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Verschollene Pakete des virtuellen Trierer Stadtlaufs sorgen für Ärger

Trierer Stadtlauf : Trierer Stadtlauf: Wo sind die Pakete abgeblieben?

Der letzte Juni-Sonntag ist traditionell der Stadtlauf-Sonntag in Trier. Nicht real, sondern erstmals nur virtuell. Alle 2000 Startplätze waren schon frühzeitig vergeben. Nur auf ihre T-Shirts warteten manche Teilnehmer vergeblich.

Der erste virtuelle Trierer Stadtlauf wird ein Riesenerfolg! Das ist schon klar, bevor auch nur ein Läufer am letzten Juni-Wochenende (26./27. Juni) die zwei, fünf, zehn oder 21,1 Kilometer lange Strecke irgendwo auf der Welt im Gedenken an den Ursprung aller Stadtläufe in der Region absolviert hat. 2000 Mal hat das Organisationsteam die bunten Pakete mit extra designten T-Shirt und kleinen Geschenken der Sponsoren verschickt. Die Resonanz überwältigt Nicolas Klein. „Wir hätte noch 500 mehr machen können“, sagt der Co-Vorsitzende des Ausrichtervereins (zusammen mit Andreas Rippinger).

„Die virtuelle Veranstaltung ist richtig gut eingeschlagen“, freut sich Klein. Das helfe auch, den Fortbestand der (realen) Veranstaltung zu sichern. Zum einen natürlich finanziell durch die Startgeldeinnahmen des virtuellen Laufs. Und für die Zeit nach Corona wurden Läufer auf den Trierer Stadtlauf aufmerksam, die bisher noch nicht dabei waren. „Ich hatte gerade ein ausführliches Telefonat mit jemanden aus Krefeld“, erzählt Klein. Ein Lauftreff vom Niederrhein ist von dem virtuellen Trierer Konzept so begeistert, dass sie auch den realen Trierer Stadtlauf kennenlernen möchten.

Jeder Teilnehmer der virtuellen Veranstaltung hat immerhin 25 Euro Startgeld bezahlt. Dafür gibt’s ein Funktionsshirt mit Gedenkstartnummer, Medaille und ein Geschenkpaket. Wie das Shirt ist auch der Karton nicht einfach von der Stange, sondern im fröhlich bunten Stadtlauf-Design. Alles sollte die Läufer per Paketdienst erreichen. So jedenfalls der Plan.

 135 Pakete des virtuellen Trierer Stadtlaufs mit Funktionsshirt kamen laut Stadtlauf-Vereins-Chef Nicolas Klein nie bei ihren Adressaten an.
135 Pakete des virtuellen Trierer Stadtlaufs mit Funktionsshirt kamen laut Stadtlauf-Vereins-Chef Nicolas Klein nie bei ihren Adressaten an. Foto: Nicolas Klein

Doch der Versandt oder besser nicht angekommene Pakete haben Nicolas Klein in den letzten Tagen viele Nerven gekostet. 135 Pakete erreichten laut dem Stadtlauf-Orga-Chef ihren Adressaten nicht. „Man musste bei dieser Menge damit rechnen, dass einige Pakete beschädigt werden“, gibt er sich keiner Illusion hin. Auch billigt er angesichts des Drucks, der auf den Zustellern wegen des coronabedingt hohen Paket-Aufkommens lastet zu, dass es zu Verzögerungen kommt. Weil auch Läufer aus Großbritannien und sogar den USA am virtuellen Trierer Stadtlauf teilnehmen, musste man die Pakete sowieso frühzeitig fertig machen. Dass Sendungen ihren Adressaten nie erreichten, aber per Online-Mitteilung als „zugestellt“ deklariert wurden, regt Klein und auch die Lauf-Community auf.

Der Stadtlauf-Co-Chef erzählt von Paketen, die aufgerissen und leer in einer Altpapiertonne gefunden wurden - einen Kilometer vom Adressaten entfernt. Oder dass die beiden Dosen (alkoholfreien) Biers gefehlt hätten. Ein Läufer sei dem Paketzusteller sogar hinterher gefahren. Was Klein positiv beeindruckt hat, waren die Reaktionen der Läufer. „Teilnehmer, bei denen das Paket ankam, hatten angeboten ihr Shirt an solche, die leer ausgegangenen sind, weiterzugeben. Niemand wollte sein Geld zurück“, erzählt der Stadtlauf-Macher.

 135 Pakete des virtuellen Trierer Stadtlaufs mit Funktionsshirt kamen laut Stadtlauf-Vereins-Chef Nicolas Klein nie bei ihren Adressaten an.
135 Pakete des virtuellen Trierer Stadtlaufs mit Funktionsshirt kamen laut Stadtlauf-Vereins-Chef Nicolas Klein nie bei ihren Adressaten an. Foto: Nicolas Klein

Mittlerweile sei man in einem konstruktiven Kontakt mit DPD, erzählt Klein. Bis zur Firmenzentrale in Aschaffenburg seien die Wellen geschlagen. Der Stadtlauf-Verein lässt sich auch von einer Anwältin beraten. Nun überlegt man die verloren gegangenen Funktionsshirts nachzubestellen. Der Aufwand ist wieder enorm. „Wir brauchen von jedem Läufer eine rechtsverbindliche Erklärung, dass er das Paket nicht erhalten hat“, erläutert Klein. Er bittet deshalb alle Geschädigten, wenn noch nicht geschehen, sich möglichst schnell zu melden (E-Mail: info@triererstadtlauf.de, Telefon 0651/42222). Die Hoffnung in der Stadtlauf-Zentrale: In einem Jahr laufen allein 2000 (der zuletzt bis knapp 4000) Teilnehmer mit dem Gedenkshirt des hoffentlich einmaligen virtuellen Trierer Stadtlauf durch die Straßen von Deutschlands ältester Stadt.

 135 Pakete des virtuellen Trierer Stadtlaufs mit Funktionsshirt kamen laut Stadtlauf-Vereins-Chef Nicolas Klein nie bei ihren Adressaten an.
135 Pakete des virtuellen Trierer Stadtlaufs mit Funktionsshirt kamen laut Stadtlauf-Vereins-Chef Nicolas Klein nie bei ihren Adressaten an. Foto: Nicolas Klein
 135 Pakete des virtuellen Trierer Stadtlaufs mit Funktionsshirt kamen laut Stadtlauf-Vereins-Chef Nicolas Klein nie bei ihren Adressaten an.
135 Pakete des virtuellen Trierer Stadtlaufs mit Funktionsshirt kamen laut Stadtlauf-Vereins-Chef Nicolas Klein nie bei ihren Adressaten an. Foto: Nicolas Klein

Internet: http://virtueller.triererstadtlauf.de