Basketball beim Stadtlauftraining

"Was sollen Basket- und Medizinball beim Lauftraining?", wird sich Mancher beim ersten Treffen von "Der TV bewegt" gedacht haben. Rund 60 TV-Abonnenten und -Mitarbeiter begannen am Mittwoch mit der Vorbereitung auf den Trierer Stadtlauf. Wer keinen Platz im Team ergattert hat, findet die Trainingspläne hier auf dem Laufportal des Trierischen Volksfreunds.

Foto: Holger Teusch
Foto: Holger Teusch
Foto: Holger Teusch

Trier. (teu) "Kerstin? Haben wir keine Kerstin hier?" Ein wenig irritiert blickt Trainer Jens Nagel in die Runde der Laufanfänger. Der Trainer möchte den Basketball weitergeben, aber eine Kerstin ist nicht aufzutreiben. Dafür eine Rebecca oder ein Ben. Letztendlich wird Jens Nagel den Ball los und das Kennenlernspiel kann weitergehen.

Sich einen Basket- und einen Medizinball zuwerfend traben diejenigen, die am 27. Juni beim Trierer Stadtlauf fünf Kilometer bewältigen wollen, rund um das Volksfreund-Gebäude an der Hanns-Martin-Schleyer-Straße. Die Fortgeschrittenengruppe mit Michael Plaul und Guido Streit als Betreuer hat ganz schnell den Weg an die Mosel gesucht. Diejenigen mit etwas Lauferfahrung lernen sich während sechs Kilometer Dauerlauf in Gesprächen kennen.

Jens Nagel hat zwischenzeitlich den Medizinball beiseitegelegt. In einer langen Reihe joggen seine Schützlinge nun dicht hintereinander los. "Nicht dem Vordermann die Schuhe austreten", scherzt Jens Nagel. Der Basketball wird über den Kopf zu der Frau oder dem Mann dahinter weitergereicht. Der Letzte in der Reihe muss den Ball an den Anfang der Schlange tragen - und das Spiel beginnt von vorn.

Während der Kennenlernspiele wird viel gelacht. Trotzdem drehen die Laufanfänger etliche Runden um den Volksfreund-Komplex. Ein erster Trainingserfolg. Aber die Belastung ist dem Geräuschpegel nach zu urteilen für die Meisten kaum bemerkbar. Die Ballspiele sorgen auch dafür, dass die Gruppe zusammenbleibt. Ganz wichtig für Anfänger bei ihren ersten Laufschritten! Mit ein bisschen systematischen Training beginnt Jens Nagel auch schon bei der ersten Training: eine Minuten Laufen, eine Minuten Gehen.

Als die Anfänger nach knapp einer Stunde Training mit dem Dehnprogramm beginnen, trudelt auch die Fortgeschrittenengruppe nach und nach ein. Die Schnellsten üben auf den letzten Metern schon einmal den Stadtlauf-Endspurt - Spaß muss sein!

Dass sich die Gruppe während der rund sechs Kilometer entlang der Mosel auseinenadergezogen hat, sei nicht schlimm, sagt Trainer Michael Plaul. "Wir haben hier ja Läufer dabei, die die zehn Kilometer einfach schaffen wollen und welche, die sie schneller schaffen wollen", sagt der 28 Jahre alte Sportlehrer. Während der Militär-Weltmeisterschaftsteilnehmer mitten in der Gruppe den Überblick behält, bildet Guido Streit die Nachhut. Den Hobbyläufern gleichmäßiges Laufen beizubringen, werde wohl eine der Trainingsaufgaben in den kommenden Wochen sein, sagt der mehrfache deutsche Meister. Zwischenspurts kosten zu viel Kraft und Zeit, wenn man anschließend gehen muss. Dann lieber langsamer, aber kontinierlich laufen.