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Zehnkampf-Idol läuft Marathon für Opfer der Trierer Amokfahrt

Spendenlauf : Zehnkampf-Idol läuft Marathon für Trier

Die Lauf-Spendenaktion #wirlaufenfuertrier zieht Kreise weit über die Region hinaus. Der Zehnkampf-Olympia-Zweite Frank Busemann lief schon 42 Kilometer.

Zehnkämpfer können alles! Hürdenlaufen, Sprinten, weit und hoch springen, mit und ohne Stab, Disken, Speere und Kugeln durch die Gegend werfen. Nur die letzte Zehnkampf-Disziplin, der 1500-Meter-Lauf, vor diesen knapp vier Stadionrunden graut es den allermeisten Zehnkämpfern. Aber dass er auch lange Strecken laufen kann, hat Frank Busemann 2019 beim Bitburger-0,0%-Silvesterlauf in Trier bewiesen. Beim Jubiläum des „deutschen Sao Paulo“, dessen 31. Auflage in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden kann, lief der Zehnkampf-Olympia-Zweite von Atlanta (1996) zuerst im VIP-Spendenlauf und anschließend acht Kilometer im Volkslauf der Männer (35:51 Minuten). Für einen Zehnkämpfer regelrecht ein Marathon. Doch auch reale 42,195 Kilometer hat Busemann bereits kurz nach dem Ende seiner Zehnkampf-Karriere (in 3:39 Stunden) und nun wieder absolviert.

„Es musste sein. Für Trier. Mit meinen gelaufenen Kilometern spende ich für die Angehörigen und Opfer der Amokfahrt vom 01.12.20“, erklärte Deutschlands Sportler des Jahres 2016 über seine Social-Media-Kanäle. Busemann unterstützte mit seinem spontanen Marathonlauf die Aktion #wirlaufenfuertrier. Mehr als 100 Sportler haben laut Initiator Frank Knodt bereits ihre Lauf-, aber auch Radfahr-Kilometer wie Busemann unter dem Hashtag der Spendenaktion zugunsten der Opfer des Trierer Amokfahrt gewidmet. Hobbysportler aus ganz Deutschland beteiligten sich. Darunter außer Busemann auch weitere internationale Medaillengewinner wie beispielsweise Ex-Europameister Jan Fitschen (10 000-Meter-Europameister 2006) oder Patrick Lange. Der zweimalige Ironman-Hawaii-Gewinner gedachte zusammen mit Triers Top-Triathleten Jens Roth im Trainingslager auf Lanzarote den Opfern der Amokfahrt.

„Nicht alle posten ihren Spendenlauf“, gibt Frank Knodt, der die Aktion zusammen mit der LG Meulenwald Föhren auf die Beine gestellt hat, zu bedenken, dass die genaue Teilnehmerzahl wie die Spendensumme erst nach der Analyse der Kontoauszüge möglich sei. Mancher, der sich an der Aktion beteilige, überweise einfach seinen Obolus. Jeder Euro für jeden Lauf-Kilometer, der auf dem Spendenkonto (PSD Bank Trier, Empfänger: WirlaufenfürTrier IBAN: DE19 3706 0993 5660 6536 00) eingeht, wird nach dem Ende der Aktion verdoppelt und fließt dann auf das offizielle Hilfskonto der Stadt Trier.

Der ehemalige Zehnkampf-Olympia-Zweite Frank Busemann lief im vergangenen Jahr beim Trierer Silvesterlauf-Jubiläum und engagierte sich jetzt im Rahmen der Laufspendenaktion #wirlaufenfuertrier für die Opfer der Amokfahrt vom 1.12. mit einem spontanen Marathon. Foto: Holger Teusch

Noch bis Heiligabend läuft die Aktion #wirlaufenfuertrier. Das Spendenkonto bleibe aber noch bis ins neue Jahr bestehen, so dass sich niemand über die Weihnachtsfeiertage mit der Überweisung stressen müsse, erklärt Frank Knodt. Eine vorsichtige Prognose wagt der 44-Jährige bereits: Vierstellig werde der Spendenbetrag auf jeden Fall!