizerischen Davos, wo sie sich den Feinschliff für die Heim-EM in Berlin (7. bis 12. August) holen will. Die Alpen seien wie ihre zweite Heimat. „Dort trainiere ich seit dreieinhalb Wochen und habe meine Koffer direkt da gelassen“, erzählte sie. Wie bei der Zeit, hat die WM-Dritte von 2015 auch bei ihrem Ziel hohe EM-Ansprüche: „Mein Minimalziel ist eine Medaille, aber träumen tue ich von der Titelverteidigung.“ Sie wäre die erste Hindernisläuferin, der das gelänge – und es würde gut zum Hashtag passen, den ein weiblicher Fan für Krause kreierte: #Gesationell.

Nicht ganz zufrieden waren die 5000-Meter-Läufer aus der Region. Dabei zeigte sich mit Samuel Fitwi Sibhatu von der LG Vulkaneifel erstmals seit einem halben Jahrzehnt wieder ein Langstreckler aus der Region ganz vorne in einem DM-Rennen.

Vier Runden vor Schluss verschärfte der 22-Jährige das Tempo. „Aber es hat keiner mitgezogen.“ Die Favoriten liefen weiter an Fitwis Fersen. „Es war vielleicht nicht konsequent genug“, überlegte Fitwis Trainer Yannik Duppich, der selbst im Rennen war und in 14:36,77 Minuten den 19. Platz belegte. „Ich bin zufrieden. Zehn Sekunden Rückstand in so einem Rennen, da kann man sich nicht beschweren“, so Duppich. Sein Schützling konnte in der letzten Runde das Tempo der Führungsgruppe allerdings nicht mehr folgen, musste noch drei Konkurrenten passieren lassen und wurde in 14:23,31 Minuten Neunter. Es siegte der ehemalige Trierer Silvesterlauf-Jugendlaufsieger (2012 und 2013) Sebastian Hendel (LG Vogtland/14:16,54).

Großes Pech hatte Lotta Schlund. Die Läuferin vom Post-Sportverein Trier (PST) beendete das 5000-Meter-Rennen 700 Meter vor dem Ziel erschöpft. Erste wurde Hanna Klein aus Edenkoben in der Pfalz (15:17,47 Minuten).

Medaillenglück dagegen bei Kevin Ugo. Der ehemalige PST-Sprinter (bis 2014) wurde in Nürnberg mit der zweiten Staffel des TV Wattenscheid in 39,78 Sekunden Dritter über 4 x 100 Meter.