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Zum dritten Mal dabei: Wie Peter Schermann bei der Mountainbike-Marathon-WM abgeschnitten hat.

Maountainbike : Wie ein Motor mit Drehzahlbegrenzer

Peter Schermann hat zum dritten Mal in Folge an der Weltmeisterschaft im Mountainbike-Marathon teilgenommen. Der 32-Jährige belegte den 42. Platz.

Natürlich, Peter Schermann hatte sich mehr erhofft vom seinem dritten WM-Start im Mountainbike-Marathon in Folge. Nach der reinen Platzierung (42.) war es sein bestes Weltmeisterschaftsresultat. Allerdings waren im türkischen Sakarya coronabedingt diesmal auch nur 57 Radsportler, etwa die Hälfte der sonst üblichen, am Start. Kaliummangel sei wohl der Grund gewesen, weshalb er sich nur durchgequält habe, sagte Schermann nach den Untersuchungen durch das medizinische Team der deutschen Nationalmannschaft.

Dabei schien die 110-Kilometer-Strecke mit ihren 4000 Höhenmetern für den aus Wittlich stammenden und in Trier lebenden Schermann wie gemacht. „Der längste Anstieg auf der 30-Kilometer-Runde war für eine WM verhältnismäßig kurz“, erzählt er. „Im Training kam ich damit sehr gut klar.“ Einige Minuten 500 Watt und mehr treten, das kann Schermann. Die ultralangen Anstiege wie in den vergangenen beiden Jahren bei den Weltmeisterschaften in den Alpen machen dem 1,90 Meter großen ehemaligen Basketballer dagegen zu schaffen. Aber diesmal spielte der Körper nicht mit. Schermann ist allerdings froh, dass der Grund, weshalb er nicht seine gewohnte Leistung abrufen konnte, schnell erkannt wurde. „Das war wie bei einem Motor mit Drehzahlbegrenzer“, erklärt er das Gefühl, wie er sich rund fünf Stunden über die Strecke kämpfte. „Am Anfang hatte ich mich ja noch gut gefühlt, war unter den ersten zehn, und als sich eine Lücke auftat, habe ich das Feld auch kurz angeführt“, erzählt Schermann. Als dann, um bei Schermanns Vergleich zu bleiben, die Drehzahl seines Motors begrenzt wurde, war es nur noch Kampf.

„Ich glaube bei jedem anderen Rennen hätte ich aufgegeben“, sagt der Radsportler vom Team Embrace the World. Aber nachdem Schermann bereits im vergangenen Jahr das WM-Rennen wegen eines Defekts vorzeitig beenden musste, war aufgeben keine Option. „So ist es eine bessere Ausgangsposition für die nächste Saison. Aber ich musste schon ganz tief in die mentale Trickkiste greifen“, gesteht Schermann. Ein bisschen Selbstbetrug gehörte auch dazu.

Dass die diesjährige WM-Strecke seine vielleicht größte Chance auf eine gute Platzierung war, ärgert Schermann zwar, aber er blickt bereits auf 2021. Das bedeutet erst einmal zehn Tage kein Fahrrad fahren. „Ich bin dieses Jahr etwa 24 000 Kilometer gefahren. Ich bin deshalb auch mal froh, ein paar Tage kein Rad zu sehen“, sagt der Volkswirtschaftler, der sich nach einem Schlaganfall vor drei Jahren zurück in den Leistungssport kämpfte. Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf der MTB-Langdistanz werde wegen eines neuen Modus dann allerdings noch schwerer, vermutet Schermann.

Und die Unsicherheit durch die Corona-Pandemie bleibt vorerst auch. Peter Schermann war und ist aber Optimist und sieht auch die positiven Aspekte. Die wettkampffreie Zeit nach seiner abenteuerlichen Rückkehr aus Südafrika im März habe er gut nutzen können, um an seinen Schwächen zu arbeiten. „Ich glaube, ich habe qualitativ dadurch weitere Schritte nach vorne gemacht“, sagt Schermann.