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Viel Arbeit, etwas Krafttraining und viel Silvesterlauf-Vergnügen

Viel Arbeit, etwas Krafttraining und viel Silvesterlauf-Vergnügen

Ehrenamtliche aus vielen verschiedenen Vereinen, Tausende Zuschauern und rund 2000 Läufern machen am Silvestertag aus Trier das deutsche Sao Paulo. Der Organisationsapparat läuft nach den Feiertagen auf Hochtouren. Neu dieses Jahr: der Zielbereich.

Besinnliche Weihnachtszeit? Beim Organisationsteam des vom Trierischen Volksfreund präsentierten Bitburger-Silvesterlauf in Trier wird, kaum das die letzten Lebkuchen verputzt sind, der Endspurt eingeläutet.

Ein Helfer der ersten Stunde lässt es diesmal allerdings ruhig angehen. "Es tut mir leid, dass ich diesmal nicht dabei bin", sagt Heinrich Steinbach. Ob Sonne, Regen, Schnee oder Glatteis, frühlingshafte oder sibirische Temperaturen, für den 78-Jährigen war es seit der Premiere selbstverständlich, dass er auf dem Hauptmarkt anpackt. Steinbach hat bisher den prominenten Startschützen, vom Oberbürgermeister bis zum Firmenchef, gezeigt, wie sie mit der Pistole umzugehen haben. "Letztes Jahr habe ich mich von Poschi mit 'Bis nächstes Jahr' verabschiedet", erzählt Steinbach wehmütig. Doch vor Weihnachten musste er sich operieren lassen. 2016 will er aber wieder dabei sein.

Vertreten wird Steinbach morgen durch Hermann Barten. Seit gut einem Jahrzehnt ist der 58-Jährige aus Breit im Hunsrück zusammen mit dem Trierer Jürgen Wolf und der sich "Dienstagslatscher" nennenden Trainingsgruppe beim Silvesterlauf dabei. Das Aufstellen der Absperrgitter, für die Ausdauersportler, die immer dienstags im Moselstadion ihre Runden drehen, ein moderaten Krafttraining. "Wir fangen beim Ziel an und entwickeln das von da aus weiter", erklärt Barten. Zieleinlauf und Nachzielbereich rücken erstmals weiter in die Mitte des Hauptmarkts. Dadurch solle der Engpass bei H&M für die Zuschauer entschärft werden. Außerdem hätten dann die Eltern rund um den Nachzielbereich mehr Platz, ihre Sprösslinge in Empfang zu nehmen.

Der letzte Tag des Jahres wird für die Auf- und Abbauhelfer an der Strecke, die meist auch als Streckenposten agieren, lang. "Wir treffen uns um 10 Uhr am Hauptmarkt", erzählt Wolf. Noch früher wird in der Startnummernausgabe in der AVG-/MPG-Sporthalle in der Sichelstraße sortiert und aufgebaut. Wenn am Silvestertag um 10 Uhr die Türen aufgehen, muss alles für den Ansturm parat stehen. Der Stress am Veranstaltungstag wird aber seit vielen Jahren dadurch reduziert, dass bereits am 30. Dezember (16-18 Uhr) die Startunterlagen abgeholt werden können.

Das Aufbauteam hat rund drei Stunden Zeit, Gitter aufzustellen und die Werbebanner der Sponsoren anzubringen. Hektik entstehe aber nicht, sagt Barten: "Wir sind mit dem Aufbau bisher immer so früh fertig geworden, dass wir noch einen Kaffee trinken konnten." Und obwohl alles andere als ausgeruht, lassen sich viele Helfer das Silvesterlauf-Erlebnis im Natus- oder Scholtes-Volkslauf nicht entgehen. "Früher war das schlimmer, als man noch schnell laufen wollte", sagt Wolf, der als Läufer noch keinen Trierer Silvesterlauf verpasst hat. Jetzt steht das Erlebnis im Vordergrund. Und vom Zieleinlauf geht es wieder an die Strecke: Die Trierer Laufarena muss wieder in ihren Ursprungszustand versetzt werden. Vor Mitternacht bleiben weniger als vier Stunden für die Silvesterfeier. Zwischen 19.30 Uhr und 19.45 Uhr sei man meist fertig, so Wolf. Schnell noch duschen, umziehen und ab zur Fete. Warum tut man sich das an? "Es macht Spaß, wenn die Gruppe dahinter steht", erklärt Wolf.

Laut Silvesterlauf-Vereins-Vorstandssprecher Christoph Güntzer sind rund 250 Personen in die Organisation involviert. Viele kommen vom Ausrichterverein, die Faszination Silvesterlauf zieht aber auch Helfer aus Eifel und Hunsrück an. "Die Zusammenarbeit ist super", sagt Silvesterlauf-Jugendleiter Franz-Josef Ott. Er ist besonders stolz auf den Vereinsnachwuchs. Sie lösen nach dem Jugendrennen Erwachsene als Streckenposten ab, damit diese auch mitlaufen können. Wenn dann die Silvesterraketen in den Himmel steigen wird als Belohnung gemeinsam im Athletenhotel an der Porta Nigra gefeiert.

Extra: Außer den Mitgliedern des Silvesterlauf Trier e.V. helfen von den Messdienern der Trierer Pfarrei St. Martin, der Jugendfeuerwehr Stadtmitte, den Sanitätern des Malteser Hilfsdienstes Trier-Irsch, Mitarbeitern des Trierer Sportamts und den Sambatrommlern, über die Sportler von den Dienstagslatscher, des TV Hermeskeil, der TG Konz, von Tri Post Trier, der SSG Kernscheid bis zu den Vulkanläufern aus der Eifel viele Ehrenamtliche mit, die nicht direkt etwas mit dem Ausrichterverein zu tun haben. Dazu kommen sogar noch völlig vereinsunabhängige Helfer. Zeitmessung, Beschallung und Catering werden von Firmen übernommen.

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