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Robin Blatt will zur WM
Die WM-Träume wuchsen im eigenen Garten

Durch Schlamm, Eis und Schnee kämpften sich bei der elften Auflage des von Tri Post Trier organisierten BMW Cloppenburg X-Duathlon rund 250 Ausdauersportler durch den Trierer Weißhauswald.
Durch Schlamm, Eis und Schnee kämpften sich bei der elften Auflage des von Tri Post Trier organisierten BMW Cloppenburg X-Duathlon rund 250 Ausdauersportler durch den Trierer Weißhauswald. FOTO: Holger Teusch
ThalfangHeilbronn. Der Erbeskopf-Mountainbike-Marathon führt am Elternhaus von Robin Blatt vorbei. Jetzt will der Thalfanger zur Weltmeisterschaft.

Wenn der Erbeskopf-Mountainbike-Marathon am Sonntag, 8. Juli zum 17. Mal über das Gelände der Gatschmühle in Thalfang führt, wird das für Robin Blatt ein besonderes Heimspiel. Der elterliche Garten gehört seit jeher zur Strecke des seit 2002 ununterbrochen durchgeführten Radrennens. „Die geht direkt über unsere Wiese. Radsport hat für mich direkt hinter unserem Haus begonnen. Keine Frage also, woher die Begeisterung kommt“, erzählt Blatt. „Kinderrennen gibt es beim Erbeskopf-Marathon ja schon immer und da ist man automatisch mitgefahren.“

Sein erstes richtiges Mountainbike-Rennen habe er mit zwölf oder dreizehn Jahren im Rahmen des Eifel-Mosel-Cups (EMC) gemacht, erinnert sich Blatt. Einmal pro Woche fuhr er nach Bekond zum dortigen Mountainbike-Training. Parallel spielte er Fußball. Aber samstags ein Rennen und sonntags der Einsatz als Mittelfeldspieler in der ersten Mannschaft der Sportfreunde Thalfang – das wurde zu viel der Belastung. Irgendwann habe er in der Halbzeit mit Krämpfen auf dem Rasen gelegen. Da war klar, er musste sich entscheiden, und Blatt wählte den Radsport. „Egal wo man hin kommt, man trifft immer Leute, die genauso enthusiastisch für ihren Sport sind, wie man selbst“, erzählt Blatt. Selbst bei seinem Studienaufenthalt in Thailand, habe er als Radfahrer über alle Sprachbarrieren hinweg schnell Kontakte knüpfen können.

Sein Heimrennen rund um den Erbeskopf wird auch dieses Jahr natürlich wieder ein ganz besonderes für Blatt. Sein Saisonhöhepunkt soll allerdings ein anderer sein. Am 15. September will der Fahrer vom Team Wheelsports bei der UCI-MTB-Marathon-Weltmeisterschaft im norditalienischen Auronzo starten. Um sich zu qualifizieren, muss sich Blatt bei einem Rennen der World Series Marathon unter den besten 20 platzieren. „Ich bin ganz zuversichtlich, dass es dieses Jahr klappt“, sagt er. Den ersten Anlauf nimmt der 24-Jährige am 13. Mai in Singen. Eine Woche später möchte er auch noch im portugiesischen Mêda starten.

Um sein Ziel zu erreichen, trainiert Blatt jede Woche rund 20 Stunden. Mehr als 15 000 Radfahr-Kilometer, davon mehr als die Hälfte auf dem Mountainbike, der Rest auf dem Rennrad, kommen so zusammen. Auch nachdem er sein BWL-Studium abgeschlossen habe, funktioniere es mit dem Training sehr gut. Seit vergangenem Jahr arbeitet er als Controller bei einem großen Getriebehersteller bei Heilbronn in Baden-Württemberg. „Ich habe einen Chef, der dahinter steht, wenn man sportlich aktiv ist. Solange natürlich die Leistung im Beruf stimmt“, erzählt Blatt. Zurzeit genieße er beste Arbeits- und Trainingsbedingungen. Allerdings sei es ihm nach dem Berufseinstieg nicht mehr möglich, wie in den vergangenen Jahren bei der Organisation des Erbeskopf-Marathons zu helfen. Sonst war Blatt in der Woche vor dem Rennen mit in den Wäldern rund um den höchsten Berg von Rheinland-Pfalz unterwegs, um die Strecken zu präparieren. „Das passt dieses Jahr nicht“, bedauert der auch politisch (im Gemeinderat Thalfang und der Jungen Union) aktive junge Mann. Aber dass der Streckenabschnitt durch den elterlichen Garten im Top-Zustand ist, dafür wird Robin Blatt natürlich trotzdem sorgen.