Ohne Zähne, aber mit viel Müsli

Während die ganz Kleinen auf der Strecke noch elterliche Unterstützung erfahren, haben die schnellen Jugendlichen schon den Lauf der Asse im Hinterkopf - die Nachwuchsläufe sind wichtiger Bestandteil des Silvesterlaufs.

Trier. Normalerweise steht Joachim Rodenkirch oben auf der Bühne und im Mittelpunkt. Beim Trierer Silvesterlauf aber stand der Wittlicher Bürgermeister vor der Bühne und applaudierte seinen Kindern zu: Sohn Max wurde Dritter im SWT-Bambinilauf, Tochter Anna erreichte sogar den zweiten Platz beim Volksfreund-Mädchenlauf. Insgesamt gingen bei den verschiedenen Nachwuchsläufen über 450 Jungen und Mädchen an den Start, und vor allem beim Bambinilauf waren die teilweise mitlaufenden Eltern mindestens so aufgeregt wie ihre Sprösslinge.
In gewohnt lockerer Manier versuchte Moderator Wolf-Dieter Poschmann die Anspannung zu nehmen: "Wer hat denn heute Morgen Cornflakes gegessen? Oder Müsli?", fragte er die Teilnehmerinnen vor dem Start des Volksfreund-Mädchenlaufs. Bei den Jungen erkannte er einen Nachwuchsläufer mit deutlichen Zahnlücken: "Das ist gut, da kannst du beim Lauf viel besser atmen!", sagte Poschmann. Im SWT-Bambinilauf gab es einen Doppelsieg für die Grundschule Trier-Irsch durch Till Koal und Jonas Briesch. Die Irscher belegten in der Wertung der teilnehmerstärksten Schulen mit 32 Läuferinnen und Läufern den zweiten Platz hinter der Ausonius-Grundschule, die diese Wertung wie 2010 gewann. 51 Teilnehmer hatte Ausonius in leuchtend roten Shirts auf die Strecken geschickt. Der Sieger im Volksfreund-Jungenlauf kam aber von Eintracht Trier: Giulio Ehses distanzierte die Verfolger über einen Kilometer und wiederholte seinen Vorjahreserfolg.
Ganz andere Zeiten zeigten die Teilnehmer beim Sport-Simons-Lauf der männlichen Jugend, wo die nationale Elite am Start war. Hendrik Pfeiffer vom LAZ Rhede legte ein fantastisches Rennen hin, gewann nach fünf Kilometern in 15:03 Minuten über 30 Sekunden vor dem zweitplatzierten Jan Lukas Becker aus Saarbrücken und Dominik Werhan (PST Trier). Fünfter wurde Alexander Bock (PST) vor Mirko Zenzen (LG Vulkaneifel).
Und die lange Silvesterlauf-Historie lehrt: Wer in diesem Lauf vorne dabei ist, den erwartet fast immer eine große Läuferkarriere. Fragen Sie Guido Streit oder Marc Kowalinski. BP