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PST Trier:
Die Leichtathletik-Zukunft hat begonnen

PST Trier
PST Trier FOTO: Holger Teusch
Trier. Der Tod von Volkhart Rosch war eine Zäsur für die Leichtathleten des PST Trier – Günter Heidle ist neuer Abteilungsleiter.

„Was passiert, wenn der Rosch mal nicht mehr da ist?“ Diese Frage beschäftigte die Leichtathleten über den Post-Sportverein Trier (PST) hinaus schon lange vor der schweren Erkrankung von Volkhart Rosch. Das Trierer Moselstadion ohne die unverkennbaren Anweisungen Roschs schien den meisten nach mehr als einem halben Jahrhundert fast wie eine Utopie.

Der streitbare und zuweilen auch umstrittene Übungsleiter selbst ahnte, dass sein Erbe ein schweres sein wird. „Ich bin der letzte Romantiker der Leichtathletik“, pflegte Rosch zu sagten. Er wusste, dass sein Nonstop-Engagement – quasi 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr – nicht zu toppen ist.

„Es war für uns alle nicht leicht“, erzählt Günter Heidle von der Neuordnung der PST-Leichtathletik-Abteilung nach Roschs Tod im Juli 2017. Der 68-Jährige, selbst ein Rosch-Schützling und enger Vertrauter, übernahm den Abteilungsvorsitz. „Ich habe ja die Veranstaltungs-Organisation und habe gesagt: Ich kann nicht alles machen“, stellte er aber auch klar. Die Pressearbeit übernahm Annika Gäb. „Früher hat Volkhart das alles auch noch gemacht. Ich weiß gar nicht wie“, sagt Heidle. Für den Posten des Lauftrainers ging er zusammen mit Verbandstrainer Klaus Klaeren auf Marc Kowalinski zu.

Dem ehemaligen deutschen Vizemeister (2003 über 1500 Meter mit Bestzeiten von 3:41,41 Minuten auf der Mittelstrecke, über 14:01,19 Minuten (5000 Meter) bis 30:32,13 Minuten (10 000 Meter), bis 2005 LG Vulkaneifel, dann PST) wurden hinter vorgehaltener Hand schon seit längerem Ambitionen als Trainer nachgesagt.

Im breitensportlichen Bereich hat Kowalinski bereits Teilnehmer der Aktion Der TV bewegt auf den Trierer Stadtlauf vorbereitet. „Seit dem Wintertraining schreibt Marc die Pläne für den Mittel- und Langstreckenbereich“, erzählt Heidle, dass „Kowa“ nun die erfolgreiche Geschichte der PST-Läufer weiterschreiben will.

„Ich habe eine etwas andere Trainingsphilosophie“, sagt Kowalinski. Weniger im Stadion, mehr im Gelände spielt sich das Training bei dem zweimaligen Hallen-DM-Dritten gerade in der Phase des Grundlagentrainings im Winter ab. Außerdem sind Kowalinski ein langfristig orientierter Trainingsaufbau und im Hochleistungsalter eine Konzentration auf die jeweiligen Spezialstrecken wichtig.

Dazu gehört es beispielsweise für die Jugend auch, Erfahrungen auf nationaler Ebene zu sammeln, ohne an Medaillen zu denken. So schickte der PST die U20-Junioren Judith Pink, Johannes Hein, Jakob Hering und Abraham Wirtz zur Cross-DM. Pink belegte den 14., das Trio in der Teamwertung den siebten Platz. Deutschen Meisterschaften seien meist Zwei-Tages-Reisen. „Das ist auch eine Kostenfrage“, erklärt Heidle. „Wir sind froh, dass das dank unserer Sponsoren und des Vereins bisher immer geklappt hat.“