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Viele alternative Hospizlauf-Ideen: Duathlon, Staffel und Sternlauf

Benefizaktion : Viele alternative Hospizlauf-Ideen: Duathlon, Staffel und Sternlauf

Der Lindwurm von Hunderten von Läufern entlang der Mosel wird dieses Jahr am zweiten Juli-Wochenende fehlen. Trotzdem werden sich verteilt auf die Region viele Menschen sportlich für die Hospize in Trier und Koblenz engagieren.

Aus dem größten Quassellauf der Region werden in diesem Jahr viele kleine. Der Hospizlauf, ursprünglich geplant am 10. und 11. Juli, findet dezentral statt. Der Benefizlauf entlang der Mosel von Koblenz nach Trier ist seit mehr als einem Jahrzehnt ein Inbegriff für Freundschaftsläufe in lockerer Atmosphäre, ohne Zeitmessung, aber mit viel Kommunikation. Wegen der Corona-Pandemie können die Organisatoren die Veranstaltung in seiner ursprünglichen Form diesmal aber nicht durchführen. Doch der Anfang Juni gestartete Aufruf zu alternativen Formen fiel bei vielen Vereine, aber auch Einzelpersonen auf fruchtbaren Boden. Am kommenden Wochenende sind etliche Aktionen zugunsten der Hospizhäuser in Trier und Koblenz geplant.

So organisiert der Lauftreff Schweich am Freitag und Samstag an 13 möglichen Terminen auf verschiedenen Strecken eine Art Sternlauf. Die Grünewaldläufer des SV Lüxem wollen im Wittlicher Grünewald am Wochenende zusammen insgesamt 400 Kilometer zurücklegen. Beispielsweise der SV Gonzerath (Kreis Bernkastel-Wittlich), die LG Langsur oder die Trierer Vereine SV Olewig und Silvesterlauf und das Mutterhaus Trier rufen ebenfalls dazu auf, das Ausdauertraining am Wochenende dem Hospizgedanken zu widmen und für die Hospizarbeit zu spenden. Im vergangenen Jahr kamen für die Hospizhäuser in Trier und Koblenz insgesamt 24 000 Euro zusammen.

Seinen Ursprung hat der Hospizlauf in einer Extremleistung des Morbachers Jörg Engel. Im Februar 2004 lief der Krankenpfleger zugunsten des damals noch im Bau befindlichen Trierer Hospizhauses nur mit einem Radfahrer und einem Auto zur Versorgung allein die knapp 200 Kilometer entlang der Mosel von Koblenz nach Trier. 2005 wiederholte er, nun auf unterschiedlichen Teilstücken bereits mit mehr Begleitern, die Aktion.

Komplett durchlaufend hat die Strecke in den vergangenen Jahren zwar niemand mehr bewältigt, die Gesamtdistanz ist aber auch in diesem Jahr eine Herausforderung. Zum Beispiel für eine Staffel der LG Meulenwald Föhren, der Lambachläufer und der vereinsübergreifenden sogenannten Long-Run-Gruppe, die die komplette Strecke besetzen wollen.

200 Kilometer hat auch Mario Alten - und sogar allein - im Visier. Der 50 Jahre alte Ausdauersportler von Tri Post Trier will unterbrochen von drei Laufabschnitten (um auf die Gesamtdistanz zu kommen) etwa 160 Kilometer Rad fahren. Dass Hospizlauf-Aktion auch während der Corona-Zeit gut bei Sponsoren ankommt, zeigt Altens vorläufiges Spendenergebnis. „Wie es aussieht, bekomme ich mehr als 1500 Euro zusammen“, freut er sich.

Die Idee, sich für so für den Hospiz-Gedanken zu engagieren, kam Alten kurzfristig während des ebenfalls für einen guten Zweck durchgeführten Saar-Mosel-Sauer-Marathon am letzten Juni-Sonntag. „Ich habe mitbekommen, dass dem Hospiz ohne den Hospizlauf Geld fehlt“, erzählt Alten. Weil er während des Corona-Shutdowns laufend und auf dem Fahrrad viel Ausdauer trainiert habe, wolle er nun versuchen die Distanz als Duathlon innerhalb von zehn Stunden zu bewältigen. „Ich sehe das auch sportlich. Eigentlich ist das nichts anderes, als ein Langdistanz-Duathlon“, sagt er.

In Kleingruppe und dezentral statt wie gewohnt im großen Lindwurm werden die Hospizläufer an diesem Wochenende zugunsten der Hospizhäuser in Trier und Koblenz entlang der Mosel, in Eifel und Hunsrück unterwegs sein. Foto: Holger Teusch

Internet: www.hospizlauf.de