Hattrick im Regen und schmollender Deulux-Lauf-Sieger

Laufen : Hattrick im Regen und schmollender Sieger

Kein Deutscher kam über zehn Kilometer unter den ersten Drei beim 27. Deulux-Lauf in Langsur. 1197 Läufer erreichen beim Schmuddelwetter das Ziel beim grenzüberschreitenden Saisonabschlusslauf.

Ein bisschen kann man als Laufveranstalter schon mit Petrus hadern: „Da haben wir fünf Monate lang Sonnenschein und beim Deulux-Lauf regnet es fast den ganzen Tag“, sagt der Vorsitzende des Ausrichtervereins LG Langsur (LGL) Mika Hurt. Herbstliches Schmuddelwetter mit Regen vor allem am späten Vor- und frühen Nachmittag bescherte dem deutsch-luxemburgischen Saisonabschlussrennen am zweiten Novembersamstag das schlechteste Teilnehmerergebnis in diesem Jahrtausend. 1197 Läufer wurden im Ziel registriert. Ein Blick in die Statistik zeigt aber: Im Regen wollten die Eltern ihre Sprösslinge nicht laufen lassen. In den Nachwuchsrennen rannten weniger als die Hälfte der Kinder mit, als im Jahr zuvor. Im Zehn-Kilometer-Hauptlauf fiel der Rückgang relativ geringer aus.

„Genau wie letztes Jahr hörte es mit dem Zehner langsam auf zu regnen“, freute sich die zweite LGL-Vorsitzende Marieke Jostock. Bei milden 14 Grad fanden mehr als 1000 Zehn-Kilometer-Läufer gute Bedingungen vor, die in manche persönliche Bestzeit umgesetzt wurde.

Der Luxemburgerin Vera Hoffmann gelang als erster Frau der Deulux-Lauf-Hattrick. Die 22-Jährige von Celtic Diekirch musste in 35:24 Minuten allerdings die sechstbeste Siegerzeit in 27 Jahren Deulux-Lauf anbieten, um Olympiateilnehmerin Charline Mathias zu distanzieren. Die Olympiateilnehmerin, EM-Halbfinalistin und vielfache Mittelstrecken-Rekordlerin des Großherzogtums war nur acht Sekunden langsamer. Auch der dritte Platz ging ins Ländchen an Martine Mellina (36:23).

Trotz Regen und herbstlichem Schmuddelwetter kamen wieder deutlich mehr als 1000 Teilnehmer zum 27. Deulux-Lauf nach Langsur. Foto: Holger Teusch

Sie möge die Ausweichstrecke, die wegen des Neubaus der Fußgängerbrücke über die Sauer zwischen dem deutschen Metzdorf und dem luxemburgischen Mesenich seit 2016 über Wasserbillig führt, hatte Hoffmann schon mehrfach betont. Es war aber voraussichtlich das letzte Mal, das die LG Langsur den komplizierten Parcours im engen Sauertal anstelle des eingängigen Rundkurses anbieten musste. Und wenn Yonas Kinde seine Ankündigung wahrmacht auch der letzte Sieg des gebürtigen Äthiopiers. „Ich sollte Startgeld bezahlen, es gab kein Preisgeld, ich bin Flüchtling, das kann ich mir nicht leisten“, sagte der 38-Jährige, der 2016 für das IOC-Refugee-Team am olympischen Marathon von Rio de Janeiro teilnahm.

Auf der Strecke war von Kindes Ärger nichts zu spüren. In 30:30 Minuten distanzierte er den ebenfalls aus Äthiopien stammenden und für Mainz startenden Abdi Uya am Ende noch deutlich um neun Sekunden. „Yonas ist Marathonläufer. Er hatte einfach den längeren Atem“, gratulierte der 15 Jahre jüngere Uya. Der Luxemburger Bob Bertemes entschied das Duell um den letzten Podestplatz in 30:51 Minuten vor dem Mainzer Tobias Riker (31:04) für sich, so dass diesmal kein Deutscher auf dem Deulux-Lauf-Podium stand.

Vera Hoffmann (Startnummer 1000) feierte den Deulux-Lauf-Hattrick trotz starker Konkurrenz durch ihre luxemburgische Landsfrau, die Olympiateilnehmerin und mehrfache Landesrekordlerin auf den Mittelstrecken Charline Mathias (hinter Hoffmann). Foto: Holger Teusch

Schnellste Läufer aus der Region Trier waren Lotta Schlund und Martin Müller (sieht nebenstehenden Bericht). Die 24-jährige Läuferin Post-Sportverein Trier blieb in 37:01 Minuten nur vier Sekunden über ihrer persönlichen Bestzeit und wurde vor ihrer ehemaligen PST-Vereinskameradin Nora Schmitz (jetzt LC Euskirchen/37:18) Vierte.

„Um vier Uhr habe ich die Halle abgeschlossen“, erzählt Marieke Reus, dass nach dem Lauf bis tief in die Nacht gefeiert wurde. „Die Stimmung war gut und DJ Fritz hat viele Leute zum Tanzen gebracht“, sagt Mika Hurt. Für das Organisationsteam war die Nacht allerdings nur kurz. Um 10 Uhr am Sonntagmorgen war die Langsurer Sporthalle wieder leer geräumt.

