200 Kilometer für den guten Zweck

Der längste Benefizlauf der Region feiert am Wochenende Jubiläum: Zum zehnten Mal führt der vom Trierischen Volksfreund präsentierte Hospizlauf am Freitag und Samstag dem Mosellauf folgend von Koblenz nach Trier.

Trier. Es ist eine bitterkalte Winternacht im Februar 2004, in der eine Aktion geboren wird, die die Laufszene der Region prägt: der Hospizlauf. An jenem 20. und 21. Februar läuft Jörg Engel aus Morbach-Gutenthal nur unterstützt von einem Radfahrer und einem Begleit-PKW die rund 200 Kilometer lange Strecke vom Deutschen Eck in Koblenz entlang der Mosel nach Trier. Im Hospizhaus in der Südallee, das sich noch mitten im Umbau befindet, werden zwischen den Werkzeugen, die die Handwerker bis zum nächsten Arbeitstag liegen gelassen haben, seine müden Muskeln massiert. Was Intensivkrankenpfleger Engel mit seiner spektakulären Energieleistung erreichen will: Sensibilisieren für den Hospizgedanken und Spenden sammeln für den Trierer Hospizverein und die -stiftung.Mehr als 400 Läufer


Ebenso wie das Hospizhaus mittlerweile im Betrieb ist, so hat sich auch der Hospizlauf gut entwickelt: von einer Ein-Mann-Aktion zu einer Massenveranstaltung. Im vergangenen Jahr liefen auf unterschiedlich langen Etappen rund 400 Personen mit. Ein Startgeld oder ähnliches wird nicht verlangt. Wer will, spendet einen beliebigen Betrag zugunsten des Hospizhauses. Das hochwertige (im Einkauf viel teurere) Hospizlauf-Shirt gibt\'s diesmal für 15 Euro. Weil die Shirts gespendet wurden, fließt dieser Betrag komplett dem guten Zweck zu. Viele Institutionen und Firmen beteiligen sich mit Spenden oder ihrer Teilnahme am Hospizlauf. Die Schirmherrschaft hat beim Jubiläum die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer übernommen.
Jörg Engel (2004, 2005), Gerhard Geisen aus Heddert im Hochwald (2006, 2007) und Hans-Peter Roden aus Kell am See (2008) schafften bisher die komplette Distanz. Aber seit fünf Jahren niemand mehr. Vielleicht beim Jubiläum wieder.
Aber auch ohne die spektakulären Leistungen Einzelner ist der Hospizlauf aus dem Laufkalender nicht mehr wegzudenken. Es ist das Gemeinschaftsgefühl, das die Läufer anzieht. Manche Laufgruppen besetzen die komplette Strecke als Staffel. Andere steigen für mehr oder weniger lange Abschnitte ein. Als "mystisch, fast religiös" wird die Stimmung bezeichnet. Gerade während der späten Abend- und frühen Morgenstunden. Die Läufer an der Spitze des Trosses sorgen dafür, dass das Tempo immer um 9 km/h pendelt. Ein gutes "Quasseltempo". Menschen, die sich noch nie vorher gesehen haben, erzählten sich joggend ihre Lebensgeschichten. Im Redefluss wird oft die zurückgelegte Strecke vergessen.
Unvergesslich sind für alle die letzten Kilometer mit mehreren Hundert Läufern durch Trier zum Hospizhaus. Im Garten wird das Erlebnis mit Bewohnern und Mitarbeitern gefeiert. Diesmal sogar mit Live-Musik, sagt Ralf Haas vom 14-köpfigen Organisationsteam.

Weitere Informationen
volksfreund.de/laufen und www.hospiz-lauf.de

Hospizlauf-Stationen

Start: Deutsches Eck Koblenz (Freitag, 12 Uhr), Winningen (13.18 Uhr), Lehmen (14.30 Uhr), Moselkern (16.01 Uhr), Pommern (17.02 Uhr), Cochem (18.06 Uhr), Poltersdorf (19.38 Uhr), Bremm (21.04 Uhr), Zell (22.37 Uhr), Reil (rechte Moselseite, 23.54 Uhr), Traben-Trarbach (Samstag, 1.05 Uhr), Kinheim-Kindel (2.13 Uhr), Bernkastel-Kues (3.47 Uhr), Wintrich Wohnmobilstellplatz (5.14 Uhr), Piesport Turnhalle (6.01 Uhr), Neumagen Brücke Eifelseite (6.50 Uhr), Leiwen Ortseingang (7.33 Uhr), Detzem Staustufe (8.36 Uhr), Mehring Moselbrücke (9.20 Uhr), Schweich (10.18 Uhr), Ruwer (11.03 Uhr), Ziel: Trier Hospizhaus (12 Uhr)Extra

Im Oktober 2006 wurde nach mehrjähriger Bauphase das Trierer Hospizhaus eröffnet. In der Einrichtung wird todkranken Menschen ein Sterben in Würde ermöglicht. Für Betrieb und Unterhaltung sind jährlich mindesten 60 000 Euro an Spenden nötig. teu Spenden-Konto: 100229930 bei der Volksbank Hochwald eG (BLZ 585 647 88), Verwendungszweck: Hospizlauf 2013.