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Hospizläufer in Trier angekommen

Koblenz/Trier. Der Schweiß floss zwar in Strömen, die Atmosphäre unter den Hospizläufern könnte aber nicht besser sein. Ausgelassener Stimmung und euphorisch liefen am Samstag (9. Juli) kurz nach zwölf Uhr mittags mehrere Hundert Benefizläufer vor dem Hospizhaus in der Trierer Ostallee ins Ziel. Holger Teusch

"Wohin lauft ihr denn?" Diese und ähnliche Fragen hörten die Hospizläufer oft. Und genauso oft klappte den Fragestellern bei der Antwort die Kinnlade runter: "Nach Trier!"

Der Hospizlauf sorgt auch bei der 13. Auflage, die am Freitag um 12 Uhr am Deutschen Eck in Koblenz gestartet wurde, für Aufmerksamkeit. Das ist gewollt. Denn auf den 200 Kilometern entlang der Mosel soll die Hospizidee bekannter gemacht werden: Todkranken Menschen ein würdevolles Lebensende zu ermöglichen. Das wird seit 2006 im Trierer Hospizhaus praktiziert. Seit zwölf Jahren wird beim Hospizlauf für die Einrichtung gesammelt. Zuerst, um die Einrichtung überhaupt erst zu ermöglichen. Jetzt, um den Betrieb zu ermöglichen. 32 000 Euro kamen so im vergangenen Jahr zusammen.

Ob es diesmal wieder ähnlich viel wird? Die Läufer haben sich nicht nur sportlich kräftig ins Zeug gelegt. Einige bewältigen mehr als die Marathondistanz (42,195 Kilometer). "Ich bin zweimal Marathon gelaufen und fühle mich besser als nach manchem einzelnen Marathon", sagt Hermann Barten über ganze Gesicht grinsend. Der Läufer aus Breit war während der gesamten 24 Stunden dabei und hat sich die Distanz auf vier Abschnitte aufgeteilt. Damit war er auch Teil einer Staffel aus dem Hunsrück. "Das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir das gemacht haben", sagte Uwe Kollmann vom LT Büdlich-Breit-Naurath.

Die Sportler des Lauftreffs stellten einige von etwa einem halben Dutzend Staffeln, die auf der gesamten Distanz immer mit mindestens einem Läufer dabei waren. Andere Gruppen beteiligten sich auf Teilabschnitten. Andere liefen wiederum nur eine Etappe mit. Aber egal wie viele Kilometer zusammen kamen, begeistert waren alle. Eine gewisse Berühmtheit hat der Hospizlauf bereits dadurch erhalten, dass es sich beim vorgegebenen Tempo von 6:30 Minuten pro Kilometer gut plaudern lässt, aber man auch über ernste Dinge, wie den Tod reden kann. "Ich finde es gut, dass sich so viele Menschen mit diesem Thema beschäftigen und Flagge zeigen. Sterben und Tod sind in unserer Gesellschaft immer noch Tabu-Themen", lobte Wolfram Leibe die Hospizläufer. Der Trierer Oberbürgermeister war bei der 13. Auflage Schirmherr der Veranstaltung. Am Deutschen Eck wurden die Läufer von Leibes Koblenzer Amtkollegen Joachim Hofmann-Göttig am Freitag um Punkt zwölf Uhr auf die 200 Kilometer lange Strecke geschickt. In einer Smarties-Dose als Staffelholz trugen die Hospizläufer sein Grußwort nach Trier.

Auch wenn die genaue Zahl der Teilnehmer (die alle blaue Bändchen erhielten, um die Anzahl zu erfassen) noch nicht feststeht, "so wie es aussieht, haben wir wieder einen neuen Teilnehmerrekord", freute sich Ralf Haas vom vereinsübergreifenden und ehrenamtlichen Organisationsteam. Im vergangenen Jahr waren 650 Läufer und Radfahrer dabei. Die Spendensumme wird in den nächsten Tagen ermittelt.

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Die Hospizläufer passierten auf dem Weg nach Trier am Freitag im Schatten der Reichsburg Cochem.
Die Hospizläufer passierten auf dem Weg nach Trier am Freitag im Schatten der Reichsburg Cochem. FOTO: Holger Teusch