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Laufend Spaß trotz Maske und „Rotwein-Polizei“

Laufveranstaltung : Laufend Spaß trotz Maske und „Rotwein-Polizei“ (Fotos)

Die Organisatoren sind mit dem Ablauf des Bitburger Rotweinlaufs zufrieden.

Einfach Spaß haben! Das wollten am vergangenen Freitagabend 178 Läufer, Walker und Wanderer bei der ersten offiziellen Laufveranstaltung außerhalb eines Stadions seit März. Die Eifelläufer (die Sportabteilung des Vereins Eifelmarathon) organisierte zwar bereits zum fünften Mal ihren Rotweinlauf. Die in der Region Trier einmalige Veranstaltung mit Weinverkostung auf der Strecke, war unter Corona-Bedingungen aber noch mehr etwas Besonderes.

In den vergangenen vier Jahren kamen jeweils weniger als 100 Läufer. Diesmal fast doppelt so viele. „Wenn es keine Laufveranstaltungen gibt, fehlt etwas“, sagte Mario Harrer, der extra aus Bonn kam, um die corona-bedingte Veranstaltungspause zu beenden. „Man merkt, dass die Leute hungrig sind“, meinte Uschi Ziwes von der LG Kammerwald/Geichlingen (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Nach vier Monaten ohne Laufveranstaltung lechzten die Ausdauersportler danach, Freunde und Bekannte aus der Szene wieder zu treffen.

Johannes Müller betreut seit fünf Jahren eine Station beim Bitburger Rotweinlauf und bedauert, dass wegen Corona wieder Plastik-Einmal-Becher statt Gläser benutzt werden mussten. Foto: Holger Teusch

Wenn auch mit Abstand und in vielen Bereichen mit Maske. Auf 15 DIN-A-4-Seiten hatte Organisationsleiter Peter de Winkel den Ablauf und Aufbauplan im Detail festgehalten. „Ich kenne die Abstände hier im Stadion jetzt alle

Zum Ablaufplan kamen acht Seiten Hygienekonzept. Der Mund-Nasen-Schutz musste in der Warteschlange (mit 1,50-Meter-Abstandmarkierungen) für die Kontakterfassung bis zu den Sitzplätzen für die einzelnen Gruppen und vor dem Start getragen werden. Nur auf der Laufstrecke und nach dem Sport an den Sitzplätzen durfte die Maske abgenommen werden. „Wir hatten fünf Mann Rotweinpolizei, die unauffällig geguckt haben, dass alles gut lief“, erzählt de Winkel. Nur ein paar Mal habe das Quintett auf die Regeln aufmerksam machen müssen. „Die Leute waren sehr diszipliniert, sehr zivilisiert“, lautet das Fazit des Organisationsleiters.

Er hoffe, dass der Eindruck bei Ordnungs- und Gesundheitsamt genauso war. „Es liegt an euch, ob in den nächsten Monaten in Bitburg wieder etwas mit Veranstaltungen passiert“, machte de Winkel bei seiner Begrüßung alle Teilnehmer noch einmal auf die Verantwortung aller aufmerksam. Als Mischung aus Sportveranstaltung (allerdings noch ohne Wettkampfcharakter und Zeitmessung) und Weinprobe waren die Rotweinlauf-Macher doppelt gefordert. Alkoholexzesse gab es bei der laufenden Weinprobe auch in Vor-Corona-Zeiten nicht. Die kleinen Schnapsgläschen, die an Stationen halb gefüllt wurden, ergaben in der Summe nur knapp die Füllung eines normalen Weinglases.

Johannes Müller, der mit dem achten und letzten Stand schon Kultstatus erlangt hat, bedauert die erzwungene Rückkehr zum Plastik: „Letztes Jahr waren wir weiter und hatten richtige Weingläser aus Glas“, erzählt er. Gläser spülen am Rande von Kornfeldern unter alten Apfelbäumen war diesmal aber aus Hygienegründen nicht machbar.

Trotzdem: „Es macht einfach Spaß“, sagte die seit vielen Jahren in Bitburg lebende gebürtige Kubanerin Angelina Diaz-Bastgelo bei ihrem Rotweinlauf-Debüt. „Es ist eine ganz neue Erfahrung, ein richtiges Erlebnis“, ergänzte Regina Alex von den Grünewaldläufern des SV Lüxem (Kreis Bernkastel-Wittlich). „Ich habe nicht gedacht, dass die Kombination so gut funktioniert“, sagte ihre Vereinskollegin Lydia Buyna. Die Beine seien nach knapp sieben Kilometern (der mittleren von drei Strecken, außerdem 4,4 Kilometer und 6,8 Kilometer) schwer, aber vom Kopf her laufe es mit der besonderen Verpflegung sehr gut. Ungewohnt sei etwas anderes gewesen, sagte Christian Polich (SV Lüxem): „Ich habe Bitburg noch nie mit Rotwein in Verbindung gebracht.“