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Schalkenmehren
In Schalkenmehren wird’s emotional

FOTO: Holger Teusch
Schalkenmehren. Wenn Ende Juli zum zweiten Mal die Cross-Triathlon-DM in der Eifel ausgetragen wird, hat ein Mann aus der Region etwas gutzumachen.

Der 28. Juli wird emotional für Jens Roth! Fast auf den Tag genau fünf Jahre nachdem erstmals die deutschen Meisterschaften im Rahmen des Vulkan-Cross-Triathlon (VCT) in Schalkenmehren ausgetragen werden, kann sich der aus Monzelfeld im Hunsrück stammende 30-Jährige endlich bei seinem Heimrennen den nationalen Titel holen.

Das wollte Roth eigentlich schon 2013. Aber eine Reifenpanne und ein regelwidrig angenommenes Ersatzrad führten damals zur Disqualifikation. Jetzt soll es endlich klappen. „Ich habe dreimal die deutsche Meisterschaft im Osten des Landes gewonnen. Jetzt bin ich umso glück­licher, dass die DM wieder nach Schalkenmehren vergeben wurde“, sagt Roth. „Schalkenmehren ist praktisch mein Geburtsort in Sachen Cross-Triathlon.“

Als der kleine Sportverein SC Blau-Weiß Schalkenmehren 2010 die Idee eines Triathlons im Gelände hatte, lief das Team um Lothar Kaspers bei Marc Pschebizin damit offene Türen ein. Der Ironman-Distanz-Bezirksrekordler (8:34:58 Stunden) ist auch ein Pionier bei Multisport-Wettkämpfen abseits von befestigten Wegen. „Marc hat gesagt, da entsteht was ganz Großes“, erinnert sich Roth.

2010 bei der VCT-Premiere sprang er zusammen mit Marc Pschebizin ins Schalkenmehrener Maar. In den beiden ersten Jahren musste sich Roth noch seinem Trainer geschlagen geben. 2012 gewann er auf der erstmals angebotenen sogenannten Vulkandistanz über 1500 Meter Schwimmen, 32 Kilometer Mountainbike fahren und neun Kilometer Laufen. Nach Defekt und Disqualifikation 2013 musste Roth 2014 nach einem schweren Radunfall ebenfalls pausieren. Seit 2015 stand immer nur der Automatisierungstechniker bei der Königsstrecke ganz oben auf dem Podest. Und da will Roth auch am 28. Juli wieder hin: „Ich denke, dass wieder viele Freude und Bekannte nach Schalkenmehren kommen werden, um mich zu unterstützen – wie es 2013 auch schon war. Ich setze alles daran, am 28. Juli ganz oben zu stehen“, sagt er.

Die Konkurrenz wird aber groß sein, weiß Lothar Kaspers: „Die Nachfrage ist überwältigend hoch. Wir haben mehr Starter bei der deutschen Meisterschaft, als unsere Kollegen in Zittau (Anmerkung: die 2017 Ausrichter waren), der größten Crosstriathlon-Veranstaltung in Deutschland.“ 154 der bisher insgesamt angemeldeten 480 Sportler, darunter 144 in Staffeln, wollen um die Titel mitkämpfen.

Helmut Menger, Technischer Delegierter der Deutschen Triathlon-Union (DTU) für die DM in Schalkenmehren, kann sich in der Eifel auch noch hochkarätigere Meisterschaften vorstellen: „Das Team arbeitet professionell. Mir der Maar-Arena, mit diesem Kurs wäre noch ein bisschen mehr drin.“

Über eine Europameisterschaftsbewerbung wurde auch schon im VCT-Team nachgedacht. Allerdings vergibt der europäische Verband die Cross-Triathlon-EM nur noch im Paket mit anderen nicht-olympischen Multisport-Meisterschaften wie Aquathlon (Schwimmen und Laufen) und Duathlon (Laufen und Rad fahren). „Ich finde das völlig Banane. Es grenzt nämlich kleine Veranstalter mit Leidenschaft aus“, ärgert sich Kaspers. „Wir können unsere 200 ehrenamtlichen Helfer nicht an drei oder vier Tagen beschäftigen“, erklärt er.