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Nicht nur die Afrikaner trotzen der Trierer Hitze

Nicht nur die Afrikaner trotzen der Trierer Hitze

Große Begeisterung, aber fast 500 Läufer weniger im Ziel als vor einem Jahr: Beim 28. Trierer Stadtlauf haben die gebürtigen Äthiopierinnen Eleni Gebremedhin und Alemitu Bekele bei den Frauen gesiegt. Der Marokkaner Younes Ammouta und der Belgier Roger Königs waren über zehn Kilometer beziehungsweise im Halbmarathon die Ersten.

Trier. Thorsten Baumeister strahlt mit der Sonne um die Wette. "Ich bin erst seit sechs Wochen wieder am Laufen", erzählt der 22-Jährige und schaut noch einmal ungläubig auf seine Stoppuhr: 31 Minuten und 42 Sekunden zeigt diese nach zehn Kilometern. "Ich habe erst gedacht: eine 33er Zeit. Und dann: Nein, eine 32er sollte es schon sein", sagt der ehemalige Junioren-EM-Fünfte vom PST Trier. Aber diese Zeit und der zweite Platz sind eine Überraschung. "Irgendwann will ich den Stadtlauf mal gewinnen", kündigt Baumeister an.
Der, der das diesmal verhindert hat, kommt aus Marokko: Younes Ammouta siegte in 31:31 Minuten. Etwa neun Kilometer lang hatte der 30-Jährige seinen Landsmann Abderrazzak Charai als unmittelbaren Verfolger. Doch der 26-Jährige musste sich kurz vor dem Ziel übergeben und kämpfte sich in 32:41 Minuten ins Ziel.
Keine Probleme mit den bereits am Sonntagvormittag hohen Temperaturen hatte Eleni Gebremedhin. Die mit einem Deutschen verheiratete Äthiopierin mit einer Marathon-Bestzeit von 2:32 Stunden musste im Ziel zwei Minuten auf Anna Baumeister (37:26) warten. Die Frau von Thorsten Baumeister, die 2006 dänische Crosslaufmeisterin war (unter ihrem Mädchenname Jørgensen), kam ebenso wenig mit der Hitze zurecht wie die gebürtige Äthiopierin Ferahiwat Königs (37:59) und Linda Betzler aus Igel (LG Rhein-Wied/38:00).
Dabei mussten die Zehn-Kilometer-Läufer nur eine Runde über Alleenring, Saarstraße, Konrad-Adenauer-Brücke, durch Trier-Euren- und -West und über die Kaiser-Wilhelm-Brücke zurück aufs Gebiet rechts der Mosel absolvieren. "Auf der ersten Runde ging es noch, aber auf der zweiten haben die Füße gebrannt", berichtete der Halbmarathozweite Patrick Heim. Schnell habe er sich davon verabschiedet, einen Schnitt von 3:30 Minuten pro Kilometer laufen zu wollen. In 1:15:53 Stunden lag er mehr als fünf Minuten hinter Roger Königs. "Das war meine Marathon-Durchgangszeit", sagte der ehemalige belgische Vizemeister über den Halbmarathon zu seinem Resultat von 1:10:48 Stunden. Schneller hätte er nur laufen können, wenn jemand wie Florian Neuschwander dabei gewesen wäre. Doch der Marathon-DM-Dritte vom PST Trier konnte mit Rückenschmerzen weder zehn geschweige denn 21,1 Kilometer laufen.
Schnellste Frau war die in Belgien lebende Äthiopierin Alemitu Bekele in 1:20:22 Stunden. Nur eine Woche zuvor hatte sie in Belgien einen Marathon gewonnen. Unmittelbar nach dem Zieleinlauf suchte sie das Sanitätszelt auf. Hinter der mehrfachen Deutschen 100-Kilometer-Lauf-Meisterin Tanja Hooß (LTF Marpingen/1:25:02) und Michaela Schedler (Regensburg/1:26:42) war die Triererin Yvonne Jungblut als vierte in 1:27:49 Stunden beste Läuferin aus der Region.

Video, Fotos und alle Ergebnisse unter
volksfreund.de/laufen