Marathon-Olympia-Teilnehmer Yonas Kinde (vorn) feierte seinen vierten Deulux-Lauf-Sieg vor dem ebenfalls aus Äthiopien stammenden Abdi Uya Hundessa (TSV Schott Mainz). Foto: Holger Teusch

Ergebnisse:

Bitburger 0,0% Hauptlauf (10 km):

Frauen: 1. Vera Hoffmann 35:24 Minuten, 2. Charline Mathias 35:32, 3. Martine Mellina 36:23 (alle LUX), 4. Lotta Schlund (PST) 37:01, 5. Nora Schmitz (LC Euskirchen) 37:18, 6. Lena Kieffer (LUX/1. U18) 37:56, 7. Margaux Bruls (LUX/2. U18) 38:39, 8. Katrin Friedrich (PST/W30) 39:39, 9. Anna Ferrante (LAZ Saarbrücken) 40:04, 10. Runa Egilsdottir (LUX/W40) 40:22, 11. Jackie Mores (LUX) 40:58, 12. Monika Vieh (PST/W45) 41:15, 13. Lea Sanwald (LV Merzig) 41:37, 14. Chantal Hayen (LUX) 41:38, 15. Sara Kamzela (TSV Schott Mainz) 41:57, 16. Mona Reuter (PST) 42:04, 18. Elisa Lehnert (PST/1. U16) 42:09, 19. Yana Have (LUX/1. U20) 42:46, 22. Astrid Schmitz (TuS Schleiden/W55) 43:00, 23. Viola Rech (Die Eifelläufer/2. U20) 43:07, 24. Carole Kieffer (LUX/W35) 43:29, 25. Andrea Wolsfeld (LTS) 43:46, 26. Silvia Morgen (SL) 43:46, 31. Anna Krejtscha (PST/3. U18) 44:45, 32. Miriam Engel (TG Konz) 44:45, 33. Tina Menges-Braun 44:48, 34. Stephanie Dold (PST) 44:56, 35. Kerstin Goeres (Ruderverein Zell) 45:02. W50: Ayse Kont (LAZ Saarbrücken) 45:39. W60: Marlene Rothenbusch (LLG Wustweiler) 47:10. W65: Irmgard Mann (TV Bitburg) 53:15. W70: Brigitte Swietlik 1:06:28

Männer: 1. Yonas Kinde (Äthiopien/M35) 30:30 Minuten, 2. Abdi Uya (Äthiopien/TSV Schott Mainz) 30:39, 3. Bob Bertemes (LUX) 30:51, 4. Tobias Riker (TSV Schott Mainz) 31:04, 5. Christophe Kass (LUX) 32:00, 6. Ralf Ulmer (LC Euskirchen) 32:15, 7. Erik Barzen (TSV Schott Mainz) 32:25, 8. Martin Müller (LG Meulenwald Föhren) 32:38, 9. Andreas Theobald (PST) 32:47, 10. Jerome Ewen (LUX/M30) 33:04, 11. Alexander Bock (LC Rehlingen) 33:23, 12. Daniel Hilgers (Belgien) 33:25, 13. Abdel Zaghbib (LUX/M40) 33:29, 14. Tim Thull (LUX/1. U20) 33:34, 16. Oliver Ewen (PST) 33:49, 18. Gil Weicherding (LUX/1. U18) 34:08, 20. Markus Wolff (LTS) 34:13, 22. Dominik von Wirth (TG Konz) 34:36, 23. Christian Krombach (LUX/M45) 34:38, 25. Abraham Wirtz (PST/2. U20) 35:21, 33. Misghina Kahsay (Eritrea/TG Konz/) 35:57, 34. Kai Merten 35:58, 37. Jerome Vandenbussche (Frankreich/TG Konz) 36:03, 40. Jonas Horn (SL/4. U20) 36:11, 41. Marc Raßkopf (Citysport Trier) 36:13, 42. Thomas Ernsdorf (LTS) 36:15, 44. Damian Gindorf (LTS) 36:46, 45. Martin Kasel (Adidas by Asport Trier) 36:49, 46. Lukas Stirner 36:54, 48. Stefan Zenzen 37:05. U16: Tim Elias Leyser (LAZ Birkenfeld) 38:54. M50: Alain Kieffer (LUX) 37:56. M55: Nihat Kont (LAZ Saarbrücken) 39:10. M60: Gilbert Schiltz (LUX) 40:06. M65: Justin Gloden (LUX) 39:47. M70: Heinz Michels (Spiridon Hochwald) 48:28. M75: Alfred Liber (LUX) 51:29. M80: Josef Schmülgen (TuS Schmidt) 1:04:16.

Volksbank-Kinderlauf U10/12 (1,5 km):

Mädchen: 1. Lisa Ludes (U12) 6:04 Minuten, 2. Hannah Schwind 6:05, 3. Greta Sonnenberg 6:15, 4. Rebecca Strohm 6:23 (alle PST), 5. Giovanna Engel (TG Konz/U10) 6:32, 6. Emie Vandenbussche (TG Konz) 6:37.

Jungen: 1. Jonas Teusch (SL/U10) 5:32 Minuten, 2. Lennart Schwarz (GS Trierweiler/U12) 5:52, 3. Tobias Müller (LG Langsur) 5:56, 4. Felix Thill 5:59, 5. Theo Knopp (PST) 6:01, 6. Paul Morgen (SL) 6:12.

Volksbank-Jugendlauf U14/16 (1,5 km):

Mädchen: 1. Leonie Elmer (TG Konz/U16) 5:46 Minuten, 2. Maren Spang (TuS Fortuna Saarburg/U14) 5:53, 3. Sara Herrig (PST) 6:50.

Jungen: 1. Simon Quint (Wittlicher TV/U16) 5:02 Minuten, 2. Jory Teixeira (LUX/U14) 5:13, 3. Jan Gerth (SL) 5:15, 4. Simon Wallenborn (PST) 5:40, 5. Julius Maximini (PST) 5:51.

Abkürzungen: LTS = Lauftreff Schweich, LUX = Luxemburg, PST = Post-Sportverein Trier, SL = Silvesterlauf Trier

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