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Wenn's nicht anders läuft: Geisterrennen beim Silvesterlauf in Trier

Silvesterlauf : Wenn's nicht anders läuft: Geisterrennen

Der Meldestart für den Bitburger-0,0%-Silvesterlauf in Trier ist auf den 7. Dezember verschoben worden. Der Ausrichterverein hofft mit einem ausgefeilten Konzept weiter, dass am 31. Dezember durch Trier gelaufen werden kann.

Keine Frage: Auch den 31. Bitburger-0,0%-Silvesterlauf würden die Organisatoren wie die Jubiläumsausgabe vor knapp einem Jahr gerne als großes Lauffest feiern. Dass das nicht geht, dürfte klar sein. Sollte es sich realisieren lassen, wird es beim „deutschen São Paulo“ diesmal ruhiger zugehen. „Ein bisschen zwingen uns die schwierigen Umstände ‚back to the roots’. Aber ein reduziertes Programm wäre immer noch besser als nichts“, sagt Berthold Mertes.

Der Silvesterlaufmitbegründer hofft - wie wohl alle -, dass durch den Lockdown-light im November die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Corona-Virus so weit sinken, dass Ende des Jahres wieder Veranstaltungen möglich sind. Weil dies zurzeit aber noch nicht absehbar ist, wurde der zunächst anvisierte Meldestart am 1. November auf den 7. Dezember verschoben. Am grundsätzlichen Vorhaben, den Silvesterlauf durchzuführen, wird aber nicht gerüttelt. „Wir wollen die Option offenhalten, denn gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, den Optimismus nicht zu verlieren, nicht aufzugeben - und Ziele anzusteuern, selbst wenn man sich nicht sicher sein kann, ob sie erreicht werden“, erklärt Hans Tilly, der kommissarische Vorstandssprecher des Vereins Silvesterlauf Trier.

Seit Anfang September arbeitet das Silvesterlauf-Team deshalb an einem Hygiene- und Durchführungskonzept, das regelmäßig aktualisiert und mit den Behörden abgestimmt wird. Der Plan beinhaltet unter anderem kleinere Starterfelder, Wellenstarts, feste Zeitfenster für die Abholung der Startnummern sowie Einbahnwege zum Start und nach dem Zieleinlauf sowie Absperrungen der Veranstaltungsgeländes zwecks Zuschauersteuerung.

Laut der am gestrigen Freitag (30.10.) auf der Silvesterlauf-Homepage veröffentlichten Ausschreibung sind drei Volksläufe (einer für Frauen, einer für Männer, ein gemischter) für jeweils maximal 180 Teilnehmer vorgesehen. Außer im Asselauf der Männer betragen die Distanzen fünf Kilometer (Männer-Volkslauf bisher acht Kilometer). Bambiniläufe für die Unter-Achtjährigen soll es zwar nicht geben, aber weiterhin den Volksfreund-Kinderlauf und den Hanse-Haus-Teenlauf.

Alles ist rot unterlegt mit dem Hinweis: Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung. „Hätte mich jemand vor vier Wochen, nachdem wir die erste Version unseres Hygiene- und Durchführungskonzepts dem Ordnungsamt vorgelegt hatten, nach der Wahrscheinlichkeit gefragt, ob an Silvester in Trier gelaufen wird, dann hätte ich gesagt: zu 99 Prozent ja“, erklärt Hans Tilly. Durch die dynamische Corona-Entwicklung hat sich die Durchführungswahrscheinlichkeit aber verringert.

Flexibilität ist deshalb gefragt. Bei den Silvesterlauf-Machern gibt es momentan keine Denk-Tabus. Auch Geisterrennen seien im Notfall möglich, glaubt Vorstandsmitglied Norbert Ruschel: „Warum soll der Fußball auf der großen Bühne stattfinden und wir als international beachtetes Spitzensportereignis nicht?“ Ein Livestream sei in Vorbereitung, egal, ob am 31.12. Zuschauer rund um den Hauptmarkt zugelassen sind oder nicht.

Um die Besetzung der Eliteläufe braucht sich Renndirektor Mertes offensichtlich sowieso keine Sorgen zu machen. „Die Topathleten rennen mir die Tür ein“, sagt er. Die sechs Erstplatzierten des letztjährigen Bitburger-0,0%-Lauf der Asse und Sparkasse Trier-Elitelauf der Frauen haben ihr Kommen bereits zugesagt. Darunter sind natürlich die für den Ausrichterverein startende WM-Bronzemedaillengewinnerin und Europameisterin Gesa Krause (2019: Vierte) und der deutsche Crosslaufmeister Samuel Fitwi von der LG Vulkaneifel (2019: Sechster).

Zugesagt hat auch ein anderer langjähriger Star der Veranstaltung: Wolf-Dieter Poschmann. „Wenn der Silvesterlauf stattfindet, werde ich, wie all die Jahre, in Trier sein, auch wenn keine Zuschauer zugelassen wären und wir nur für die Aktiven moderieren würden“, wird der ehemalige ZDF-Sportchef, der seit 1992 auf dem Trierer Hauptmarkt kommentiert, auf der Silvesterlauf-Homepage zitiert.

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