Nur nicht zu viel Konfetti essen beim Silvesterlauf in Trier

Sport : Silvesterlauf in Trier: Nur nicht zu viel Konfetti essen!

Europameisterin Gesa Krause, 10 000-Meter-Ass Richard Ringer und die anderen deutschen Asse gehen locker, aber mit Biss in die Eliterennen des 29. Bitburger 0,0% Silvesterlaufs. Rund 2000 Läufer und mehr als 10 000 Zuschauer werden in der Trierer Innenstadt erwartet.

Richard Ringer ist Europas schnellster 10 000-Meter-Läufer des Jahres. Der schnellste Deutsche seit Dieter Baumann. Mehr als 400 Wettkämpfe hat der 29-Jährige bereits absolviert. Aber was ihn am heutigen Silvestertag in Trier beim Bitburger 0,0% Lauf der Asse über acht Kilometer erwartet, davon hat er bisher nur gehört. „Statt Getränke- gibt es Konfettistände. Ich hoffe, dass ich noch nicht so viele davon esse“, erzählte Ringer gestern auf der Abschlusskonferenz auf was er sich einstellt - und freut sich: „Ich bin gespannt auf die Stimmung.“

Zu recht: Mit 250 Kilogramm Konfetti, 2500 Trillerpfeifen und 4500 Wunderkerzen werden laut Organisationsleiter Christian Brand vom Ausrichterverein Silvesterlauf Trier die erwarteten mehr als 10 000 Zuschauer ausgestattet. Aber diesmal sollen noch mehr Sambatrommlergruppen und Musikbands entlang des Ein-Kilometer-Rundkurses den Ruf der Trierer Silvesterlaufs als „deutsches São Paulo“ untermauern.

Wie Gesa Krause hat Ringer bis vor zwei Wochen in der Höhe und Wärme von Kenia den ersten Teil seiner Vorbereitung auf das Weltmeisterschaftsjahr 2019 absolviert. „Das ist ein sehr hartes Training, was die Kenianer machen“, hat der zweimalige Europameisterschaftsdritte festgestellt. Was ihm gegenüber seinen bisherigen Höhenaufenthalten in den USA oder der Schweiz gefallen hat: die Motivation. „Es gibt halt nur laufen und ausruhen für die nächste Trainingseinheit.“

Ringer hatte sich zusammen mit seiner Freundin Nada Pauer Gesa Krause und deren Trainer Wolfgang Heinig angeschlossen. „Es war gut, dass mit Gesa und Herrn Heinig zwei da waren, die uns die Region zeigen können“, sagt er. Umgekehrt freute sich die Hindernislauf-Europameisterin vom Silvesterlaufverein, dass sie mit der zweimaligen österreichischen Meisterin Pauer eine Trainingspartnerin hatte. „Nada lagen mehr die längerer Trainingsläufe, mir die kürzeren. Es ist gut, wenn man mit den eigenen Schwächen konfrontiert wird. Und es ist schon hilfreich, wenn man sich nicht immer allein durchbeißen muss“, erzählte die 26-Jährige.

Im vergangenen Jahr kam Krause aus einem Skilanglauf-Trainingslager zum Silvesterlauf. Diesmal ist sie durch den Kenia-Aufenthalt spezifischer vorbereitet. „Vor einem Jahr war es ein durchwachsener Silvesterlauf. Ich bin schnell angegangen“, erzählt sie. Am Ende wurde sie nur Dreizehnte. Was allerdings kein schlechtes Omen war. Denn auch wenn es in der Freiluftsaison nach gute Resultaten in der Halle und tollen 1:12:15 Stunden bei ihrem ersten Halbmarathon zunächst nicht so lief wie erhofft, Krause verteidigte ihren Europameistertitel über 3000 Meter Hindernis.

Das Rennen im Berliner Olympiastadion war auch ihr letztes vor dem Silvesterlauf. „Es ist natürlich immer eine schwierige Zeit im Jahr. Man weiß nicht, wo man steht. Aber ich freue mich, endlich wieder diese Aufregung vor dem Start zu spüren“, sagt Krause. Ihr Motto: „Das Beste geben und Spaß haben!“

Dass sie Konkurrenz im Sparkassen-Elitelauf der Frauen über fünf Kilometer stark ist, weiß Krause von ihren bisher sechs Silvesterlauf-Starts. Da ist nicht nur Nada Pauer, die sich in diesem Jahr auf 15:40,61 Minuten über 5000 Meter verbessert hat. Gut ein Dutzend weiterer Läuferinnen kann vorne mitlaufen. Für die zweimalige EM-Sechste (3000 Meter Hindernis und Crosslauf) Elena Burkard wird es der Abschluss eines Traumjahrs. Und die Silvesterlauf- war die erste Pressekonferenz für Deutschlands Lauf-Aufsteigerin des Jahres. Sie studiert zur Zeit in Tübingen und hat eine Wohnung im Haus von Olympiasieger Dieter Baumann bezogen.

Apropos Baumann: Silvesterlauf-Renndirektor Berthold Mertes äußerte bereits einen Wunsch für das 30. Jubiläum in einem Jahr. Geplant ist ein Auftritt von Dieter Baumann als Kabarettist. „Schön wäre dann ein Baumann meets Ringer - dann vielleicht mit einem Silvesterlauf-Podestplatz.“ Immerhin war seit dem deutschen 5000-Meter- und 10 000-Meter-Rekordler niemand mehr schneller auf den Langstrecken, als Ringer.

Favoriten:

Sparkassen-Elitelauf der Frauen, 5 km (Start: 15.00 Uhr):

Gesa Krause (Silvesterlauf Trier)

Beatha Nishimwe (Ruanda)

Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald)

Sylvia Medugu (Kenia)

Diana Sujew (LG Eintracht Frankfurt)

Jana Sussmann (Haspa Marathon Hamburg)

Elina Sujew (LG Eintracht Frankfurt)

Anna Gehring (ASV Köln)

Nada Pauer (Österreich)

Nina Lauwaert (Belgien)

Bitburger 0,0% Lauf der Asse, 8 km (Start: 15.30 Uhr):

Isaac Kimeli (Belgien)

Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen)

Alfred Cherop (Kenia)

Elvis Chebor (Kenia)

Martin Sperlich (VfB LC Friedrichshafen)

Florian Orth (LG Telis Finanz Regensburg)

Malcom Hicks (Neuseeland)

Frank Fuselaar (Niederlande)

Abdi Uya (Äthiopien)

David Nilsson (Schweden)

Samuel Fitwi läuft Silvestercross

Neben Gesa Krause zählt DM-Teilnehmerin Lotta Schlund vom PST Trier zu den aussichtsreichsten Starterinnen aus der Region Trier im Sparkassen-Elitelauf der Frauen. U23-Vizeeuropameister Samuel Fitwi steht dagegen zusammen mit seinem Trainern Yannik Duppich und Andreas Keil-Forneck (alle LG Vulkaneifel) in der Meldeliste für einen Silvester-Crosslauf in den Niederlanden. Im Bitburger 0,0% Asselauf dürften Andreas Theobald (PST Trier), Martin Müller (LG Meulenwald Föhren) und Martin Siebenborn bei seinem letzten Start für die LG Bernkastel-Wittlich (ab 2019 Hamburg running) zusammen mit dem deutschen Crosstriathlonmeister Jens Roth (Tri Post Trier) zu den aussichtsreichsten Läufern aus der Region zählen.

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