Laufspaß dank Trainerin aus der Eifel

Vor acht Jahren war die Manderscheiderin Tina Lewis Konstanze Klosterhalfens erste Trainerin bei Bayer Leverkusen. Am Silvester trafen sich Deutschlands große Laufhoffnung und die 37-Jährige aus der Eifel nach Kokos Sieg im Sparkassen-Elitelauf auf dem Trie rer Hauptmarkt wieder.

Tina Lewis aus Manderscheid (rechts) war die erste Trainerin von Silvesterlauf-Siegerin Konstanze Klosterhalfen bei Bayer Leverkusen. Foto: Holger Teusch



Trier. Nach fünf eisigen Kilometern war Konstanze Klosterhalfen im Ziel erst einmal nur froh über einen warmen Schluck Tee aus der Feldküche des Malteser Hilfsdienstes. Doch dann wärmte ein unerwartetes Wiedersehen die erst 19 Jahre alte Gewinnerin des Sparkassen-Elitelaufs der Frauen noch weiter auf. Plötzlich schloss Tina Lewis sie in die Arme. Die 37-Jährige aus Manderscheid (Kreis Bernkastel-Wittlich) war unter ihrem Mädchennamen Marxen während ihrer Zeit bei Bayer Leverkusen Klosterhalfens erste Trainerin bei dem deutschen Topclub. 2009 zog Lewis zurück in die Eifel und schloss sich wieder der LG Vulkaneifel an. Klosterhalfen trainiert seitdem beim erst 31 Jahre alten Sebastian Weiß. Doch die Erinnerung an Tina Lewis' Übungsstunden sind immer noch wach. "Weißt du noch - die Runden um die Halle", erinnerte die Sportlerin aus der Eifel ihren einstigen Schützling an einige Trainingseinheiten um die Leichtathletikhalle. "Tina hat mir den Spaß am Laufen gebracht", sagte Klosterhalfen.
Dieser Laufspaß hat sie zu zusammen mit der seit gestern für den Verein Silvesterlauf Trier startberechtigten Hindernislauf-Europameisterin Gesa Krause zur momentan besten deutschen Läuferin werden lassen. Klosterhalfens im vergangenen Jahr aufgestellten persönlichen Bestzeiten über 1500 Meter (4:06,91 Minuten), 3000 Meter (8:46,74), 5000 Meter (15:16,98) und im Zehn-Kilometer-Straßenlauf (32:24), 2016 unerreichbar für alle übrigen deutschen Läuferinnen und bis auf die 1500 Meter allesamt deutscher Jugendrekord.
Konstanze Klosterhalfen, die oft einfach nur Koko genannt wird, ist U20-Europameisterin im Crosslauf, gewann Bronze über 3000 Meter bei der Junioren-WM und stand im olympischen 1500-Meter-Halbfinale in Rio. Trotzdem: "Ich war ziemlich aufgeregt. Nach der Pressekonferenz hatte ich totalen Respekt vor allem vor der Läuferin aus Ruanda und dachte nicht, dass ich gewinnen würde", sagt sie zur Nervosität vor ihrem Silvesterlauf-Debüt. Mit klammen Fingern schnürte sie erst kurz vor dem Start zum Sparkassen-Elitelauf im VIP-Bus ihre Rennschuhe, kam kurz vor knapp zu ihrer Präsentation an die Startlinie und suchte hektisch ihre Eltern, denen sie noch die letzte wärmende Jacke geben wollte.
Doch wenn der Startschuss gefallen ist, ist es mit Kokos Nervosität und Zurückhaltung vorbei. Ob bei Welt- oder Europameisterschaften oder beim "deutschen São Paulo" in Trier. Klosterhalfen machte, was sie am besten kann: Vorneweg laufen. "Ich musste einfach schnell laufen, weil es so kalt war. In der dritten Runde habe ich erstmals die Beine wieder gespürt", erzählt sie.
Nach dem kalten Silvesterlauf geht es für Klosterhalfen am morgigen Dienstag in die Wärme, nach Südafrika in ihr erstes Höhentrainingslager. "Wir wollen ausprobieren, wie ich das verkrafte", erklärt sie. Und das große Saisonziel 2017 die Weltmeisterschaft in London? Nein, Koko schlägt lieber leisere Töne an. "In diesem Jahr ist ja auch die U23-Europameisterschaft", sagt sie - und alles erinnert an ein Jahr zuvor. Da war Olympia erst mal auch kein Thema.