Mystischer Lauf von Koblenz nach Trier

Für etwa 500 Läufer ist der Hospizlauf alljährlich ein Höhepunkt im Kalender. Damit bei dem Benefizlauf alles glatt läuft, plant das Organisationsteam seit Monaten Strecke und Drumherum. Am 10. und 11. Juli geht es zum zwölften mal von Koblenz nach Trier die Mosel entlang.

Entspannt war die Stimmung beim Organisationsteam des Hospizlaufs beim letzten Treffen in Kell am See. Doch seitdem steigt die Spannung von Tag zu Tag. Am 10. Juli um 12 Uhr startet der längste Benefizlauf der Region am Deutschen Eck in Koblenz. Rund 200 Kilometer geht innerhalb von 24 Stunden die Mosel entlang zum Hospizhaus in Trier. Alle Spenden, wie gesammelt werden, sind für die Einrichtung, in der seit 2006 Menschen ein würdevolles Lebensende ermöglicht, gedacht.

Die Strecke steht im Grunde fest. Immerhin startet der Lauf zum zwölften Mal an der Moselmündung. Der Teufel steckt aber in Detail. "Die Loebstraße ist das größte Problem", sagt der Konzer Ralf Haas, der bei der letzten Organisationssitzung die Punkte seiner Checkliste mit seinen Mitstreitern abarbeitete. Wie der Engpass zwischen Ruwer und Trier umgangen wird, werde sich kurzfristig entscheiden.

Einfacher ist es in Ediger-Eller. Der Abstecher zur "Straße der Sportler" am Freitagabend war mit einem Federstrich beschlossene Sache. Der Metallbauer Rudolf Franzen hat eine Plattform konstruiert, auf der sich jeder mit einer Metalltafel verewigen lassen. "Das ist sinnbildlich als Straße zu verstehen", erklärt Franzen. 50 Euro pro Tafel fließen ebenfalls dem Hospizhaus zu.

Wer mitlaufen will, egal ob ein Kilometer oder gleich mehrere Etappen, ist herzlich willkommen. Erfahrenen "Tempoläufern" sorgen dafür, dass jeder Kilometer im Schnitt in 6:30 Minuten zurückgelegt wird - eine Geschwindigkeit, die die meisten Hobbyläufer nicht überfordert. Was den Hospizlauf abgesehen vom guten Zweck und der landschaftlich einmaligen Strecke so besonders macht? Als mystisch, fast religiös wird die Stimmung von vielen Teilnehmern gerade während der späten Abend- und frühen Morgenstunden charakterisiert. Außerdem wird viel geredet. Es geht nicht um Bestzeiten und das gemächliche Tempo lädt zum Quasseln ein, so dass manch einer im Redefluss schon weiter gelaufen ist, als geplant.

Und es kommt so etwas wie Urlaubsstimmung auf. Denn an den etwa alle zehn Kilometer eingerichteten Verpflegungspunkten gibt es mehr jenseits der üblichen Läufernahrung. Brezel und Griebenschmalz seien geordert, meldete der Trierer Toni Schnell bei der Organisationssitzung: "Ich habe sogar zwei Kilogramm in diesem Jahr." Bei Ellenz-Poltersdorf wird wieder gegrillt. "Und um halb vier in Bernkastel gibt es wieder Suppe - mit oder ohne Maggi", kündigt Haas an. Darauf freuen sich nicht nur Läufer, sondern alle Helfer.

Hospizlauf-Stationen
Start: Deutsches Eck Koblenz (Freitag, 12 Uhr), Winningen (13.18 Uhr), Lehmen (14.30 Uhr), Moselkern (16.02 Uhr), Pommern (17.02 Uhr), Cochem (18.06 Uhr), Poltersdorf (19.38 Uhr), Bremm (21.04 Uhr), Zell (22.37 Uhr), Reil (rechte Moselseite, 23.54 Uhr), Traben-Trarbach (Samstag, 1.05 Uhr), Kinheim-Kindel (2.13 Uhr), Bernkastel-Kues (3.47 Uhr), Wintrich Wohnmobilstellplatz (5.14 Uhr), Piesport Turnhalle (6.01 Uhr), Neumagen Brücke Eifelseite (6.50 Uhr), Leiwen Ortseingang (7.33 Uhr), Detzem Staustufe (8.36 Uhr), Mehring Moselbrücke (9.20 Uhr), Schweich (10.18 Uhr), Ruwer (11.03 Uhr), Ziel: Trier Hospizhaus (12 Uhr)

Spenden-Konto: Hospizlauf Trier, IBAN DE25 5855 0130 0007 0203 99, BIC TRISDE55XXX, Sparkasse Trier, Verwendungszweck: Hospizlauf 2015

Weitere Informationen im Internet: www.hospizlauf.de

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