Geburtstagskind will vorne mitlaufen

Neben dem Tübinger Arne Gabius ist Carsten Schlangen der erfolgreichste deutsche Läufer der vergangenen Jahre beim vom Trierischen Volksfreund präsentierten Bitburger-Silvesterlauf in Trier. Auf seinen vierten Start in Deutschlands ältester Stadt bereitete sich der Vizeeuropameister zum Teil auf Langlaufskiern vor.

Trier. (teu) Ob die Stars der Laufszene Carsten Schlangen am Freitag um 15.30 Uhr vor dem Start zum Bitburger-Lauf der Asse ein Geburtstagsständchen bringen, bleibt abzuwarten. Vielleicht sparen sie sich den Atem. Spätestens nach dem Gewinn der Silbermedaille über 1500 Meter bei den Europameisterschaften hat auch die internationale Konkurrenz ein Auge auf den am 31. Dezember 1980 in Meppen geborenen deutschen Läufer.

"Ich will schon schön weit vorne laufen, schnellster Mittelstreckler sein und den ein oder anderen Langstreckler hinter mir lassen", sagt Carsten Schlangen zu seinen Lauf-Geburtstagswünschen. Dreimal war er bereits beim Bitburger-Silvesterlauf in Trier am Start. Nur bei seinem Debüt 2007 verfehlte er als Elfter eine Top-Ten-Platzierung. Ein Jahr drauf war er als Vierter bester Deutscher. Im Silvesterlauf-Jubiläumsjahr 2009 wurde er Sechster. Nur der von Olympiasieger Dieter Baumann trainierte Tübinger Arne Gabius war schneller (4.).

"Der Silvesterlauf ist immer ein guter Jahresabschluss. Noch mal ein bisschen Spaß haben, das kann man in Trier gut. Stimmungsmäßig ist der Lauf eine tolle Sache. Ein echter Stimmungsaufheller", sagt Schlangen. Wie für die meisten deutschen Läufer störte aber auch den Berliner das Winterwetter bei der Silvesterlauf-Vorbereitung. "Laufen geht auch in Berlin nicht so gut, aber ich fahre viel Ski", erzählt er über sein Alternativ-Programm. Wer meint, in der Großstadt müsste Schlangen dafür weite Wege in Kauf nehmen, irrt: "Fünf Minuten Jogging und dann kann's losgehen."

Mit dem Gewinn von EM-Silber in Barcelona überraschte Schlangen nicht nur sein Umfeld. "Ich war erst mal froh, dass ich im Endlauf war. Aber dann habe ich gemerkt, dass ich besser drauf war, als nur am Finale teilzunehmen. Dass auch eine Medaille möglich sei, damit habe ich mich erst in Barcelona auseinandergesetzt", erzählt er. Und danach wurde groß gefeiert? "Leider nicht so richtig. Die Diplomarbeit hat die Feierlichkeiten eingeschränkt", erklärt der angehende Architekt.

Seine Abschlussarbeit, den Entwurf eines Software-Entwicklungszentrums, hat er kurz vor Weihnachten abgegeben. Bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London will er sich auf den Sport konzentrieren. Zwischenziel: die Weltmeisterschaft im südkoreanischen Daegu. "Eine Medaille zu gewinnen ist natürlich schwer, aber der Endlauf ist realistisch", sagt Schlangen. Und wer weiß: Vielleicht gelingt dem Silvester-Geburtstagskind auch gegen die Afrikaner ein ähnliches Husarenstück wie in Barcelona.