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Silvesterlauf
Silvesterlauf-Siegerin Klosterhalfen: USA statt Trier

Nach zwei Siegen in Folge wird Deutschlands Laufhoffnung Konstanze Klosterhalfen (rotes Trikot) am 31. Dezember 2018 nicht am Bitburger 0,0% Silvesterlauf teilnehmen und gegen Europameisterin Gesa Krause vom Ausrichterverein Silvesterlauf Trier antreten.
Nach zwei Siegen in Folge wird Deutschlands Laufhoffnung Konstanze Klosterhalfen (rotes Trikot) am 31. Dezember 2018 nicht am Bitburger 0,0% Silvesterlauf teilnehmen und gegen Europameisterin Gesa Krause vom Ausrichterverein Silvesterlauf Trier antreten. FOTO: Holger Teusch
Trier/Portland. Deutschlands vielleicht größtes Lauftalent macht einen radikalen Schnitt und trainiert in Portland, wo ihr Ausrüster Nike beim berühmt-berüchtigten Oregon Projekt optimale Bedingungen bietet. Von Holger Teusch

Beim Trierer Silvesterlauf muss man weiter auf den ersten Hattrick im Sparkassen-Elitelauf der Frauen warten. Denn die zweimalige Siegerin (2016/17) Konstanze Klosterhalfen hat einen radikalen Schnitt gemacht. Die 21-Jährige reiste am Mittwoch in die USA, um in der nächsten Zeit in Portland bei Pete Julian, dem Assistenztrainer von Alberto Salazar, dem Chef des Oregon Projekts, zu trainieren. Das berichtet der Bonner Generalanzeiger (Freitagsausgabe). „Aufgrund ihrer Veränderung hat sie leider entschieden, keinen Silvesterlauf zu machen“, bedauert Berthold Mertes vom Verein Silvesterlauf Trier, der für die Eliteläufer beim Trierer Jahresabschlussrennen zuständig ist, die Absage. Ein Silvesterlaufduell zwischen der 21-Jährigen vom TSV Bayer 04 Leverkusen und Hindernislauf-Europameisterin Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) ist erst einmal aufgeschoben.

Klosterhalfens Wechsel in die USA und weg von Heim- und Bundestrainer Sebastian Weiss ist die Konsequenz einer nicht optimal verlaufenen EM-Saison. Nachdem sie sich bei der Hallen-DM nach dem deutschen Freiluftrekord über 3000 Meter auch den unterm Dach sicherte, bremste eine Knieverletzung sie in der Europameisterschafts-Vorbereitung aus. Gerade noch rechtzeitig kam die Studentin, die sechs Jahre lang vom jetzigen Mittel- und Langstrecken-Bundestrainer Sebastian Weiß trainiert wurde, wieder in Form. Koko, wie sie von ihren Fans genannt wird, wurde zum vierten Mal in Folge deutsche 1500-Meter-Meisterin und zog sich im Berliner Olympiastadion als 5000-Meter-Vierte achtbar aus der Affäre.

Der DLV respektiere die „persönliche Entscheidung von mündigen Athleten über ihren Lebensmittelpunkt“ wird der Sportdirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) Idriss Gonschinska in verschiedenen Medien zu Klosterhalfens Schritt in die USA zitiert. Der TSV Bayer Leverkusen, für den sie weiterhin startet (am 30. November endete die Wechselfrist) und bei dem auch Weiss arbeitet, gab auf seiner Homepage bekannt, ihr bisheriger Trainer werde „ihre weitere Entwicklung konstruktiv begleiten“.

Aber dass es zwischen Klosterhalfen und Weiss knirscht deutete sich im Sommer an. Während der Coach Klosterhalfen bereits auf den Weg zur Langstrecklerin wähnte, sah sich die schnellste deutsche 1500-Meter-Läuferin der Nach-DDR-Ära (3:58,92 Minuten) weiterhin als Spezialistin für die drei-dreiviertel Stadionrunden.

Nach zwei Siegen in Folge wird Deutschlands Laufhoffnung Konstanze Klosterhalfen diesmal nicht am Bitburger 0,0% Silvesterlauf teilnehmen und den Afrikanerinnen Paroli bieten. Die 21-Jährige geht zum Training in die USA.
Nach zwei Siegen in Folge wird Deutschlands Laufhoffnung Konstanze Klosterhalfen diesmal nicht am Bitburger 0,0% Silvesterlauf teilnehmen und den Afrikanerinnen Paroli bieten. Die 21-Jährige geht zum Training in die USA. FOTO: Holger Teusch

Der Generalanzeiger zitiert TSV-Leichtathletikgeschäftsführer Jörn Elberding, dass Klosterhalfen zunächst nicht Teil des Oregon Projekts mit dem dreimaligen New-York-Marathonsieger (1980-82) Salazar als Cheftrainer werde. Dem Eindruck nach schnuppert Koko zunächst ins legendäre Läufercamp an der Westküste der USA, aus dem unter anderem der viermalige Olympiasieger Mo Farah (Großbritannien) hervorgegangen ist, hinein. Klosterhalfen könnte mit dem Schritt in die USA aber die nächste Stufe auf der Erfolgsleiter erklimmen.