Staffelerlebnis beim Hospizlauf

Der Hospizlauf entlang der Mosel vom Deutschen Eck bis zum Trierer Hospizhaus hat mittlerweile Kultcharakter. Ein besonderes Erlebnis versprechen die 24 Stunden für diejenigen, die am 10. und 11. Juli als Staffel immer ein Teammitglied für den guten Zweck, das Trierer Hospizhaus, auf der 200-Kilometer-Strecke haben.

"Eigentlich könnte man ein Buch vom Hospizlauf schreiben", meint Jörg Engel. Sei es die nächtliche Begegnungen mit Wildschweinen, die Freundschaften, die irgendwo zwischen Koblenz und Trier entstanden sind oder die schon legendäre Grillparty am Rastplatz zwischen Ellenz-Poltersdorf und Senheim. Die Hospizläufer des Trierer Mutterhaus stellen dabei den Nudelsalat, die vom Brüderkrankenhaus (BKT) das Fleisch auf den Tisch, erzählt Engel.

Mit seinem Sololauf von Koblenz nach Trier begann vor elf Jahren die Geschichte des Hospizlaufs. So wie der mittlerweile 42-Jährige aus Morbach-Gutenthal im Februar 2004 ist in den vergangenen Jahren niemand mehr die knapp 200 Kilometer durchgelaufen. Was aber nicht schlimm ist. Immer mehr Läufer, zuletzt rund 500, unterstützen für mehr oder weniger lange Teilabschnitte die gute Sache. Je näher der Hospizlauf am Samstagvormittag (11. Juli) Trier kommt, desto größter wird das Läuferfeld, das Kilometer für Kilometer in gemächlichen sechseinhalb Minuten (zirka 9 km/h) zurücklegt, werden.

Für manche Clubs ist die Herausforderung, während der gesamten 24 Stunden (von 12 Uhr am 10. Juli bis 12 Uhr am 11. Juli) mit einem Läufer vertreten zu sein. "Seit 2012 laufen wir in Staffelform", erzählt Wolfram Braun von der LG Meulenwald Föhren. Der Anreiz: Gutes tun und Geld fürs Trierer Hospizhaus sammeln. Durch die Staffel binde man mehr Menschen ein, als wenn man sich auf einzelne Etappen konzentriere, glaubt Braun.

Staffeln sollten nach Möglichkeit mit einem eigenen Begleitfahrzeug dabei sein, sagt Norbert Thome. "Am besten aber nur eins, denn der Begleittross wird immer größer und die Platzverhältnisse an den Verpflegungspunkten immer enger", sagt der Mitorganisator von Spiridon Hochwald. Der Hospizlauf ist zwar ein großes Miteinander, doch damit alles geregelt abläuft, gilt: Grundsätzlich kümmert sich jeder selbst um Verpflegung und Transport.

Bei der TG Konz, die erstmals die kompletten 200 Kilometer besetzen will, hat sich die ehemalige Lauftreff-Abteilungsleiterin Silvia Büdinger bereit erklärt, das Begleitfahrzeug zu fahren. "Alle die bereits am Hospizlauf teilgenommen haben, schwärmen vom einzigartigen Erlebnis", erklärt Reinhold Büdinger, der den Abteilungsvorsitz von seiner Frau übernommen hat. Er ist zuversichtlich, dass sich genügend Saar-Mosel-Läufer für die kompletten 200 Kilometer finden.

Die Hospizlauf-Erlebnisse haben aus Gelegenheitsjoggern schon passionierte Langstreckler gemacht, weiß Jörg Engel: "Durch den Hospizlauf sind einige BKTler erst zum Laufen gekommen und werden in diesem Jahr ihren ersten Marathon absolvieren." Nach jahrelangen Knieproblemen freut sich der erste Hospizläufer auf die zwölfte Auflage: "Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr den ein oder anderen Kilometer mehr mitlaufen kann. Dafür habe ich im Frühjahr 30 Kilogramm abgespeckt", sagt der dreifache Familienvater augenzwinkernd.

Bericht Hospizlauf 2014 mit Bilder
Bericht Hospizlauf 2013 mit Bildern: Freitag und Samstag