Hospizlauf die Mosel entlang von Koblenz nach Trier über 200 Kilometer

Hospizlauf : Ein Erdrutsch, ein Kuchen und eine wertvolle Plastiktüte

Auch das wechselhafte Wetter hielt die Hospizlauf nicht auf. Rund 700 Sportler liefen und radelten am Freitag und Samstag die Mosel entlang von Koblenz nach Trier. Die Organisatoren atmeten nach nahezu komplikationsloser Ankunft in Trier kräftig durch.

Irgendjemand sagte, dass man beim Hospizlauf auch einmal Regen erleben musste. Nass wurden die Teilnehmer des längsten Spendenlaufs der Region nämlich bisher nur durch ihren eigenen Schweiß. Fast! „Wir hatten auch mal Schnee“, erinnert sich Jörg Engel. Aber das war, als sich der Initiator vor 14 Jahren zum zweiten Mal im Winter auf die rund 200 Kilometer lange Strecke entlang der Mosel von Koblenz nach Trier machte.

Seit der Hospizlauf im Sommer und organisiert von einem 14-köpfigen, vereinsübergreifenden und -unabhängigen Kernteam stattfindet, hatte man meist Glück mit dem Wetter. Im Grunde auch bei der 16. Auflage. „Wenn man sich die verschiedenen Wetterapps angesehen hat, hätten wir eigentlich durchgehend Regen und Gewitter haben müssen“, sagt Ralf Haas. Zur Sicherheit habe man deshalb kurzfristig einen zweiten LKW besorgt. „Damit sich die Läufer im Notfall hätten unterstellen können“, erklärt Haas.

Das war nicht nötig. Denn zwar regnete es nach dem Start am vergangenen Freitag am Deutschen Eck in Koblenz und auch auf den ersten Etappen, aber nur während des Wolkenbruchs bei Treis-Karden hörte man in sicherer Entfernung etwas Donnergrollen. „Wir sind froh, dass alles ohne Komplikationen geklappt hat“, atmete Haas mit dem gesamten Organisationsteam und den Helfern auf, als rund 700 Läufer am Samstagmittag am Hospizhaus in Trier ankamen.

Trotz Regen und einem Erdrutsch nahmen rund 700 Sportler am 16. Hospizlauf über rund 200 Kilometer die Mosel entlang von Koblenz nach Trier teil. Foto: Holger Teusch
Hospizlauf 2019 - Die letzte Etappe

Improvisieren musste man trotzdem. Der Regen hatte bei Löf (Kreis Mayen-Koblenz) Schlamm auf die deshalb gesperrte Bundesstraße 416 gespült. Zum Glück kamen aber die Läufer durch, erzählt Haas schmunzelnd: „Für die in Moselkern geplante Pause hatte wir nämlich extra Kuchen bestellt.“ Der Tross der Begleitfahrzeuge musste aufs rechte Moselufer ausweichen und den Unwetterschaden zu umfahren.

Unauffällig in der schönsten Plastiktüte, die er je bekommen habe, erhielt der Vorsitzende des Hospizvereins Trier, Diedo Römerscheidt(links), von Ralf Maxheim vom Hospizlauf-Organisationsteam die allein während des Laufs gesammelten Spenden. Foto: Holger Teusch

„Wir schon ziemlich nass geworden. Aber das war mir so lieber als 30 Grad“, erzählt Jessica Theis von der LG Kammerwald/Geichlingen (Eifelkreis Bitburg-Prüm), dass ihr der Regen lieber war als die Hitze der Vorjahre. Ihr Verein hatte immer mindestens einen Läufer und einen Radfahrer auf jeder Etappe dabei. Zwei Kleinbusse mit den Sportlern, die gerade nicht im Einsatz waren, und der Verpflegung begleiteten sie. Angesichts der nassen Laufklamotten sei die Luft in den Autos diesmal schon gewöhnungsbedürftig gewesen, sagt Peter Welschbillig lachend.

Gute Laune und eine angenehme Atmosphäre machen für viele Teilnehmer neben der guten Sache, für die gerannt wird, den Reiz des Hospizlaufs aus. Foto: Holger Teusch

Aber genau das macht das Erlebnis Hospizlauf aus, wenn man gemeinsam die 200 Kilometer innerhalb der 24 Stunden bewältigen will: der Zusammenhalt, die Gemeinschaft. „Im Lauftreff wurde öfter vom Hospizlauf erzählt. Es klang verlockend, weil es auch nicht die Wettkampfatmosphäre ist, sondern entspannt“, sagt Florian Bülow, weshalb es keiner großen Überredungskünste bedurfte, um ihn zu seiner ersten Hospizlauf-Teilnahme zu bewegen.

„Wir wollen grundsätzlich keine Einzelleistungen hervorheben“, sagt Rolf Maxheim vom Organisationsteam. Da sind die Staffeln, die beispielsweise Polizeibeamte aus Koblenz (bis Bremm) und Trier (ab Bremm) gemeinsam bilden. Das ist für Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe bei der Begrüßung der Läufer im Garten des Hospizhauses auch ein Zeichen, wie der Lauf die Region zusammenbringt. Einzelne werben Spenden-Sponsoren, die ihre Kilometer-Leistung zugunsten der Hospizhäuser, erstmals nicht nur in Trier, sondern auch in Koblenz, honorieren. „Es ist immer wieder ein tolles Gefühl, wenn die Läufer kommen. Wir sind sehr dankbar. Nicht nur wegen dem Wirtschaftlichen, sondern weil sie sich für den Hospiz-Gedanken engagieren“, sagt Diedo Römerscheidt. Wie hoch die Spendensumme ist, die der Vorsitzende des Trierer Hospizvereins gut getarnt „in der schönsten Plastiktüte, die ich je bekommen habe“ erhält, steht noch nicht fest. Bis alles ausgezählt und das Spendenkonto abschließend überprüft wurde, werden noch einige Tage vergehen. Mit einem ordentlichen Betrag (zuletzt immer im fünfstelligen Euro-Bereich), der den Betrieb des Hospizhauses sichert, darf Römerscheidt wie in den Vorjahren aber wieder ausgehen.

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