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Ganz schön fit
Mit 81 Jahren noch ganz schön aktiv

Auch zu Beginn des neunten Lebensjahrzehnts stellt sich Karl-Peter Schröder noch dem Wettkampf.
Auch zu Beginn des neunten Lebensjahrzehnts stellt sich Karl-Peter Schröder noch dem Wettkampf. FOTO: Holger Teusch, Unterm Bergfried 20, 54538 Bausendorf, Telefon 06532/954022 / Holger Teusch
Maring-Noviand . Karl-Peter Schröder aus Maring-Noviand nimmt bereits zum 39. Mal an der Mosel-Crosslauf-Serie teil.

Vor eineinhalb Wochen musste selbst Karl-Peter Schröder staunen. Erst Regen, dann Schnee, zuerst nur Matsch und Wasser, später das Ganze unter einer feinen weißen Schneedecke, beim dritten Wertungslauf der Mosel-Crosslauf-Serie im Grünewald der Kreisstadt herrschten extreme Bedingungen. „An so ein Wetter, wie beim Crosslauf in Wittlich kann ich mich nicht erinnern“, sagt Schröder. Und der 81-Jährige muss es wissen. Kein Läufer war ununterbrochen so oft bei der Crosslaufserie dabei, wie der Senior aus Maring-Noviand. „Ich habe fast alle mitgemacht“, erzählt Schröder stolz.

Zu recht stolz kann der vielfache Großvater darauf sein. Allein seine Wettkämpfe im Rahmen der ältesten rheinland-pfälzischen Crosslaufserie summieren sich auf fast 140. Trotz seines Alters und des rutschigen Untergrunds ließ Schröder beim Crosslauf in Wittlich über 3880 Meter noch andere Läufer hinter sich. Das ist aber gar nicht seine Absicht. „Ich laufe ja nicht mehr schnell. Ich will gut ankommen“, erklärt er. Eine Kurve in einem Bergabstück sei schwierig zu laufen gewesen, erzählt Schröder. Aber da heißt es dann Sicherheit geht vor und mit Trippelschrittchen oder sogar im Gehschritt kommt man auch weiter.

Wie kaum ein anderer hat Schröder die Entwicklung der Mosel-Crosslauf-Serie hautnah erlebt. In den Anfangsjahren nach der Erstauflage 1976 führten die Strecken überwiegend durch Wälder. Weil aber bei Start und Ziel manchmal nicht einmal eine Schutzhütte stand, wurden Crossläufe schlechtem Wetter zur Härteprüfung. Aber Schröder hatte mit seiner Vereinswahl Glück: Der PSV Wengerohr reiste lange Zeit mit einem großen Polizeibus zu den Crossläufen - der war dann auch die fahrende und vor allem trockene Umkleidekabine.

Außer den Crossläufen hat Schröder 40 Mal das Deutsche Sportabzeichen abgelegt. Dazu kommen noch unzählige andere Leichtathletik-Wettkämpfe im Stadion. „Im Sommer sind die südwestdeutschen Seniorenmeisterschaften in Trier. Da will ich noch mal fit sein“, erzählt der amtierende 200-Meter-Rheinlandmeister der Altersklasse M80 (80 bis 84 Jahre) von seinen Zielen für 2018.

Dafür trainiert Schröder im Wald bei Maring-Noviand: „Während der Crosslaufsaison gehe ich drei Mal pro Woche laufen.“ Auch auf die Starts im Stadion bereitet er sich in der Natur vor. Zum Training der Seniorengruppe des PSV Wengerohr möchte er nicht mehr gehen. Er fühle sich etwas zu alt, um mit 50- bis 60-Jährigen Sport zu treiben.

Dabei gehörte Schröder jahrzehntelang bei den Trainingsstunden auf dem Sportplatz des Wengerohrer Bereitschaftspolizei-Geländes zum festen Inventar, nach er als als 44-Jähriger durch seinen Sohn zu Leichtathletik kam. Davor war er als Fußballer aktiv. Wichtig, um jahrzehntelang sportlich aktiv sein zu können, ist laut Schröder natürlich Disziplin. Aber vor allem müsse man den Sport mit Vernunft betreiben und dürfe nicht übertreiben. Das Leben genießen müsse man sowieso. Und so trinkt der ehemalige Maurerpolier auch gerne mal ein Glas Wein.