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Markus Krempchen aus Schweich will komplette Mosel ablaufen

Extremlauf : Schweicher will komplette Mosel ablaufen

Markus Krempchen plant zusammen mit dem luxemburgischen Ultramarathoni Claude Stiefer die 557 Kilometer von der Quelle bis zum Mündung der Mosel zu laufen - in nur fünf Tagen!

Er ist aus Schweich, ist also Moselaner und dazu ein Läufer mit einem Hang zu ganz langen Strecken und außergewöhnlichen Aktionen. Bei dieser Kombination war es fast schon absehbar, dass Markus Krempchen irgendwann den Flusslauf seiner Heimat unter die Sohlen nimmt. Vom 23. bis 28. Mai will der 48-Jährige von der Quelle der Mosel in den Vogesen bis zur Mündung am Deutschen Eck in Koblenz ablaufen. 557 Kilometer innerhalb von fünf Tagen, 120 Stunden!

„Irgendwie war es schon immer mein Traum gewesen, die Mosel abzulaufen. Ich hatte bisher nur nicht die Zeit gefunden“, erzählt Krempchen. Im vergangenen Herbst musste der mittlerweile in Mettlach-Orscholz im Saarland als selbstständiger Lauftrainer und -organisator arbeitende Schweicher seine für den Winter geplanten Laufveranstaltungen wegen der Corona-Einschränkungen absagen. Die Pandemie gab ihm aber die Möglichkeit, den Mosellaufplan, der seit der Jahrtausendwende immer konkreter in seinem Hinterkopf herumspukte, umzusetzen.

Hauptsächlich mit dem Finger auf der Landkarte. Die letzten rund 300 Kilometer durch Deutschland bis ans Deutsche Eck kennt Krempchen sowieso gut. „Die erste Etappe von der Quelle in Bussang führt über kleine Straßen. Da kann man sich nicht verlaufen“, erklärt er. Am schwierigsten dem Flusslauf zu folgen werde es zwischen Toul und Metz. Dort erschweren parallel verlaufene und abzweigende Kanäle die Orientierung.

Krempchens wichtigsten Anlaufpunkte werden natürlich seine Heimatstadt Schweich und Trier sein. Bei seinen Eltern in der Stefan-Andres-Stadt will sich der Ultramarathonläufer, der unter anderem bereits bei einem 105-Kilometer-Traillauf auf Madeira den achten Platz belegte, die längste Pause gönnen. Fünf Stunden Schlaf sind eingeplant. Ansonsten werden es an den insgesamt acht Etappenorten nur zwei bis drei Stunden werden, bis er wieder in die Laufschuhe schlüpfen muss. „Ich bin jetzt auch schon mal morgens um 4 Uhr laufen gegangen, um mich an den Rhythmus zu gewöhnen“, erklärt er.

Apropos Vorbereitung, deren heiße Phase beginnt gerade erst. Noch im vergangenen Herbst machten Krempchen Meniskusprobleme zu schaffen. Es gelang ihm aber, um eine Operation herum zu kommen. Es laufe wieder rund, erklärt er. Aber die Kälte der vergangenen Wochen waren nicht ideal für ganz lange Trainingsläufe. Doch am gestrigen Dienstag (16.2.) war Markus Krempchen bei seinen Eltern in Schweich, um dort Wechselklamotten zu deponieren. Als Trainingsstrecke will er demnächst die gut 65 Kilometer von der deutsch-französischen Grenze bei Schengen bis Schweich ablaufen. Das sei ideal, weil man eine Richtung mit dem Zug zurücklegen könne, erkärt er.

Das empfiehlt Krempchen auch allen, die ihn in der Pfingstwoche ein Stück im gemächlichen Tempo von rund acht Minuten pro Kilometer begleiten möchte. Wie beim Hospizlauf von Koblenz nach Trier (dieses Jahr am 9. und 10. Juli geplant) müsse jeder selbst dafür sorgen, wieder zum seinem persönlichen Ausgangspunkt zurück zu kommen.

Über ein bisschen Abwechslung wird sich Krempchen freuen. „Es wird viel Kopfsache“, weiß er von seinen bisherigen Ultramarathonläufen. Und natürlich können viel passieren. Vor allem dürfe er zu Beginn nicht zu schnell laufen. Quälen wird der Schweicher sich trotzdem müssen. Egal, sagt er: „Man muss auch mal Sachen machen, die noch niemand gemacht hat.“

Das stimmt nicht ganz. Die Mosel von der Quelle bis zur Mündung wurde zwar schon abgelaufen. Beispielsweise schafften das  Emanuela Hinz und Genevieve Liountaroglouin aus Nordrhein-Westfalen in 16 Tagen. Krempchen und Claude Stiefer wollen in einem Drittel der Zeit am Deutschen Eck ankommen.